Geschichtliche Uebersicht.
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bestehenden Gefahren, einen ansehnlichen Gewinn; desgleichen aus dendrei Theilungen Polens , so dass das Reich sich um nicht weniger dennelftausend Quadratmeilen vergrösserte. Bei allendem hatte Catharinanicht minder wie ihre Vorgänger, ja in noch weit höherem Maasse, mitEmpörungen zu kämpfen, mit der des Russen Mielowttsch (1763) undder dann so äusserst bedrohlichen, ausserordentlich blutigen des KosackenPujutschew (1775). — Wohl stand als die grosse Czarin starb (1796)Russland nach Innen wie nach Aussen auf einer Stufe gefestigter Macht,zu welcher nun auch die bedeutendsten westlichen Mächte hinaufblikten.Und dennoch war es nicht gelungen, weder schon vordem noch selbstihr, die Bevölkerung im Allgemeinen in Betreff der Lebensweise zu einemauch nur durchgängigeren Aufgeben volksthümlicher Ueberlieferung zuGunsten einer Aneignung von westländischen Lebensformen heranzu-bilden oder zu bewegen. Auch sie noch fand dauernd Veranlassung, jasogar in ihrer nächsten Umgebung vor allem beim männlichen Ge-schlechte, vielfältige Ueberreste volkseigenheitlicher Roheit, wie haupt-sächlich Unmässigkeit, Trunksucht, Spielwuth, Unflätherei, und nur zuhäufig Ausbrüche unbändigen Jähzorns bewältigen zu müssen. Ueber-haupt schritt in dem Punkte eine Verfeinerung nur höchst langsam vor,auch fortan noch lediglich innerhalb der höheren Kreise von St. Peters-burg und der davon zumeist beeinflussten, nördlicheren Grossstädte.
Die Veränderungen welche Paul I. (1796—1801) alsbald nach seinerThronbesteigung, theils im entgegengesetzten Sinne seiner grossen Mutterhuf, gaben dem Ganzen eine Richtung, die ungeachtet so mancher von•hm veranlassten guten Anordnungen, von dem Zuge weit ablenkte. Beialler Trefflichkeit des Charakters zu beschränkt und eigenwillig, auchv on dem Begriff der Erhabenheit der Majestät viel zu befangen, um dieGinge mit Grösse erfassen zu können, verlor er sich zudem in Klein-lichkeiten, die höchst beengend zurückwirkten. Weit über dies hinausaiellte sich aber dem Fortgange entgegen seine Aufhebung der Press-freiheit, wie seine vielen durchgreifenden theils sehr beschränkenden Neue-r Ungen im Finanzwesen, dem Handel, der Gewerbthätigkeit u. s. f., welcheletztere insbesondere durch Erschwerung der Uebersiedelung von Fremden3 tark beeinträchtigt ward, was Alles denn im Verein mit der nunmehratrafferen Durchführung einer Umformung des Heerwesens nach demVerbilde des preussischen unter Bevorzugung des Adels, bei übrigensMancher Beschränkung desselben, ausserdem in den betroffenen Kreisenden Unwillen gegen ihn selber erregte. Noch andererseits aber verstärkteda « eine wie das andere sich durch die Haltlosigkeit, welche er in demv °n ihm begonnenen Krieg mit der französischen Republik (seit 1799),in seinen Bündnissen mit England, Oestreich und der Pforte bewies.^ u dem in seiner Handlungsweise, gereizt durch so manche misslungene