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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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1320 IV. Das Kostüm vom Beginn des 18. Jahrhunderts bis auf die Gegenwart.

Jahre 1699. Auch ward nun, mit in Folge eben solcher Verbreitung,dies Gewehr an sich noch bedeutend vervollkommt, was denn zugleichden noch sonst üblichen Schusswaffen, wie den Büchsen und den haupt-sächlich von der Reiterei geführten Karabinern und (Sattel-) Pistolen zuGute kam. Im Jahre 1745 liess der Marschall von Sachsen versuchs-weise verschiedene Gewehre fertigen, bei denen die Kugel von untenher durch Federdruck eingeführt ward, was jedoch keine weitere Nach-achtung fand. Upd ira dritten schlesischen Kriege wurden durch denhannoverschen General Freitag statt der bisher an einem Ende breitenLadestöcke, die beim Gebrauch umgekehrt werden mussten, die cylind-rischen Ladestöcke erfunden, und diese zunächst von der preussischenArmee im Jahre 1773 allgemein angenommen. Eine durchgreifendeWandlung verursachte dann erst wiederum die Erfindung desPer-cussionsschlosses, mit welcher der Schottländer Forsyth im Jahre1807 hervortrat. Doch ging dessen Verbreitung langsam, und allge-meiner erst seit dem Jahre 1831 vor sich, nachdem es immer zweck-mässiger, so bis um 1818 von Freias in Frankreich und Hüll in Eng-land, und bis um 1821 von Gossel , Lepage, Pichereau, Blanchard u. A.durchgebildet worden war.

Die Gesammtausstattung der Truppen schritt mit der zu-nehmend künstlicheren Ausgestaltung des Heerwesens, mit der Ver-mehrung der Truppengattungen und deren stets weiteren Gliederung,unter beständigem Wechsel im Einzelnen rasch und immer rascher vor, 1

1 Da eine beschreibende Darstellung solcher Fortgestaltung nicht wohlthunlich ist, so möge, wenn eben auch nur zur beispielsweisen Veranschau-lichung derselben, ein Hinweis auf folgende Werke genügen: i. Frankreich :

G. Chöre au. Nouveau Recueil des Troupes qui forment la Garde et Maisondu Roy etc. Paris 1756. Fol. Hartinet. Galerie militaire. Paris 1815. II. Bel-langö. Die Soldaten der französischen Republik und des Kaiserreichs. Leipzig 1843. E. Marco de St. Hilaire. Geschichte der Kaisergarde. M. Illustr. von

H. Bellangö. Leipzig 1848. Eug. Tieffö. Geschichte der Fremdtruppen imDienste Frankreichs von ihrer Entstehung bis auf unsere Tage, sowie aller jenerRegimenter, welche in den eroberten Ländern unter der ersten Republik unddem Kaiserreiche ausgehoben wurden. Deutsch von S. de Cameville. München 1860. De Villain. Larmöe Fran^aise. Paris . 2. Deutschland (und Ostreich):H. F. v. Fleming. Der vollkommene Teutsche Soldat, welcher die gantzeKriegs-Wissenschafft u. s. w. ordentlich und deutlich vorträgt u. s. w. Mit vielenhierzu dienenden Rissen und Kupfern. Leipzig 1726. Fol. Die Armee Frie-drichs des Grossen in ihrer üniformirung; gezeichnet und erläutert von Adolph Menzel . Berlin 1851. 2 Bde. (Hauptwerk). Heilmann. Die Kriegskunst derPreusBen unter Friedrich dem Grossen. Leipzig u. Meissen 1860. Uniformender ganzen preussischen Armee. Bei Schiavonetfi Berlin 1806. L. Wolf. Ab-bildung der neuen königl. Preussischen Armee-Uniformen, nach der Natur gez.1809 bis 1816. F. Hammer. Das preussische Heer in seiner gegenwärtigen Uni-formirung. M. 30 col. Tafeln. Berlin (o. J.). E. Rabe, Uniformen.deB Preus-