Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
Seite
17
JPEG-Download
 

der Bundenem Apostel.

DieDündt»n^r bettendie wildenHchjeu an-

»ndstyatft lein seeligmachenden Glauben / und inS 11 * was grossee Blindheit sie lebten/ die*' Geschöpft Sonn / und Mon / Feur/ undErden/ Martem/ Mercurium / undMajam anbetteten / und für ihre Göt-ter hielten: den wahren GOtt aber /und Erschaffer aller Geschöpften nichterkennten. Solche eyfterige Predi-gen thäte er zum öftteren mahl/ undbegehrte also die Welt von dem Hei-denthum auf Christum inbrünstig zu-weisen/ möchte doch bey vilen keinenoder ein kleine Frucht im Anfang ver-richten. Dann S. Emeritia gleich dar-auf zu Trimmis gemarteret worden;wie hernach gesagt werden soll.

c,p. f. Dieser Schwester Tod brachte demH. Lucio wenig Äümmernuß / undForcht / daß er nicht mit allem EyfterdasH. Evangelium hin/ und her inRhoetia verkündigte / und außwarffe:daß dann allezeit etwann ein Nutz/ undFrucht brachte. Zu einer Zeit kämemehr gesagter Heiliger an ein Ort Sy-lua Martis, des Abgotts Martis Waldgenant/ eben zu einem wilden grobenLölck / ihren Göttern nicht gar ungleich/welche die wilden Büffelstier anbetteten/und junge Kälber opfferien: und fürhoch achteten / so sie deren Ochsen ei-nem im Wald / oder herauß kommend/ersahen/ und mit ihren Opffern dannhinzu tieften / und ihr Thorheit verrich-teten. So Wild/ undungeheuraberwaren dise Pündtner / daß sie ihnen desH.Lucij Predigen / und Ermahnungenwenig zu Hertz? führtk/ja/daß noch mehrist/verfolgten sie ihn/ und stürtzten meinSvdbrunnen / auß deme er mit Gött-licher Krafft / ohne menschliche Hilft /herauß komme. Also- fiele er in feingewöhnliches Gebett / befähle GOTTdie blinden Heiden/ daß er solchegnä-diglich erleuchten / und die wilden Ab,götter zähmen wolle. Darauf die wil-de Waldbüffel sich bald erzeigten mitundergeschlagnen Häuptern / den Hei-ligen zunaheten/ und ihne liebkoseten/«m groß und als wären es junge Hündlein. Di-Wundcr- stn wilden Ochien bände er ein Joch' auf/ spannete sie in einen Karren/ dener mit eygnen Händen mit Holtz lude/und darvon nach Heymat/ da er her-kommen war/ führe/ ab dieser soseltz-samen Geschieht waren die Christenhöchlich auferbauet/ in dem Glaubengestärckt / und erfreuet. Die Heidenaber / und grobe Rhoetier verstumme-ten über die Massen/ das den Christendie wilden Thier gehorsammenten / spre-chend : Groß / und mächtig ist der Chri-sten G«tt/ deßwegen sich auch nichtwenrg bekehrten / geraufft wurden/ undGOtt mit rechtem Eyfter dieneren.

P. F, Murer, Dre H. SHweitz.

Von seinem Todt waren ein lan-ge Zeit zweyerley Meynungen / derender ein Theil vermeinte / daß S. Lu-cius von dem Römischen Landpflegecaufdem SchloßMarsoila um deß Christ-lichen Glaubens-Willen die Marter-Cron erlangt/ und gemarteret worden.Und der Meynung waren JohannStumphius / Johann Guter / und For-tunatus Sprecher: ( die doch in ihrerC hronicken von gantzer Rhoetia / mehrund fleissiger von ihren H. Land-Pa-tronen/ und Bischoffenhetten schreibenkönnen / so sie der Römischen Cacho,lischen Religion/ und Kirchen zugethangewesen) der ander Theil aber / undsi> der Sach fleissiger nachgeschlagen/beweisen daß S. Lucius in hohen Al-ter nach vil angewendet Mühe/ undArbeit/ und außgestandnen Verfol-gungen um des Nahmen JEsu willen/seeliglich im Fridcn verschiden. Unddaß wird durch R. Cassarcift Baroni-um inTomis Annalium, und Marty-rologio : P. Caniüum, Gullimannum ,Breviarium Augustanum approbiert.Und R. P. Christophorum Hartman»num Probst bey S. Gerold bewisen /und bestättiget; denen fallen bey Mar-cus Weiser von Augspurq / undP. Ma-tha:us Raderus S. J. In Bavaria sancta.Dise korrigieren sich selbsten / und be-kennen daß sie ihne vor disen für einMärtyrer gehalten haben / aber sie kön-tens hinfüro nicht beweisen. S.LucmsKönigstarbeden z. Tag Christmonats/um das Jahr zwey hundert vor oberwas nach/ nach der seeligmachendenGeburt unsers Heylands / und Erlö-sers JEfn Christi. Es ist auch mit-ler Zeit nach Erbauung der Statt Chukdifem HRHoetisch? Apostel Lucio zu Eh-r? ein Kloster auferbauen worden/ vonwelchem anderstwo Meldung geschicht.

Nun aber so seynd wol etlichever-handen/ die sagen daß unser Lucius som Grauen - Bündten/ Rhoetia/ undAugspurg/ auch anderen Orthen sichaufgehalten/ und das Evangelium ge-predigt habe / nicht der seye/ so dasKönigreich in Engelland verlassen / son-der seye von derselben Zert/ und vonCyrene gewesen/ ein Sohn deß altenSimonis Cyrenei / welcher Christodem Herren in seinem heiligen Leydendas Creutz nachgetragen hat / dessenin der Apostel - Geschichten cap. iz. ge-dacht wird/ so nachmahlen von denApostlen zum ersten Bischoft zu Cyre-nen gesetzt / und im Friden verschiden/dessen Fest den 6. Tag Maij gehalten.Andere setzen einen andern Lucium /dessen S. Paul in der Epistel an dieRömer cap. i6. gedruckt/ so nachmah-len BischoffLaodtccnsis oder OlympiaC bis

Cap 6

Ob © kH-riusgcmar-tmk wor-den.

Stirktii«hohen Al»m.

Op y-

UndcrschiS»

licheMev-

nungenvoa

Sk.