A. Tracht. Frankreich . Kleidung im Allgem. der Männer (1790—1804). 1243
Theil bereits sogar in langen Hosen („pantalons “), so dass die Damensie dringend ersuchten, doch nicht in solcher Tracht zu kommen, am we-nigsten aber in hoben Stiefeln. 1 —
Alle diese an sieb ausnahmsfälligen Gestaltungen schritten, soweitsie eben nicht schon früher verschwanden, bis gegen Ende des Direc-to riu ms, freilich nicht ohne inzwischen mancherlei Wechsel im Einzelnenzu erfahren, einem Wiederausgleich mit den von vornherein danebenallgemeiner eingehaltenen, eigentlichen Hauptformen zu.Seit dem Beginn des Consul ats (1799) erhielten dann diese selber, nunabermals von Oben herab, eine noch weitere Ausgestaltung. Unter theil-weiser Wiederaufnahme einzelner vor der Revolution durchgängig ge-bräuchlicher Formen wich dann zugleich die bisher immerhin nochmein- oder minder beobachtete, republikanische Vereinfachung, vorzugs-weise beim weiblichen Geschlechte, einem bald wiederum steigendenAufwande. Dazu kam, dies begünstigend, dass fortan innerhalb derDamenwelt hauptsächlich die Schauspielerinnen, wie vor allem die Mit-glieder des „Theatre frangais“ sich zu Tonangeberinnen erhoben, und sonicht nur die „jeunesse doree, u vielmehr den bemittelteren Damenkreisim grossen Ganzen mit fortrissen. Noch unter dem Consulat selbstvollzog die Ausgleichung sieh bis zu einem Grade, so dass es zu ihremvollen Abschlüsse auch nur noch eines Anstosses bedurfte, wie solchendann eben die Begründung des Kaiserreichs (1804) durch seinen Hofmitsichbrachte.
Doch auch jene, beständig beibehaltenen Hauptformen, bliebenkeineswegs etwa bis zum Eintritt des Consulats unverändert; auch sieunterlagen von vornherein einer fortschreitenden Wandlung, — einerWandlung, die, zum Theil selbst von den daneben zeitweis auftauchendenSondergestaltungen mitbestimmt, sich allerdings gleichmässiger im Ganzen,indessen ebenfalls nicht ohne mehrfache, theils höchst seltsame Schwan-kungen äusserte. Auch hier betraf dies fast jeden Theil, seitens der Män-ner sowohl als der Weiber.
In eben solcher Gebundenheit nun trennte sieh von dem einmalGewohnten die männliche Kleidung bei weitem am langsamsten. Sieihr Gepräge noch bis zum Jahre 1790 durchaus bewahrend, ging zumerklicheren Neuerungen auch von da an nur schüchtern und erst ziem-lich vereinzelt vor. Sämmtliehe Theile zwar begannen zu* schwanken,jedoch einstweilen noch lediglich je innerhalb ihrer Besonderheit, ohnediese an sich zu verlassen. Anderseits entspann sich, ein Streit zwischeneinzelnen bestehenden Formen, doch auch ohne sie zunächst selbstzu berühren, sondern nur um die Vorherrschaft der einen über die andere: