B. Gterüth Darstellungsform im Allgemeinen (1804—1815 ff.).
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gebenen, theils selbst barrocken Einzelzierrathen, und in Deutschland unter Mitverwerthung von mancherlei Einzelgestaltungen, die recht antikgemeint waren, zumeist von sehr nüchterner Durchbildung.
Hiermit denn aber sollte auch diese Richtung sich ausleben. Schonbegann in Frankreich selbst bei einzelnen höher begabten Künstlern dasGefühl für deren Leere, bei ihnen vorzüglich im Wiederhinblick auf dieungemeine Fülle und Lebensfrische der „Renaissance,“ in einemGrade zu erwachen, der sie bestimmte diesen Styl von neuem weiter zugestalten, während anderseits die inzwischen und fortdauernd genährte
Fig. 418.
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Kenntniss der altgriechischen Ueberreste, und das nun dadurch ge-weckte Bestreben in ihrem Geiste sich zu bethätigen, nicht minder davonablenkte (vergl. Fig. 418 ). In Frankreich trat dem, nach jener Rich-tung, sowohl auf dem Gebiete der Baukunst als auch auf dem der Ge-räthbildung, vor allem Charles Percier (1764—1838), und nach dieserRichtung in Deutschland , ebenfalls auf beiden Gebieten, insbesondereC. Schinkel (1781 — 1841) auf das nachhaltigste entgegen. Wie Percier,in Italien gebildet, die edelen Formen der „Renaissance“ und desrömischen Alterthums hauptsächlich wiederbelebte, und Schinkel diegriechischen Formen vorwiegend zu neuem vollen Leben erhob, Beidesich überdies aufs vielseitigste bethätigten, so auch waren wesentlichsie es, welche die Erstarrung lösten, und in selbstschöpferischem Vorgehendiese Wege so geistvoll und fest anbahnten, dass ihre Wege auch imAllgemeinen als maassgeblich eingehalten blieben.