Dritter Abschnitt.
Das Kostüm des siebenzelinten Jahrhunderts.
Geschichtliche Ücbersiclil.
Spanien hatte unter dem Dahinschwinden seiner Kräfte,
Einflüsse nach Aussen, die Rolle des Tonangebers ausgespielt. ^
während der Herrschaft Philipps II. war Frankreich vormiffllich i'i
äusseren Bezügen überwiegend maassgebend geworden. Schon waS
den letzten Jahrzehnten des verflossenen Jahrhunderts von spanr
Weise erübrigte, trug ein stark französirtes Gepräge, beruhte auc
reits fast überall, unabhängig von Spanien , auf heimischer TJeberhe
Nur Spanien selbst war, in seiner Erstarrung, unverrückbar stehe 11
blieben. So trat es das neue Jahrhundert an, ohne Mittel und
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Die
zu etwaiger Wiederbelebung. Das von Philipp II. einmalbeschworene innere Verderben gestattete eine Heilung nicht mein- qganz in seinem finsteren Geiste von Philipp III. (1598—1621) seit ^durchgeführte Vertreibung der noch übrigen „Maurisken,“ wodur ^Lande in sechsmalhunderttausend fleissigcn Arbeitern nun auch ^ e ^j )S tcnRest von fördernder Betriebsamkeit .entzogen wurde, war eine dei lia ^ j a sFolgerungen. Doch nicht genug an solcher Entvölkerung- 6Land, auch noch ausser dem harten Drucke seiner zugleichbesitz übermächtigen Geistlichkeit, den rücksichtslos unkluge 11nahmen der von Philipp eingesetzten Ministerregierung unterlicg 611 ^^^Philipp bei seiner Unfähigkeit weder erkannte noch zu bessern u „d
das wusste sein ebenso unfähiger, doch überdies gewissenloser 1 s j C hGünstling Graf von Lerma nur zu wohl auf Kosten des Volks , c g C n'und die „Kirche“ auszubeuten. Gleichwie in den staatlichen U “ er ]tel irtheiten, so auch hinsichtlich der inneren Verwaltung günzlic 1verfahrend, beeiferte man sich geradezu den Verfall zu ^ esC .^ütliiSNichts half es mehr, dass sich einzelne hellblickende Männer
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