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Schweizer Militär vom Jahr 1700 bis auf die Neuzeit / A. Pochon und A. Zesiger
Entstehung
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52
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oft seitlich mit Lederstreifen, stets hinten mit Schnalle zum Engermachen; das schwereDing wird auf dem Kopf festgehalten durch ein ledernes Sturmband oder durch Sinn-schuppen. Röke oder gar uniformen aus dieser Zeit sind seltener als Stücke aus demXVIII. Jahrhundert; kein einziger Frack entspricht genau der Ordonnanz; namentlich anReihen eng aneinander gesetzter Knöpfe konnte man sich nicht genug tun.Die kantonalen uniformen einzeln aufzuzählen, würde den Rahmen dieses Werkesweit überschreiten. Es muß genügen einzelne Cypen auszuwählen, um wenigstens diegroßen Züge zu geben ; die reichhaltigste Sammlung aus dieser Zeit besitzt das schwei-zerische Landesmuseum in Zürich , das bernische Museum besitzt die bernischen Uniformennahezu vollständig, ebenso die basler Sammlung für ihren Kanton. Die übrigen kleinenMuseen pflegen die Uniformen nicht stark zu berücksichtigen, eines der reichhaltigstenist der Rittersaal in Burgdorf .Folgende Uebersicht möge daher genügen:Die Artillerieuniform ist in allen Kantonen, welche diese Waffe rekrutieren, dunkel-blauer Rock mit roten Verzierungen, dunkelblaue Weste und Hosen, gelbe Knöpfe,gewöhnlich mit zwei gekreuzten Kanonenrohren. Rock stets zweireihig, auf den Rock-flügeln Granaten. Kopfbedeckung Tschako.Die trainröcke ähneln der Arfillerieuniform, unterscheiden sich gewöhnlich von ihrdurch einen dunkelblauen statt roten Kragen.Die Farbe der Kavallerie ist grün, mit karmin - oder rosenroten Verzierungen, Knöpfemeist weiß, Rock stets zweireihig, Kopfbedeckung Cschako oder Dreispitz. Der WaadtländerChasseur à cheval ist in Grün mit Gelb und Rot „à la huffarde“ gekleidet.In der ganzen Schweiz mit Ausnahme der Kantone Zürich und Aargau ist seit 1803die Infanterie dunkelblau gekleidet; in Bern, Basel, St. Gallen und Thurgau sind dieUerzierungen hellblau, in den übrigen Kantonen rot, Knöpfe stets weiß. EinreihigeFräcke sind in Zürich, Bern, Luzern, Glarus, Appenzell und im Waadtland Ordonnanz ,die übrigen Stände schreiben zweireihige vor. Aus der Innerschweiz und aus Graubünden besitzen wir keine Ordonnanzen ; fast mit Sicherheit dürfen wir aber einreihige dunkel-blaue Röcke annehmen, ob rot, hellblau oder vielleicht sogar gelb (Uri?) verziert, istungewiß. Zürich kleidete seine Infanterie in ganz hellblaue Röcke mit dunkelblauenUerzierungen wie vor 1798, Aargau in ein dunkles Bellblau mit Rot. Einer bernischenBesonderheit ist noch zu gedenken: Im Jahre 1803 suchte der Kriegsrat den bäuerlichenMilizen dahin entgegenzukommen, daß er das landesübliche Halblein als Uniformtuch (mitHellblau verziert) annahm; die Versuche werden schon 1804 als verfehlt bezeichnet, dochtreffen wir die Röcke sogar bei den Offizieren noch bis 1812. — Die größte Mannigfaltigkeit herrscht in den Kopfbedeckungen. Die Stadtkantone und die Westschweiz führen schonjetzt den französischen Tschako ein, Zürich und Bern dagegen den österreichischen Hutoder die Zeittafel, noch andere bleiben beim guten alten Dreispitz. Ordonnansen werden,wo sie bestehen, höchstens ganz läßig befolgt, einzig die Offiziere tragen vorherrschendden Dreispitz, daneben aber auch den Tschako.

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