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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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II. Das Kostüm des 16. Jahrhunderts.

krischen Betriebe, so auch im Kunsthandwerke, noch fn unmittelbarere»'Abhängigkeit von den römischen Vorbildern. Indessen enthieltendiese, nächst den Maassverhältnissen der Theile zu einander, eine rvon Zierrathen, welche sich ohne besondere Umgestaltung oder bei ngeringer Veränderung im Einzelnen zu geräthlicher Ausstattung eign®Umfassten sie doeh neben den verschiedensten, blossen Phantasie-Orß amenten, die mannigfachsten Gegenstände aus dem Thier- und Pflanz® 11reiche und aus der altrömischen Verkehrswelt, dem kultlichen, kriegeris®und alltäglichen Leben, in wechselvollster Durchbildung und Anordnung-So aber vermochte man sich auch gleich nicht etwa nur in Nacbahrodieser Gebilde frei zu bewegen, sondern sich auch in Erfindung von aliehen, neuen, zwangloser zu bethätigen. Und zählten demnach ve^hältnissmässig schon früh zu derartigen Zierformen einerseits ausPflanzenreiche, theils in naturgemässerer theils in willkürlicher, 1 ^

ornamentischer Behandlung, nächst mancherlei Knospen, BlumenFrüchten, ein vielfältiges Blätter- und Rankenwerk, darunter, w®Alterthume, vorzugsweise der Akanthus, das Wein-, Epheu- und (SteinEichen-Laub: dies Alles verschiedentlich je für sich; einzeln, biindelweis e roder zu Kränzen, breiten Gehängen (Guirlanden, Festons) u. dergl* verbunden, bisweilen mit ganzen Figuren von Menschen (Kindern, Gew® '*von Thieren oder Thierköpfen, ausserdem mit leblosen Dingen,hörnern, Waffenstücken, Draperien, Geräthen (Altärchen, Candelab® 'Masken u. s. w. bald regelmässig bald unregelmässig zusamtnengeoro randrerseits, ebenfalls vereinzelt oder mit einander gemischt, theils fa ®hafte Gestaltungen von Menschen, Thieren und von Theilen dersel »als Pane, Sphinxe, Drachenköpfe, wunderlich gebildete Klauen und sostige Ungeheuerlichkeiten, theils stehende, hängende und liegende Trop®*von Waffen, Fahnen und Musikinstrumenten, theils allerlei Geräthsctiazu täglichem und kultlichem Dienste, und auch dies gelegentlichnoch andere Dinge, wie Blumen, Früchte, Muscheln, Masken, vernjau 11facht; endlich in grosser Zahl, nach Darstellung und Vertheilungnicht geringerer Verschiedenheit, sowohl beziehungslose, reine Oma®formen, wie schneckenartige Windungen (Voluten) mit und ohne Sch®einfache und mehrfach gegliederte Kreise, ganze, gerade, verschound abgekantete Vierecke, regelmässige theils flach behandelte Fu Jbesken von breiteren und schmäleren, geraden und gebogenen(zu Pfeilern, Säulen und Consolen), als auch (vornämlich zu Gesiund fortlaufenden Gliederungen) ein derartiges Leistenwerk, wie durcgleiche Fruchtschnüre, sogenannte Eierstäbe und enger oder weit® uaneinander gereihte Zahnschnitte, Schuppen, Muscheln, Rosetten, ^metten, zu Rundbündeln vereinigte einfach oder kreuzweis umw® 1(Thyrsus-) Stäbe, Lanzen, Kornähren u. dergl. m.