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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Zeicht gehnJerusalem/und lassetsich tauffcn.

Cap. j.

<5- UrßundVictor»eicht mitden Ihrig«aus WallisvonberLe.gion.

Iloül, tti

Von den HH.Urß/ und Victorn/ und ihren i.xvl. Gesellen.

genug thäte: Zöge darneben mit den an-deren in die H. Statt Jerusalem/daersich tauffen liesse / und käme von danenwider inkgypren mit einem neuen Geist/und Cyffer. Nachdem zöge Ursus mitsamt den seinigen in Italien gehn Rom /hörte was sein Obersten Mauritius nichtallein mildem Käyser/ sonder auch mitdem Heil. Papst/ und Märtyrer Mar-cellino handlete. Darnach als die The-bessche Legion von Rom in das Piemontreifere / hat auch S. Ursus die betrüb-te/und angefochtne Christen auf demWeeg tröstlich angesprochen / und siezu der Christlichen Gcdult freundlich er-mahnet/damit sie behertzter weren zu-gedulten die gegenwärtige Verfolgung/so die gantze Christenheit zu derselbenzeit nit wenig beleydigte / und betrübte.

Wir lesen bey den Alten Histori-schreibern/daß unser Ursus / und Vic-tor samt ihren 66. Gesellen aus derThebcer Lager verreiset seynd / ehe derKäyser den blutige» Scntentz fällte überdie Mauritianische Legion / man sollesie alle mit dem Schwert zum Todt hin-richten; daher dann geschehen / daß Ur-sus / Victor/ und die übrige 66. Män-ner nach derselben Blutvergiessung ct-lich Jahr im Leben verbliben seynd.Daß aber difedapffere Helden aus demLager zu Agautto in Wallis/von den üb-rigen Thebeeren sich eusserten / und hin-weg zugen/ auch sich der Marter-Cronzu selber zeit beraubten / ist nicht ausFörcht / und Zagheit / sonder vrl mehraus Göttlicher Anschickung geschehen;der dann in feinen lieben Heiligen wun-derbarlich ist: also daß wir billlch mitdem heiligen Apostel bekennen müssen :Wie gar unbegreifflich seynd GOttesGericht / und wie unerförschlich seyndseine Weeg ? dann wer hat deß HEr-ren Sinn /und Meynung erkennt? Die-weil es dann GOttes Fürsehunggewe-wesen i daß S. Ursus mit den seinen Nitbey Agaunosamt anderen Maurltiani-schett / sonder zu Solothurn leyden sol-len / und sterben; denen er dann zuvorden Nahmen JEsu / und wahren Christ-lichen Glauben treulich / und eyfferigetliche zeit fürgetrügen/ Uridgeprediget/auch seinen Talent / so er von SOrr em-pfangen / herrlich gemacht / darum we-der er / noch die seirirgen > die Marter-Cron verlohrcn. Ist es eben also gesche-hen / nach dem lieben Willen deß All-mächtigen / daß er Ursus ' und die (ei-nigen nicht aus Forcht deß Todts / oderaus K'leinmülhigkeit / sonder nachdemGeist/ und Einsprechung GOttes/derrhne dahin tribe/ daß ersichvom Heyd-Nischen Käyser / und seinem TeuflischenOpster abzuge / und seinen Eyffer mitVerkündigung Christlicher Religion an-

derstwo erzeigte / Und zu SolothurNder alten weirberühmten Statt in derEydgnossenschasit nicht wenig Nutzschaffte. Wurden also dife frommeMänner den SolothUrner angenehm /lieb ) und werth / und der ChristlichenKirchen / in Ausbreitung deß Christli-chen Glauben / nützlich.

Dises könte der Feind MenschlichesGeschlechts nicht leyden / sonder durchseine Instrument beyder Käysern Dio-cletiani/ und Maximiani / die dann al-ler Christen Todfeind waren /und son-derlich der Thebeern / verschaffte er sovil am Käyserlichen Hof / daß KäyserMaximianus seinem Landvogt zu So-lothurn Hirtaco ein Hauptmann / soetliche Tag dem Käyser im Läger bey-wohnete ( dann er sonst auch mit Kriegs-händlen belästiget war ) ihme ernstlichbefähle er solle sich bald gehn Solo-thurn verfügen / und dieweil er zu ei-nem Landvögt dargesetzt worden / sei-nem Amt auswarten / sonderlich abergute Achtung geben / auf die flüchtigeThebeischen Kriegsleuth / die sich zuSolothurn verborgen aufhielten / die-selben folle er gefänglich angreiffen/denGöttern zuopffern zwingen / oder sie sol-ches nit thun wolten / ohn alle Gnaddas Leben nehmen. Hirtacus nähmesolchen Käyserlichen Befelch gern an /Und verhießte demselbigen fleißig nach-zukommen/ seytemahl er hoffte er möch-te durch seinen Gehorsam in grosseGunst / und Gnad deß Käysers gera-then / und darneben aus der fahrendenHaab selbiger KriegsleucheneinenGe-winn schöpffen/ sonderlich «bet / sein nei-digcs Hertz an Visen verhassten Christen/die er mir sonderen Freuden verfolgte er-fühlen. Derohalben als er zu Solo-thurn ankörnen/ fragte er gleich nach denfrommen Thebeern / an welchem Orkhder Statt sie wohnten / und mit wasthun / und Wandel sie umgienqen.Dieweil nun der Thebeer sovil daselbstversomlet / dann ihrer bey 66. waren /könten sie bey den Inwohnern nicht un-bekandt bleiben / darum war gar leichtdem Landvogt von ihnen Bericht ein-gebracht. Hirtacus wartete nicht lang /ließe die Thebeer ohn Verzug angreiffen /ihre Händ aufden Rucken binden/undsie alle als Ubelthäter in die Gefäng-nuß führen / ehe daß er Mit ihnen seynGespräch hielte. Und ist S. Urst samtseiner Gesellen Gefängnuß desto löbli-cher / und würdiger zuachten / je län-ger sie zu Solothurn gewährt hat / auchje härber / und schmertzlicher sie diesel-ben ankommen / aljo daß sie von dengreulichen Henckeru mit schweren Ket-ten hart gebunden / sich nicht habenrühren mögen. Unlang darnach fasseD z Hir-

c *p-i-

Hirlacuider Land,Pflegerfragt denHH »uSoloihumnach.

Lasset siefangen /nnl»in titihar,tt Gesang,nußwerffen