Hirtacusder Land«psicqcr ver.folgt G-Verenam-
<3. Verenawird gefan-gen.
Mauritiusers.dkinet/»md tröstet<5. Vere,nam.
Z6 VonderH. Iungftau/ und Marterln Verena.
stisstung/ ein greulicher Tyrann/ mitnahmen Hirtacus / welcher aller Ab-göttercy und Boßheit zugethan / undein Verweser oder Verwalter war deßRömischen Gewallts: Diser wurdewegen der Heiligen Jungfrauen sehrerbitteret / und tobete wider sie mäch-tig wegen ihres Glaubens/ fieuge ansie schmählich zu halten / verhönete /und verspottete sie / understundc die-selbe von der Catholischen Religionab-rutreiben. In dem sie aber stand-hafftig,'blicbe / und mit vernünfftigenWorten ihren Glauben bezeugete / wur-de sie von den Tyrannen gefänglichverhafftet/ deß endlichen Vorhabens/da sie von disem Glauben nicht abwei-che / sie wie andere Christen marteren/und töden zulassen ; welches aber ihrhöchste Begierd/ und verlangen war.Nun wurde sie etlich Tag in der Ge-fängnuß gehalten; liesse aber von demGebett nicht ab/ lobte GOtt ohn un-derlaß / und befähle sich in dessen Wil-len/ und Schirm ; so ihr dann Augen-scheinlich widerführe: Dann als sie em-sig/ und innständig die Genad/ undHülffGOttes angeruften/ sihe da er-scheinet ihr ein überauß wohlgestallterJüngling in schönem Purpur-Kleyd /mit gantz freundlichen Worten / undgebührlichen Sitten / sie tröstend / mitzusprechen: Sie solre sich nicht fürchten/noch von ihrem GOttseeligen Fürsaßlassen abwenden / sonder beyder Wahr-heit Göttlicher Erkamnußsteiffverha-ren / und die Lrcuwort deß Tyran-nen verachten ; dann sie werde derGöttlichen Beystand / und die ftarckeHand allzeit spühren/ und gewahrwerden. Ab Visen / und der glei-chen tröstlichen Worten / wurde sienicht allein wohl getröstet / sonder ver-wunderte sich höchlich wegen unverse-hener Heimsuchung dises Jünglings :fragte derhalben/ wer Er were ? DerJüngling gab ihr zur Antwort: Erseye von GOtt ihren zu Trost gesant/und einer auß der Zahl der HeiligenMärtyrer / und seye Mauritius ihrBlutsverwandt/ deme sie mit verlan-gen nachgezogen. Als nun die H.Jungfrau solches gehört / stehle Sieauf ihr Angesicht nider/ und sprach :So bitte ich dich/ sey auch bey GOttmeiner eingedenck / und sihe an meingroß Verlangen nach dem Kelch deßHenen; welchen ( da es GOttes Will)zutrincken / mir die aller hertzlichsteFreud wäre. Hierauf erzeigte sichein grosse Schaar der Jünglingen mitPurpur/ und schneeweissen Kleidern/die umgaben den Heiligen MartererMauritillm/ und verschwunden allge-mach vor ihren Augen. Ab solchem
Gesicht erfreuete sich die heilige Vere-na inniglich/ und wurde zum Leydenwohlgemuth/ und gestärcket.
Under dem/ als die heilige Verenain der Gefängnuß verhajst wäre/ undden Göttlichen Willen erwartete/ hates sich zugetragen/ daß der Landpfle-ger Hirtacus von einem gefährlichenFieber niderlag/ und weil ihm wederArtzt/ noch Artzkney helffen könte/ ge-dacht er Hilffbey seiner gefangen Jung-frauen Verena zusuchcn/ von der ervil Tugenden gehört/ nemlich: daß sievil Lamen/ Blinden/ auch anderenK'rancken hette geholffen/und weil Gött-liche Majestät auß grossen Übeln/ auchgrossen Nutz schaffen / und würcken kan/hat erden Tyrannen vermögt/ daß erin seiner Tödtlichen Kranckheit die H.Verena für sicherforderet/ dieselbe umHilff/ und Gesundheit angebrochen :Die Milte Jungfrau so kein Neyd het-te/ oSer an Raach gedächte/ wurdealsobald zur Barmhertzigkeit bewegt /fienge an für ihren Fund zubitten -.nachvollendem Gebett / verliesse das gefähr-liche Fieber/ und Schwachheit den Ty-rannen. Darauf hat er die HeiligeVerenam ledig gesprochen / welche vonihme wider in ihre Cellen sich begab /und versammlete vil Töchteren/ so zu-vor ihro zugethan/ und übergeben wa-ren/ ein vollkommene Lehr/ und Un-dericht in Christlichem Glauben von ihrzuhören / und Lchrnen. Dise / nebenandern/treuen / undguthertzrgen Chri-sten/ empfiengen sie mit sondern Freu-den. Diser Heiligen Verenä Cell /ober Hölin in einem Felsen/ so überzwen oder drey Büchsen-Schuß vonder Statt Solothurn nicht ist / ist nochzusehen/ und steht jetziger Zeit ein Ca-pell darüber/ welche von den Jnnhei-mischen/ und Außländischen mit sonde-rer Andacht besucht wird/ bemnder aufden ersten Hcrbstmonak/ aufweichenihr Festag gehalten wird. Ist auchnicht zuverhalten/ daß nicht ferrn vondiser Hölin auf einem Buche!/ nebendem Berg Calvariä ( welchen die Ein-wohner so rieften / wegen der Creutz so daaufgerichtsein/auch wegen grosser An-dach so da gesehe wird)an der Straß /inwelcher man zu derHvlm zugehen pflegt/ein grosser Stein ligt / welchen / als mansagt/ der leydige böse Feind/ wider dieHeilige Jungfrau geworffen / doch, nichtgetroffen / und solle an diß Orth ge-fallen seyn/ da er noch verbliebt/ undzum Wahrzeichen / sihet man noch Griffeiner Hand/ oder Klauen darinn.Undob gleichwohl der Heiligen JungfrauenVerena vilsältige Gelegenherr zugfstair-den / in deren Sie vermeint die Mar-
Cap. 4 .'Hirtacusder Tyrannerkranckk /E Verenamacht ihngesund.
Gelegen«hk,t (5- Vc«re„a Hv.lin.