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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
Entstehung
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Zweiter Abschnitt.

Das Kostüm cles sechszehnten Jahrhunderts.

(ieschichlliche Uebcrsicht.

Gegenüber jenen grossen Ereignissen, die sieh zu Ende des'dzehnten Jahrhunderts in rascher Aufeinanderfolge vollzogen, vermocder bestehende Bau des völkerlichen Gesannntlebens sich nicht n ^länger zu behaupten. Der Same, den die Wissenschaft seitWiederherstellung auf Grund des tieferen Studiums des klassischen Athums (seit 1453) nach allen Seiten hin ausgestreut, war bereits °aufgegangen und forderte Raum zu fernerem Gedeihen. Der fast gzeitigen Erfindung des Schriftdrucks hatte sie sieh sofort bemach '1Pden Verstand zu schärferer Erkenntniss vorbereitet und dem allg cnlDrange nach Befreiung aus den Fesseln schon morscher Ueberlieier oden Weg zum Ziele angebahnt. Durch die innige Vereinigungwurde eine neue Macht, dieöffentliche Meinung erweckt, d 1 ®gewalt des Papstthums gebrochen und die seit lange vergeblich jj e

Entlastung vom geistigen Banne der Kirche ermöglicht. An die >- ^des zwingenden Gehorsams zum blinden Glauben trat die Forderun 0 ^Ueberzeugung. Aus ihr erwuchs dem Gedanken die Kraft sich zw 1zu verwirklichen (1517). Urtheil und Entscheidung wurden Sac e ^ £neigenen Denkens und Gewissens. Die Verschlechterung des r ° ml' urStuhls gab Dem zunehmend festeren Halt. Die Ent deCkU ,nfe e FerneSee hatten den Blick aus seiner Beschränkung in ungeah ^lebt.gezogen, den Geist zur Forschung angeregt und die Phantasie ^j iererMit der Erweiterung der Entdeckungen wuchs die Begierde nachKenntniss von der Beschaffenheit jener Länder. Der Gesichtskrei»^^^sich aus, die Forschung ward zur Vergleichung gedrängt und zu er - ^

Vertiefung gezwungen. Die Schätze, welche die neuen Länder 1,1messlicherFülle darboten, bereicherten und reizten zugleich. Sie