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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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1275
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A. Tracht. England. Kleidung d. Männer; d. Weiber ("1700—1815 ff.). 1275

„'Tis the fashion to totter and shew you can fall ;

Throw modesty out from your manners and face,

A-la mode de Franqois, you’re a Mt for his gface .“

Jene „englische“ Vereinfachung nun, so wie auch die damit verbun-dene Eigenbeschaffung von neuen Formen, beschränkte sich seitens dermännlichen Bekleidung noch bis zur Mitte des Jahrhunderts einerseits nurauf Verminderung der mannigfach reichen Zierbesätze, anderseits auf Heraus-bildung des vorn schräggeschnittenen „frock,“ des längeren (Reit-) Rocks,„ riding-coat ,“ der hohen Gamaschen oder „ gaiter ,“ und auf eine Verän-derung der Perrücke {„’periwig“). Einer der Ersten, welche es wagten Handan die Perrücke zu legen, war der leichtlebige Harry, Viscount von Boling-broke. Erwählte statt der „Wolkenperrücke“ die hinterwärts aufgebundene,einfachere „Knotenperrücke.“ Als er damit bei Hofe auftrat, bemerkte dieKönigin Marie, er gedächte wohl demnächst mit einer Nachtmütze zuerscheinen. Die Folge dieses Tadels war, dass seine Anhänger sich so-fort die gleiche Perrückentracht aneigneten, und mithin nun diese sichum so schneller verbreitete. — Schon bald nach den fünfziger Jahrenindessen, mit der wachsenden Hinneigung zu der mehr unabhängigenGestaltung, gewannen dann auch die Formen im Einzelnen an Eigen-heitlichkeit. Es äusserte dies sich nun hauptsächlich in der allmäligenFortbildung des vorn abgeschrägten Frack zu dem einfachen eckigenFrack, dem auch in Frankreich aufgenommenen hier sogenannten „fracä l’anglais, a und in der zum Theil eben dadurch mitveranlassten Wand-lung der Weste, so wie auch in der (späteren) Aneignung des steifenwalzenförmigen Huts. In solchem Vollzüge, der im Uebrigen ohnegrössere Abschwankungen, weder im Ganzen noch selbst im Einzelnen,spätestens bis gegen Ende der siebenziger Jahre zum Abschluss gelangte,ward die Perrücke vor allem bedroht. Mit Ausnahme der Geistlichkeit,Gelehrter, Richter und Anderer, die sie noch immer als ein der Erschei-nung Würde verleihendes Mittel bewahrten, verminderte sich ihre An-hängerschaft in rascher Folge. Nächstdem dass die Perrücke an sichvon vornherein, wenigstens eben im Allgemeinen, an Umfang beständigeinbüsste, nahm jene in dem Maasse ab, dass im Jahr 1764 die Per-rückenmacher von London an Georg III. die Bitte stellten, dass dieRegierung dem Parlamente ein Gesetz vorlegen möge, welches das Tra-gen der Perrücken, da solches zur Erhaltung ihrer Beschäftigung uner-lässlich nothwendig, allgemein verordne. Der Puder dagegen blieb imGanzen bis in die achtziger Jahre üblich. In noch weiterem aber kameninzwischen, abgesehen von Besonderheiten, die sich mehr im Grossenverloren, so im Jahr 1762 Rundhüte mit eigenen, bis zu sechs Zollbreiten Krempen auf, welche zwischen den älteren Hüten, dem vorn undhinterwärts je im Halbkreis breit aufgestülpten „ Kevenhuller “ und dem