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Schweizer Militär vom Jahr 1700 bis auf die Neuzeit / A. Pochon und A. Zesiger
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26
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zu Auszügern, d. h. in denjenigen Teil des Heeres nahm, der zuerst die Waffenergreifen mußte. Das erklärt sich aber aus dem weit verbreiteten Fremdendienst, derzu jener Zeit öfter mehr als 10,000 Berner ins Ausland lockte. Die jungen Ledigenlernten das Kriegshandwerk jenseits des Juras, der Alpen oder des Rheins und ließensich erst dauernò im Lande nieder, wenn sie einen eigenen Hausstand gründeten. Soersparte sich der Staat die Rekrutenschule und hatte doch ein verhältnismäßig geübtesheer. Der große Nachteil war bei diesem System, daß selbstverständlich der behäbigeHausvater ungern längere Zeit ins Feld zog, und besonders im Feindesland ein garunzuverlässiges Werkzeug war, das ausgezeichneter Führung und des steten gutenBeispiels von oben bedurfte. Fehlte es oben, dann war der Aussüger schneller als etwaein Lediger bereit, seine kostbare Haut zu retten; so wurden am 24. Januar 1656 beiUilmergen 7000 Berner von 4500 Katholischen mit leichter Mühe geschlagen, weil derGeneral in Lenzburg tafelte, und mehrere höhere Offiziere in schmählicher Weise ihrePflicht vernachlässigten. Fünf Jahre später leitete dennauch die Regierung eine neue Periode ein mit derAushebung von Ausschlüssen. Bevor wir aber auf diesenzweiten Abschnitt eintreten, müssen wir noch einen Blickauf die andern Waffengattungen werfen.Von jeher waren Artillerie und Reiterei unbedeutenöin der Schweiz , und bei Hilfsverträgen bedang sie sichstets diese beiden aus, so in den Burgunderkriegen vonLothringen Reisige und im Schwabenkrieg von Frank-reich Artillerie. Die Städte Basel, Zürich und Bern besaßen zwar bald eigene beschütze, Büchsen genannt,aber noch tief im XVI. Jahrhundert wäre in der ganzenSchweiz schwerlich ein Dutzend große Stücke aufzutreibengewesen. Bern war mit Artillerie von Anfang an ordent-lich versehen, und die Handwerker aus der Hauptstadtwurden mit Vorliebe bei den Büchsen verwendet; eineorganisierte Waffe aber waren die Büchsenmeister nochnicht, denn die Schützenbedienung war eine Kunst. Erstim Jahr 1638 finden wir einen Anlauf zur Bildungeines Artilleriekorps, zu Ende der 50er Jahre größereNicht viel besser stand es mit derGeschützgüsse. —Reiterei. Durch die Eroberung der Waadt waren zwarneben den aargauischen nun auch die welschen Vasallenzur Stellung von gepanzerten Berittenen verpflichtetworden, so daß Bern zur Zeit des Krieges mit Lu-zern etwa über 300 Berittene verfügte. Ungeübt undInfanterieoffizier nach Ordonnanz 1760/66.schwerfällig wie sie war, nützte aber auch sie nichtOriginal im historischen Museum in Bern .