1276 IV- D a s Kostüm vom Beginn des 18. Jahrhunderts bis auf die Gegenwart.
„Quäkerhut“ gleichsam die Mitte hielten, und ferner, seit den sieben-ziger Jahren, zunächst hauptsächlich als Reitkleidung, die ganzen engenPantalons nebst glatten oder gestülpten Stiefeln, und der mehr mantel-artige, vielkragige Ueberrock oder „camck“ (S. 1245).
Seitens des weiblichen Geschlechts äusserte sich die gleiche Rich-tung stets vorwiegend in der Behandlung des Haars nebst Kopfputz,des Rocks oder „petticoat ,“ und in durchgängigerer Beseitigung derSchminke ( v paint u ); am wenigsten am Leibchen („ waistcoat “), das sichin seiner einmal herkömmlichen Gespanntheit mit Hartnäckigkeit be-hauptete. Obschon in beständigem Anschlüsse an die französischen Vor-gänge, bewegte dies alles sich fortgesetzt, im Verhältniss zu letzteren,in bestimmter Maasshaltigkeit: So rücksichtlich des ersten Punkts inminder auffälligen Anordnungen, und in Anbetracht des Rocks in einermehr dem Bau des Körpers entsprechenden Gestaltungsweise, wie dennhauptsächlich, mehrentheils selbst unter Aufgeben des Reifengestells{„hoop“), durch Verminderung des Umfangs. Hierbei blieben besondersbeliebt, mehr abweichend vom französischen Geschmack (S. 1214), bisnach der Mitte der vierziger Jahre die vorn herab sehr breit offenen(Ober-) Roben und lange, diese Oeffnung fast gänzlich bedeckende Vor-schürzen („aprons ( ‘)j desgleichen weite Haibermel mit ziemlich breitenAufschlägen, hochgehende Brusttücher, am Halse vermittelst eines schma-len Umknüpftuchs leichthin geschlossen, einfache shawlartige Schulter-umhänge, an ihren nach vorn zu tragenden Enden bisweilen mit kleinenQuasten besetzt, und, nächst mässig mit Spitzenwerk und Schleifen aus-gestatteten Häubchen, kleine flache Rundhüte. — Eine solche strengereGemessenheit, wozu überdies eine Vermeidung von auffälligen Schmuck-sachen kam, währte gleichmässiger jedoch nur bis kurz nach der Mittedes Jahrhunderts. Schon im Verlauf der sechziger Jahre gewannen auchinnerhalb dieser Richtung die französischen Gestaltungen in ihrer vollenEigenheit ein beträchtliches Uebergewicht. Es beruhte dies wesentlichmit auf den von Frankreich seit dieser Zeit stark beeinflussten englischenModezeitschriften, so wie auch darauf, dass dahin einschlagende franzö-sische Schriften ins Englische übersetzt wurden. 1 Die Mehrzahl indessenkehrte allmälig wiederum dahin zurück, diese Formen zu beschränken,auch sie, ähnlich wie die seitherigen, zu anglisiren, oder von ihnen dochnur die an sich einfacheren aufzunehmen. Freilich hatte dies immerhinzur Folge, dass auch die so gewonnenen Formen im Ganzen dennochjenen glichen. Und so denn fanden von den in Frankreich zeitläufigenGestaltungen in eben nur derartiger Ermässigung, nun fast durchweg
So unter Anderem G. Bickham. The Ladies Toilet, or the Art of Head-dressing in its most Beauty and Extent. translated from the French of Sieur LeGroos, the inventor and most eminent professor of that Science in Paris . Lond. 1768.