A. Tracht. Amts-Ornat der (römisch-) kathol. Geistlichkeit (1600—1700), 1097
aber ward die vom (Rücken-) Schilde herabhängende Quaste in Rom beim Säcularklerus etwa seit dem Ende des Jahrhunderts aufgegeben.
Der Chorrock, 'das Barett und Almutium, welches letztere all-mälig verschwand, blieben dem innerhalb ihrer Grundformen einmal üb-licher gewordenen Wechsel ausgesetzt: So der Chorrock vor allem inder Länge und der Ausdehnung des unteren Spitzenbesatzes, und dasBarett, das nun mehrentheils durch eine Unterfütterung von Pappevölligst aufgesteift wurde, hauptsächlich in Betreff der Höhe.
Hinsichtlich der Abzeichen des ICardinaliats, sowie auch in derVertheilung der einzelnen Ornatstücke nach der Rangstellung der kirch-lichen Würden, fand keine Veränderung statt (vergl. S. 790 ff.).
Die vorschriftsmässige ausseramtliche Tracht ward fortan vollendsVernachlässigt (S. 793 ff.). Höchstens mit Ausnahme der strengen spa-nischen Geistlichkeit, welche daran fester hielt, und des Klerus in Rom »dessen Verhalten zum päpstlichen Hofe eine solche Beschränkung geradejetzt, als ein Zeichen seiner Geschlossenheit forderte, folgten die Geist-lichen im Allgemeinen dem jeweilig herrschenden Zeitgeschmäcke zu-nehmend rücksichtsloser. In immer engerem Anschlüsse an den von denHöfen ausgehenden Aufwand machten sie, vor allen in Frankreich ,gleich den Weltlichen, den ausgedehntesten Gebrauch von kostbarenStoffen, Bändern, Spitzen, Stickereien, reichen Besätzen, seidenen Strüm-pfen u. a., hierbei ihrem Stande fast nur noch dadurch einigermassenRechnung tragend, dass sie sich gemeiniglich in Schwarz kleideten und,obschon auch nur vereinzelt, Hüte mit ziemlich breiten, tlieils seitwärtsoufgeklappten Krempen trugen. — Nicht minder erstreckte sich dies indemähnlichen Grade selbst auf die Ordensgeistlichkeit beiderlei Ge-schlechts, die sich nun mehrentheils auch in Anbetracht der Farben jedeWillkührlichkeit erlaubte. Auch hierin behauptete sich Frankreich inder Tonangeberschaft, wozu der Umstand mitwirkte, df.ss daselbst, na-mentlich seit dem Regierungsantritte Ludwigs XIII, (1614) nicht nurßine Fülle schon vorhandener Ordenshäuser unter mancherlei Aenderungenmo Einzelnen bestätigt wurden, sondern auch eine nicht geringe AnzahlVon neuen Ordensstiftungen stattfanden. 1 Eben diese letztem aber wähl-ten zu ihren Ordenstrachten zumeist eine mit der weltlichen Tracht fastvöllig übereinstimmende Kleidung, sowie auch die feinsten, kostbarstenStoffe, und sogar mit Vorliebe die auffälligsten Farben, wie, nächstSchwarz und Weiss, überwiegend Hellblau und Scharlachroth.
Ganz im Einklänge mit einem solchen Vollzüge begann denn auchdie Perrücke, schon bald nach ihrem Erscheinen in Frankreich (S. 985),bei der männlichen Geistlichkeit eine Rolle zu spielen. Den Bart gab
1 Vergl. von den oben (S. 196 not. 1) genannten Werken insbes. P. H. eliot. Histoire des ordres monastiques etc.