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3 (1872) Geschichte der Tracht und des Geräthes vom 14ten Jahrhundert bis auf die Gegenwart / von Hermann Weiss
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1366
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1366 rV r - Das Kostüm vom Beginn des 18. Jahrhunderts bis auf die Gegenwart.

Anderseits gewann das Bestreben nach Wiederbelebung antiker Formüberhaupt doch eine im Ganzen festere Richtung. Auch darin schritt ir England voran, wo die eben dahin

abzweckende Bethätigung schon zuAnfang der fünfziger Jahre ein soentschiedenes Gepräge erreichte, dasshier bereits zu dieser Zeit das imseitherigen Geschmacke angefertigteMöbelwerk geradezu alsFrenchbezeichnet ward. Dieses Geprägeselbst freilich macht in seiner vor-erst noch gewissermassen mehr er-zwungenen Geradlinigkeit, und erstnoch äusserst losen Verbindung vonantikisirenden Einzeltheilen, zumalbei der nur zu fühlbaren absicht-lichen Verleugnung der gewohntenFormengebung, eine starre, höchsttrockene Wirkung. In den übri-gen Ländern, die hierin bald folgten,vollzog diese Wandlung sich ziemlichlangsam. Wie sehr auch das Be-streben zunahm, auch in diesemBetriebszweige der neuen Richtungdurchaus zu entsprechen, und auchobschon gerade das Gemöbel, zuFolge seiner wesentlich zweckdien-lichen Grundgestaltung, dem mehrsei-tig entgegen kam, blieben die seit-herigen Formen nichtsdestowenigervor allem dafür auf längere Zeit hinmitbestimmend. Es ergab dies einMischgepräge, bei welchem die letz-teren ihr Eigenwesen nur sehr all-mälig einbüssten, ja auch dann nochmehrfältig, in nur eben derartigerAbschwächung, ihre Rolle fortspiel-ten. So vorherrshend bei den Sitzen;schon weniger, wenn immerhin nochmerklich genug, bei den Commodenund einzelnen ihnen ähnlichen Schiebladenkästen; am wenigsten bei denTischen und Schränken. Die Sitze insbesondere vermochten sich von