1172 IV. D a s Kostüm vom Beginn des 18. Jahrhunderts bis auf die Gegenwart.
sichtige sich nach Mexiko zu wenden, brach der Unwille offen hervor,den König nun aber veranlassend seine Krone (1808) an Ferdinand VII. abzugeben.
Auch diese Zustände, welche das Keich überdies staatlich aufs tiefsteerschütterten, kamen, eben wie die Dinge sich vollzogen, einer nochweiteren Verbreitung und Festigung französischen Einflusses förderlichentgegen. Nicht nur dass während jenes unglücklichen französischen Kriegs der Aufenthalt des siegreichen französischen Heers im Lande selbstdahin zurückwirkte, geschah das gleiche dann noch in steigendem Maassedurch die seitdem engere Verbindung mit Frankreich , sowie auch ganzbesonders dadurch, dass Napoleon es erreichte Karl IV. und Ferdi nand VII. zur Entsagung ihrer Ansprüche zu Gunsten seines BrudersJoseph (1808) zu bewegen. —
Englands wohlgefestigte Grundlage zu freiheitlicher Fortentfaltungkonnte nicht leicht mehr erschüttert werden. Die Stellung, welche Wil helm III. dem Reiche anzuweisen gewusst, sicherte diesem allen anderenStaaten gegenüber eine allgemein entscheidende Stimme. So aber ver-mochte auch das Volk, im Hinblick auf seine Errungenschaft, beim Todedes Königs (1702) der Zukunft völlig ruhig entgegen zu sehen. Wederdass ihm, dem Kinderlosen, wie er auf den Fall hin festgestellt hatte,das Haus Braunschweig -Hannover folgen sollte, noch dass zunächt seineSchwägerin Anna (1702—1714), Gemahlin des Prinzen Georg von Däne mark , den Thron einnahm, erschien von einiger Bedeutung. Auch erwiessich die Schwäche der Königin selbst, ihr Schwanken zwischen den Par-teien, dem Lande keineswegs ungünstig. Denn wenngleich sie als Toch-ter Jakob’s II. zu den „Torys“ stark hinneigte, überliess sie sich dochvorerst dem Einflüsse der Gegenpartei, wie besonders dem Herzog vonMarlborough, und erreichte somit nicht allein in dem von ihr fortgesetz-ten Krieg gegen Ludwig XIV. hohen Waffenruhm, vielmehr auch (1707)die Vereinigung mit Schottland zu einem „Grossbritannien “ unter eineiniges Parlament. Allerdings währte der Kampf der Parteien in zu-nehmender Heftigkeit fort, auch wurde das „Wighs-Parlament“ aufgehoben,sowie auch selbst der Herzog von Marlborough , ungeachtet der Lor-beeren, die er in jenem Kriege errungen, nach dem Frieden (1711) vomHofe verwiesen; indessen wie heftig Alles dies auch die Öffentliche Mei-nung bewegte, trug es doch im Ganzen wiederum nur bei im Volke diegeistige Kraft, nun zumal genährt durch die stetige schriftstellerische Ver-tiefung, noch ferner zu schärfen.
So ohne irgend welche äussere Störung bestieg denn im Jahre 1714=das Haus Hannover in Georg I. den Thron. Friedfertig und wohlgesinnt,/wie er war, eröffnete vor allen er dem Staate, der bereits auch Irland thatsächlich mitumfasste, die Wege zu höchstgebietender Macht und An-