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[Textheft.]
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VII
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Einleitung.

Unter Spitzen verstehen wir jene luftigen, textilen Gebilde, diedurch Umwinden und Verknüpfen, Kreuzen und Flechten von Fädenhergestellt werden.

Es sind demnach zwei Hauptgruppen zu unterscheiden: genähteund geklöppelte Spitzen, je nachdem dieselben mit der Nadel oder durchKlöppel gearbeitet werden. Am Schlüsse werden noch eine Reihe vonverschiedenen Arbeiten berührt, die teils schon vor der eigentlichenSpize existierten, teils parallel mit derselben sich entwickelten.

Das Alter der Spitze lässt sich durch die Anordnung ihrer Musterannähernd bestimmen, doch treten weitere äussere Merkmale ergänzendhinzu. Vom 16. Jahrhundert bis zum Anfänge des 17. Jahrhundertsfinden sich Fries und Zacke miteinander verbunden. Im Laufe des17. Jahrhunderts löst sich die bisherige Verbindung. Das Muster bildeteine einheitliche Komposition. Es entstehen grosse, bogenförmig ab-schliessende Zacken oder breite Flächen mit kräftigen Ranken. Relief-partien und feine zierliche Zutaten machen sich in der spätem venetia-nischen Spitze bemerkbar. Gegen das Ende des 17. Jahrhunderts wirdder Grund, der bisher weitlöcherig war, enger, etwa in der Grösse vonHonigzellen, verdichtet sich im 18. Jahrhundert noch mehr. Die älternSpitzen sind aus gröberem Material, die des 18. Jahrhunderts sind ausfeinerem Faden gefertigt. Der Grund dürfte darin liegen, dass dieSpitzen bis gegen das Ende des 17. Jahrhunderts glatt getragen, späteraber als Krausen Verwendung fanden.

Wer sich mit Spitzenkunde beschäftigt, wird von der Mannigfaltig-keit der Benennungen überrascht sein, die sowohl in den alten Muster-büchern wie in der heutigen Literatur uns begegnen.

Im 17. und 18. Jahrhundert, als die Spitzenproduktion sehr ange-wachsen war, finden sich in Italien vielfach Ortsnamen als Bezeichnungengewisser Spitzenarten: Venedig, Mailand, Genua .... Mit der Mono-polisierung der Spitze durch Colbert tritt die nämliche Erscheinung auchin Frankreich auf: point de France, Alent^on, Argentan .... Es ist