A. Tracht. England. Kleidung der Weiber (1600—1700). 1033
Fig, 369.
obschon man sich keineswegs zu einer derartigen Uebertreibung verstand,^ le solche die „gottseligen“ Streiter, die Independenten, für sich zurSchau stellten. Selbst deren Weiber bewegten sich immerhin, wenn gleichabsichtlich noch so bescheiden, in verhältnissinässig freieren Grenzen.■Auch waren die Töchter Cromwells die Ersten, welche nach seiner Er-hebung zum Protector eine derartige Beschränkung ohne viele Rücksichtdurchbrachen.
■Aber auch die höfische, vornehme Damenwelt, und was sich, auchohne vornehm zu sein, dazu rechnete, gab bei allem näheren Anschlüsse
an die französische Gestaltungsweise,und ungeachtet ihres in stetem Stei-gen begriffenen Aufwands in Stoffund verzierender Ausstattung, dieherkömmlichen Formen dennoch nichtso bald etwa vollständig auf. Min-destens währte noch ein Schwanke»zwischen jener und diesen bis i»die dreissiger Jahre, wobei sich,nächst dem aufgesteiften Spitzen-kragen, den stratf bauschigen Ermelr»und der tibersehlanken Schnür-Taille,selbst auch die breite Hültwulst zubehaupten versuchte. Freilich ver-gebens, da dies nunmehr dem von
oben
herab immer kräftiger nach-
wirkenden Widerspruch dagegen denndoch weichen musste. Indessen auchnoch, da .man sich der Neuerungennun fast durchaus überliess, bliebtrotzdem nicht nur von dem Her-kömmlichen einzelnes, wenn auch inabgeschwächter Form sehr beliebt,j.^ wie denn die dem früheren männ-
en Wammse ähnliche Ausstattung des Leibchens mit knappem schoss-rtl gem Verstoss bis über die Mitte der vierziger Jahre (Fig. 369J, vielmehr"ölten auch die Neuerungen selber, vorzüglich durch die Art ihrer Ver-^on ung, eine besondere Gesammtfassung. Bei aller UebereinstimmungJöS ^ 6r ft' anz ösischen Formengebung im Ganzen und Einzelnen (Fig.,. ff'}’ gewann die Gesammtfassung von vornherein ein noch weit ent-o eneres Gepräge von einer durch wohlberechnete Lässigkeit („ negli-den^ ^ ZU me ^ rer Freiheit gehobenen, aber nichtsdestoweniger durchen Aufwand in Stoffen u. s. w. bedingten, geschmackreichen Eleganz.