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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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A. Tracht. Frankreich . Kleidung der Weiber (1700—1750). 1213

rundung der Hüften, mit zwei starken Bügeln versehen; die Reifen sichnach unten erweiternd, meist dergestalt dass die Gesammtlänge desobersten vier, und des untersten sieben bis acht Ellen betrug. In Folgedessen stieg der Verbrauch allein des Fischbeins zu einer Höhe, dassschon im Jahr 1722 die Generalstaaten der Niederlande sechshunderttau-send Florins anwiesen „zur Unterstützung der zu Ostfriesland gebildetenGesellschaft des Wallfischfangs, da der Handel sich wegen des ausser-ordentlichen Bedarfs des Fischbeins zu den Reifenröcken der Frauei) täglichvortheilhafter erweist.“ — Da dieser Rock, eben bei seiner Versteifung,eine Schleppe nicht wohl gestattete, suchte man solche gelegentlich

Fig. 393.

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durch eine rücklings zwischen den Schultern oder an der Taille be-festigte lange und breite, bisweilen zweitheilige Stoffmasse zu ersetzen(Fig. 393 a ).

Eine derartige Abschwankung von der bis dahin gewohnten Formfand aber auch sofort ihre Gegner, und wie in ähnlichen Fällen über-haupt, vor allem bei der Geistlichkeit. Noch während der Rock sichbildete, trat ihm schon gleich der als Redner und Verfasser zahlreichkirchlicher Schriften hochgeschätzte Abbe Jacques Duguet, ausser mitdem gesprochnen Wort, mit eigenen Druckschriften, mit seiner „Indecencede paniers“, wie der im Jahr 1724 in Paris erschienenen „Cas de cons-cience sur les paniers“ auf das ernstlichste entgegen, mit Vernunftgrün-den bemüht ihn als widersinnig, zweckwidrig und unschicklich darzustellen.Auch blieb dies zunächst nicht erfolglos, sondern bewirkte wenigstensdass Einzelne den Rock wieder aufgaben, Andere aber schwankend wur-