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wie wir es noch heute nicht besitzen; denn noch heute zieren ja 25 verschiedenekantonale neben der eidgenösischen Kokarde die Käppi unserer Armee, wenn sie sichschon nicht mehr aus Kontingenten der löblichen souveränen Stände zusammensetzt!Unsere vier farbigen Bilder stellen die wichtigsten Uniformen dar. Auf dem ersten istder Fähnrich einer Freikompagnie des Stadtbezirkes und ein Trommler der Landmiliz,wie sie ungefähr ums Jahr 1720 ausgesehen haben. Der Fähnrich trägt noch diepannerartige, schräg blau-weiß geteilte Fahne. Leider lassen uns über die Fahnen diezürcherischen Kriegsratsprotokolle fast ganz im Stich, nach bernischem und französischemMuster habe ich aber angenommen, daß besonders im Stadtquartier um 1720 nochdie Pännerfahnen, wie sie unser Bild gibt, getragen wurden; die geflammten mögenin den 30er und 40er Jahren allgemein aufgekommen sein. Die erste mir bekannteAbbildung einer geflammten Fahne bei den Zürcher Cruppen ist ein Stich, darstellendden Einzug der Zürcher und Berner in Melligen im Zwölferkrieg; dagegen ließen dieGrüniger noch 1690 eine neue grüne Pannerfahne mit dem weißen Löwen machen.Der Trommler trägt die „kivrée“ nach dem Beschluß vom 3. Juni 1713, die brauneHolztrommel ist nur mit einem kleinen Standeswappen geschmückt, denn die blau undweiß geflammten Trommeln wurden wie in Bern erst um die Mitte des XVIII. Jahr-hunderts Ordonnanz. Als Kuriosum möchte ich erwähnen, daß diese geflammtenTrommeln eine schweizerische Eigentümlichkeit sind, in Frankreich nannte man sie „ondéà la suisse.Das zweite Bild bringt einen Pörtlergrenadier in seiner kleidsamen, bunten Trachtund einen gemeinen Konffabler im düstern grauen Rock nach dem Beschluß von 1749.Unverkennbar ist beim Grenadier der Einfluß der preußischen Vorschriften, der Kanonierdagegen zeigt mehr Anklänge an französischen Schnitt. Beide sind im Feldanzug, demJünger der heiligen Barbara fehlt nur das Zündpulverhörnchen.Auf dem dritten Bild erscheint die Reiterei; die blauen Dragoner sind die gewöhn-lichen Landdragoner, die roten aber stellt ausschließlich der Bezirk Kyburg-Turbental,als Ehrengedenken an jene rote Kompagnie, die 1712 unter ihrem Führer Meyersö tapfer kämpfte.Zum vierten Bild endlich hat uns wieder einmal der Maler Feyerabend den Vor-wurf geliefert, indem er den behäbigen Fidemajor Salomon Ruppert und den Scharf-schützen- oder Jägerfeldweibel Peter Bieller während ihres Aufenthalts in Basel abkanterfeite. Den Artilleriehauptmann hat der Zeichner genau nach der Ordonnanzvon 1770 gezeichnet. Am 31. Mai 1792 zog das 193 Mann starke Zürcher Kontingentdem bedrängten Basel zu und deckte die Grenzen. Die 1428 Mann eidgenössischeZuzüger bildeten zwei Bataillone; den einzelnen Waffengattungen nach stellte Zürich 150 Mann Infanterie, 25 Scharfschützen, 14 Artilleristen und 4 Ordonnanzreiter. Im