A. Tracht. Amts-Abzeichen; im Allgemeinen (1700 — 1815 ff.). 1313
wie aus dem siebenzehnten Jahrhundert, nebst völlig zeitläufigen Ge-staltungen, mithin eine Amtsgarderobe von wirrstem theatermässigemGepräge. So trugen: 1 1. Die Mitglieder des „Conseil des Cinq Cent,“eine bis auf die Füsse reichende, faltige weisse Tunic mit ganzen, mässigengen Ermeln, unten herum mit Gold gestickt; eine blaue Hüftschärpe,einen rothen Schultermantel, rechts offen und links aufgenommen, mitblauer Verzierung eingefasst; das eine wie das andere von Wolle, undeine ziemlich rundwulstige Kappe („toque“) von dunkelblauem Sammet,unterhalb mehrfach senkrecht geschlitzt und darunter roth ausgepufft.2. Die Mitglieder des „Conseil des Andern,“ die gleiche Tracht demSchnitte nach; die Tunica blau-violet, ringsum in roth verziert, dieHüftschärpe scharlachroth, der Mantel weise mit roth besetzt und dieKappe blau mit weiss. 3. Die Mitglieder des „Directoir Executif (alsgewöhnliches „costume“) ein bis zur Mitte der Oberschenkel reichen-des, weisses Unterkleid, längs den Kändern mit Gold verbrämt, vorn-herab offen, oberwärts mit umgeschlagenem blauen (Brust-) Kragen;eine blaue Hüftschärpe in goldenen Tressen endigend; ein vorn weitge-öffnetes (schaube-ähnliches) Uebergewand, roth mit weiss unterfüttert, bisetwas über die Knie reichend, längs der Oeffnung breit umgeschlagenmit ganzen ziemlich engen Ermeln, die Ränder und so auch die Umschlägemit Goldstickerei besetzt, einen breiten aufliegenden Halskragen mitGold verbrämt; ganze weisse enge Tricots; schwarze Schuhe mit blauenSchleifen, einen schwarzen aufgeklappten Rundhut mit den dreifarbigenFedern, und ein goldenes römisches Schwert; (als grosses „costume"):theils ebenso, nur das Uebergewand in Blau, theils einen vorn offenendunkelblauen Ueberrock mit engen Ermeln und weissem Aufschlag, eineweisse Hüftschärpe und einen karminfarbnen Rückenmantel; dies Alleslängs den Rändern sehr reich mit in Gold gestickten Palmetten, Lor-beeren und dgl. geschmückt. 4. Der „Secretair “ des „Directoir Executifeine dem gewöhnlichen „costume“ der Directoren ganz ähnliche Kleidung,nur durchaus schwarz, mit schwarzem Besatz. 5. Die „Ministres die gleiche Form, jedoch das untere Gewand, so wie beim oberen Ge-wände das Futter und die Aufschläge hochroth, längs den Kanten inSchwarz verbrämt, die Hüftschärpe weiss mit goldenen Tressen, die
1 S. die vorzüglichen farbigen Abbildungen in Folio: „Dessind et gravd äl’eauforte par Chataignier. Ddpose & la Bibliotkeque nation. A Paris chezl’Auteur;“ dazu (An 4 n>o de la Republique franqaise 1796) Costumes des R6-prdsentans du Peuple, Membres des Deux Conseils, du Directoiro Exdcutif, etc.Dont les dessins originaux ont dtd confies par le Ministre de l’Intdrieur auCitoyen Grasset S. Sauvour; gravees par le Cit. Labrousso, artiste deBordeaux, connu par ses talens, et coloriea d’aprös naturo et avec le plus grand soin.Chaque figure ost accompagnee d’une notice historique. A Paris, chez Deroy. 8°.
Weiss, Kostümkunde. m. 83