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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Der Schweißern Apostel.

Predigt denHclveiiern-

Sein Ein-falt/ undDenuich-

Cap. g.

Deß Ar.Sons Gele.genheitund«rucht.»ahrkeit.

so an Schweitzerischen Gräntzen war;käme als ein rüstende Stimm in derWüste / lehrte öffentlich deß LandsInwohner / daß sie ihren fündigen Ab-göttischen Stand bedencken / und heyl-samme Büß den Weeg deß HErrenbereiten sollen: verwegen ermahnete eralle/und jede ernstlich/die grosse ange-bottene Gnad GOttes nicht zuver-säumen ; sonder ohn allen Verzug / zudem wahren ewigen GOtt/und Christ-lichen Glauben zubekehren : also /. daßste ihrem Abgött-und Teufflischen We-sen mit Hertzen / Mund / und Werckenabsagen / und gar Urlaub geben. Sol-che Erinnerung / und Lehr könte nichtso bald bey dem wilden Volck statt ha-ben/ verwunderten sich auch nicht wenigüber dife neu unerhörte / und seltzfam-me Predig deß Ausländischen ünbe-kanten Pilgramö / den sie zuvor niegesehen hätten / der auch so unverzagtdaher kam / auch in seinen Predigenohn underfchid der Persohnen / denArmen so fleißig als dem Reichen die-nend kein Gunst / Gelt / Gaben oderGut / sonder GOttes Ehr altern su-chere / und das Heyl der Seelen be-sürderte. Darneben merckten sie aufdessen Einfalt/ Demuth/und unstraffli-cheu Wandel / als der sich vor keinerBedrohung/Widerwertigkeit/und Ver-folgung entsetzte / dann der EyfferGOrtes / und das Reich Christi JE-su disem Prediger zuforderst anlage.Wohl disem Schweitzerischen Volck /welchem die Barmhertzigkeit/und Gnad(vor vielen andern Ländern/und Völ-ckern deß Deutschlands ) widerführe:das Wort deß Lebens vor andern zu-hören / und von einem solchen Predigerdie angcbottene Göttliche Lehr mitgläubigem Hertzen zufassen.

Es hat sich aber unser HeiligerSchweitzerischer Apostel Beatus mei-sten theils im Argöu/ welches man auchErgöu nennet / aufgehalten I und dadas H. Evangelium gepflantzet. DasErgöu aber begreifft in sich Lucern /Underwalden / Solothurn / Wlndisch /Baden / und andere umligende Oer-thcr mehr. Wird Argöu / und Latei-nisch Argovia , genant / von wegen deßfürnemmcn Fluß Arula, daß ist / dieAar. Welche vilen Stätten ihren Nah-men gibt/auch under Baden dieReußvon Lucern/und Limath von Zürchem-pfahet: und dann sammentlich bey Co-blentz in den Rhein fallet. Es lassetsich aber ansehen / unser Beatus t^abihm das Argöu sonderlich ausserwöh-let / darum: daß dises Land Volck-reich und bewohnet war / und deßwe-gen ein grosse Geistliche Erndte gäbe;darinnen Er das Wort GOttes seines

HErren desto nützlicher aussäen / undreichlich einbringen möchte. Dannnicht unbewußt / daß dises Land bißauf den heutigen Tag ein Fruchtba-ren Bodenhat/ vil Getreyd/und Obstrage / vilVieh ernehre / auch ein Ar-beitsamms / getreues/ und gegen Frem-den ein freundlichs Volck habe. Derhochgelehrt Herr Franciscus Guilli-mannus meldet in seiner Habchurgi-schen: auch tu seiner SchweitzerischenHistori/ das S. Beatus von dcmH.Apostel Petro sey zu den Schweißerngeschickt worden / nicht allein als einApostel / und Prediger / sonder habihn Beatum / nach dem S. Petruswider mit dem Äriegsvolck KäysersClaudij aus Engellanv kommen/ unddurch Helvetiam gezogen : zu einemBischofs dises Lands verordnet / undden Bischöflichen Stuhl gehn Win-dlsch / als die Hauvt-und sürnehmsteStatt im Argöu an Der Reuß gelegen/gesetzt: welchem auch andere beyfallen/und mir nicht mißfallt. So wäre esohn zweiffel ein sondere Schickung Got-tes / daß Beatus in dlsem Land seinApostolisch Amt am meisten verrich-ten / in demselben sein Leben verzeh-ren ; und sein hohes Alter beschlos-sen solte / wie diß folgends wird an-gczeig werden.

Es ist glaubwürdig GOtk habeVisen Beatum als ein herrlich scheinen-des Liecht auf ein Leuchter gefetzt /daß es allen in dem Hauß ( Helvetiagenant ) mit Worten und Exempelnvorleuchtete / sonderlich aber oen zu-künsttigen Predigern dises/ands einlebendiges Gottfeeligs Furbild vor-tragen solle. Wolan nach dem Ernun wie ein Posaun GOttes Wort /und willen mit heller Stimm verkünrdlgte; nicht allein mit der Zungen /heimlich / und öffentlich / sonder be-kräfftigt auch seine gethane Predig ge-waltiglich mit großen übernatürlichenWunderwerckcn: dann GOttes Hand /und Krafft thäte ihme Beystand / undwürckre wunderlich mit ihme; damitdie Ungläubige an seiner vorgerragnerLehr desto weniger zu zweiffeln hetten /und die Bekehrte durch die Wunder-zeichen mehr getrost / und gcstärckkwurden. Es war ja ein wunderbahr-lich Spectacul/ da sie öffentlich sahen /daß die unheylbahre/ und abscheulich«Siechen/ samt andern mit grossenGe-schwähren schafften Leutheu / durch S.Beatt Hand- Auflag/ also bald Rein/und Gesund wurden / in dem Nahmendes Herrn JEsu / daß auch die Blin-den wider sehend / und die Lahmen ge-rad wurden/ und frey wandelten ; derböse Geist könre auch vor ihm nicht be-ste-

l.ii> r, c. KHabsbur.Lib. j. c. rj.RerumHclvct

Cap. f.

Von frnffifseiner Pre,digen / und

Wunder.zeich«».