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Die Militärausgaben der schweizischen Eidgenossenschaft / Ulrich Wille
Entstehung
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Vielenorts hört man bei uns die Ansicht aussprechen, dasAusgabenbudget der Militärverwaltung sei allzu hoch und die Ver-treter des Volkes ständen vor der Frage, ob eine weitere Erhöhungdesselben gestattet werden dürfe!

Auch ich kann es nicht unberechtigt linden, wenn untersuchtwerden will, ob und wie dem weitern Anwachsen der Militär-ausgaben Schranken gesetzt werden sollen. Zu dieser Ansichtveranlasst mich aber nicht die unrichtige Annahme, dass für dieKräfte unseres Landes das Militärbudget zu hoch sei oder jeneandere, dass andere Pflichten des Staates dadurch zu kurz kommen,oder schließlich überhaupt die törichte, dank ihrer Trivialität soallgemein verbreitete Doktrin der Nationalökonomen des Manchester-tums, dass die Ausgaben für das Wehrwesen für das Volk un-produktive seien. Zu dieser Ansicht bin ich veranlasst durch dieUeberzeugung, dass die kriegsmäßige Tüchtigkeit unserer Armeenicht auf der Höhe dessen steht, was sie kostet. Ich begrüße es,wenn die verantwortlichen Mandatare des souveränen Volkes, dieMitglieder der eidgenössischen Räte, für einstweilen keine weitereErhöhung der Militärausgaben beschließen, in der Erkenntnis, dassdie Vermehrung der Wehrfähigkeit des Vaterlandes nicht durchGeld allein oder durch Geld in erster Linie erreicht werden kann,sondern vielmehr, dass zuerst jene Grundlage der Wehrverfassunggeschaffen werden muss, welche gestattet, die verausgabten Summenihrem Zweck voll und ganz dienen zu machen.

Wenn die gesetzgebenden Räte uns unser Militärbudget be-schneiden, aber gleichzeitig eine Revision der Militärverfassungmit ihren mittelalterlichen Zuständen herbeiführen, so werden sie