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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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1261
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A. Tracht. Ausserhalb Frankreichs , Kleidung im Allgem. (1700—1815 ff.). 1261

ausgeschlossen blieb, ja auch die östlichsten Länder sich dem fortschritts-mässig unterwarfen. Aber wie stark dadurch ein allgemeiner Ausgleichweiter gefördert ward, fand solcher doch auch fortan in den Volksthüm-lichkeiten an sich, je an dem Eigenwesen derselben, eine nicht zu be-wältigende Schranke. Auch da, wo zwischen den verschiedenen Völkerndieser Ausgleich in der Form, in der Gestaltung des Einzelnen, seinenvollen Abschluss erreichte, bewahrte jedes Volk nichtsdestowenigerin dem nur ihm eigenen Gebühren, wie allein schon in Haltung und Be-wegung, ein absonderliches Gepräge, das es als solches kennzeichnete.Zudem auch vermochte eben diese so ausgleichende Modeherrschaft nochferner keineswegs überall etwa gleichmässig fortzubestchen, vielmehrward selber hie und da zeitweise zu Gunsten einer eigenen, mehr volks-tümlichen Ausgestaltung, wie unter anderem vor allem in England,sehr bedeutend abgeschwächt (S. 1176). Ja noch mehr, so wurde sieeinmal, wie insbesondere während der Jahre von 1793 bis 1795, nahezugänzlich unterbrochen, so dass es fast den Anschein gewann als gingees mit ihr zu Ende. Dies letztere trat nun freilich nicht ein, und hätteauch wohl bei ihrer bereits so weit gediehenen Befestigung kaum nochdauernd eintreten können, wie es ihr denn auch sehr bald gelang sichihre allseitig gebietende Machtstellung wieder zu erobern. Indessen,verlor sie dadurch auch nicht im Ganzen an fortwirkender Kraft,erfuhren doch die französischen Formen gerade während dieser Zeitausserhalb Frankreichs nicht allein fast überall mancherlei Wandlungenim Einzelnen, sondern auch einen Zuwachs von hie und da eigen ge-schaffenen, wirklich neuen Hauptformen, und somit zugleich für die Folgemehre, wenn vorerst auch nur schwache, doch strebsame Nebenbuhler-schaften. — Noch anderseits setzte sich der Kampf zwischen den eigent-lichen Volkstrachten, 1 diesen theils seit länger verbliebenen, theils

1 Eine nur eingermaassen tiefer eingehende Darstellung der den einzelnenLändern je eigenen ,,Volkstrachten“ nach Ursprung, Fortgestaltung (Mischung)und Abnahme, bis zur allmäligen Ausgleichung mit den zeitläufigen Modeforraen,würde zu einem umfangreichen Werke heranwachsen. Um eine solche Dar-stellung mit Erfolg durchführen zu können, wäre von dem Bekannten, dem nochBestehenden aus, an dem Faden der allgemeinen Geschichte des Kostüms instetem Vergleiche rückwärts zu schreiten. Ich sehe mich hier darauf beschränkt,aus der Fülle der darüber vorhandenen Werke in Bild und Schrift, nur bei-spielsweise Einzelnes hervorzuheben. A. Im All/jemeuien: H. Lecomte. Co-stumes nationales (Spanien, Italien, Schweiz u. s. w.) Paris 1817 ff. A. Wahlen.Moeurs, usages et costumes de tous les penples du monde d’aprfes des doenmentsauthent. etc. Brüssel 1844, 4 Bde. av. 200 pl. Berghaus, die Völker des Erd-balls nach ihrer Abstammung und Verwandtschaft, Eigenthümlichkeiten, Sitte,Tracht u. s. w. Brüssel 1845. 2 Bde. m. 100 col. Abbildgn. Latham. Dieverschiedenen Völkerstämme aller Nationen in treuester Gesichtsbildung, Farbe,Grösse und Nationaltracht, 4 Taf. m. 50 col. Fig. Stuttg. u. Leipzig . Aloph.