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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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1362 IV. Das Kostüm vom Beginn des 18. Jahrhunderts bis auf die Gegenwart.

richtung und das damit wiedererwachende Gefühl für Natur und Natür-lichkeit (S. 1164), traten einem so regellosen, widernaturgemässen Ge-präge immer entschiedener entgegen. Schon Madame de Pompadour wollte sich, als bereits ein Kind dieser Richtung, mit solcher Form-behandlung nur noch schwer verstehen. Bei ihren zahllosen Aufträgen

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von Prachtgegenständen aller Art, 1 wies sie die damit betrauten Künstlernicht selten darauf hin, sich doch mehr innerhalb der Grenzen des Natur-gemässen zu bewegen. Solche Mahnungen mehrten sich. Indessen wardas Auge von dem Natürlichen doch viel zu sehr entwöhnt, als dass esdafür auch sofort das Verständniss hätte gewinnen können. Dazu be-

1 Vergl. E. Campardon. Mad. de Pompadour et ia cour de Louis XV.Suivi du catalogue des tableaux etc. vendus apres la mort de Mad. de Pom-padour. Paris 1867. Die Auetion ihres Inventars, das nächst mehren Millionenihr Bruder, der Marquis de Marigni, erbte, währte über ein Jahr.