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Das bernische Heerwesen im XVIII. Jahrhundert.Das Beer des XVIII. Jahrhunderts beffeht im wesentlichen aus denselbenBestandteilen, wie das moderne. Die Hauptwaffe Infanterie und die Spezial-waffen Kavallerie und Artillerie waren schon vor 200 Jahren kriegstüchtigeSbernische Truppen, während allerdings das Fuhrwesen, das genie und dieGesundheitstruppen noch in den Windeln lagen und erst durch die eiferne Hand Napoleons so ausgebildet wurden, wie sie bis in die Mitte der vergangenen hundert Jahre bliebenDen großen Abstand aber vom Volksheer, das den Burgunderherzog schlug, zum Milizheer, das drei Jahrhunderte später der französischen Trikolore unterlag, diesen Abstandkönnen wir erst ermessen, wenn wir an Hand der Geschichte seine Entwicklung ver-folgen.Die 20.000 Schweizer , die die Burgunder vernichteten, setzten sich zusammen ausüber 100 Kontingenten, von denen jedes sein Feldzeichen hatte und je nachdem Panneroder Fähnli hieß. So erstürmte das Thuner- an der Seite des Entlebucher-Panders denGrünhag vor Murten , während mit dem bernischen Stadtpanner die Fähnli von Rarberg,Nidau und Wangen zogen. Eine Einteilung in bleibende, gleich starke taktische Ein-heiten war unbekannt, höchstens bildete man vor der Schlacht mehrere Beerhaufen,die getrennt fochten.Während der folgenden 50 Jahre Großmachtspielens kamen die Schweizer Söldnerin aller Herren Ländern herum. Von den Franzosen und Lansknechten lernten sie dietaktische Gliederung des Beeres, nach Pavia und Marignano zwang sie die innereSpaltung infolge der Glaubensteilung zur Neutralität. Zur Verteidigung des heimischenHeerdes schien ein Teil der ganzen wehrtähigen Mannschaft zu genügen. So trug Bern als erster Ort den neuen Verhältnissen Rechnung und bestimmte schon 1560 einen erstenbleibenden „Ufbruch“ oder Auszug von 6000 Mann, der 1598 fest organisiert und in13 gleich starke Abteilungen oder Fähnli geteilt wurde.Damit beginnt die Zeit der Auszüger als Uebergang zum modernen Heer. Bis1628 wurden drei bleibende Auszüge errichtet, seit 1609 wurden vier bis fünf dieserFähnlein von je 400 Mann, in die ein jeder der Aussüge zertiel, zu Regimentern ver-einigt. Im erstern Jahr endlich bestimmten die Kriegsräte auf Anraten des Hans Ludwigv. Erlach von Kaffelen die Stärke der Fähnlein oder Kompagnien, wie sie später hießen,auf 200 Mann, ihre Anzahl auf 66 und teilte sie in vier deutsche und zwei welscheAuszügerregimenter ein. Auszugpflichtig war jeder haushabliche Verheiratete, er dientein seinem Regiment vom Jahre seiner Verheiratung an so lange als er wehrfähig war.Neben diesen 13,200 Auszügern aber gab es wenigstens noch 25,000 nicht im Auszugeingeteilte Wehrpflichtige („übrige Mannschaft“), denn zwischen dem 15. (später 16.) und60. Altersjahr war jeder, der Watten tragen konnte und durfte, in den Mannschaftsrödelneingeschrieben. Es scheint merkwürdig, daß der besetzgeber gerade die Verheirateten