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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Hirtacusder Land«psicqcr ver.folgt G-Verenam-

<3. Verenawird gefan-gen.

Mauritiusers.dkinet/»md tröstet<5. Vere,nam.

Z6 VonderH. Iungftau/ und Marterln Verena.

stisstung/ ein greulicher Tyrann/ mitnahmen Hirtacus / welcher aller Ab-göttercy und Boßheit zugethan / undein Verweser oder Verwalter war deßRömischen Gewallts: Diser wurdewegen der Heiligen Jungfrauen sehrerbitteret / und tobete wider sie mäch-tig wegen ihres Glaubens/ fieuge ansie schmählich zu halten / verhönete /und verspottete sie / understundc die-selbe von der Catholischen Religionab-rutreiben. In dem sie aber stand-hafftig,'blicbe / und mit vernünfftigenWorten ihren Glauben bezeugete / wur-de sie von den Tyrannen gefänglichverhafftet/ deß endlichen Vorhabens/da sie von disem Glauben nicht abwei-che / sie wie andere Christen marteren/und töden zulassen ; welches aber ihrhöchste Begierd/ und verlangen war.Nun wurde sie etlich Tag in der Ge-fängnuß gehalten; liesse aber von demGebett nicht ab/ lobte GOtt ohn un-derlaß / und befähle sich in dessen Wil-len/ und Schirm ; so ihr dann Augen-scheinlich widerführe: Dann als sie em-sig/ und innständig die Genad/ undHülffGOttes angeruften/ sihe da er-scheinet ihr ein überauß wohlgestallterJüngling in schönem Purpur-Kleyd /mit gantz freundlichen Worten / undgebührlichen Sitten / sie tröstend / mitzusprechen: Sie solre sich nicht fürchten/noch von ihrem GOttseeligen Fürsaßlassen abwenden / sonder beyder Wahr-heit Göttlicher Erkamnußsteiffverha-ren / und die Lrcuwort deß Tyran-nen verachten ; dann sie werde derGöttlichen Beystand / und die ftarckeHand allzeit spühren/ und gewahrwerden. Ab Visen / und der glei-chen tröstlichen Worten / wurde sienicht allein wohl getröstet / sonder ver-wunderte sich höchlich wegen unverse-hener Heimsuchung dises Jünglings :fragte derhalben/ wer Er were ? DerJüngling gab ihr zur Antwort: Erseye von GOtt ihren zu Trost gesant/und einer auß der Zahl der HeiligenMärtyrer / und seye Mauritius ihrBlutsverwandt/ deme sie mit verlan-gen nachgezogen. Als nun die H.Jungfrau solches gehört / stehle Sieauf ihr Angesicht nider/ und sprach :So bitte ich dich/ sey auch bey GOttmeiner eingedenck / und sihe an meingroß Verlangen nach dem Kelch deßHenen; welchen ( da es GOttes Will)zutrincken / mir die aller hertzlichsteFreud wäre. Hierauf erzeigte sichein grosse Schaar der Jünglingen mitPurpur/ und schneeweissen Kleidern/die umgaben den Heiligen MartererMauritillm/ und verschwunden allge-mach vor ihren Augen. Ab solchem

Gesicht erfreuete sich die heilige Vere-na inniglich/ und wurde zum Leydenwohlgemuth/ und gestärcket.

Under dem/ als die heilige Verenain der Gefängnuß verhajst wäre/ undden Göttlichen Willen erwartete/ hates sich zugetragen/ daß der Landpfle-ger Hirtacus von einem gefährlichenFieber niderlag/ und weil ihm wederArtzt/ noch Artzkney helffen könte/ ge-dacht er Hilffbey seiner gefangen Jung-frauen Verena zusuchcn/ von der ervil Tugenden gehört/ nemlich: daß sievil Lamen/ Blinden/ auch anderenK'rancken hette geholffen/und weil Gött-liche Majestät auß grossen Übeln/ auchgrossen Nutz schaffen / und würcken kan/hat erden Tyrannen vermögt/ daß erin seiner Tödtlichen Kranckheit die H.Verena für sicherforderet/ dieselbe umHilff/ und Gesundheit angebrochen :Die Milte Jungfrau so kein Neyd het-te/ oSer an Raach gedächte/ wurdealsobald zur Barmhertzigkeit bewegt /fienge an für ihren Fund zubitten -.nachvollendem Gebett / verliesse das gefähr-liche Fieber/ und Schwachheit den Ty-rannen. Darauf hat er die HeiligeVerenam ledig gesprochen / welche vonihme wider in ihre Cellen sich begab /und versammlete vil Töchteren/ so zu-vor ihro zugethan/ und übergeben wa-ren/ ein vollkommene Lehr/ und Un-dericht in Christlichem Glauben von ihrzuhören / und Lchrnen. Dise / nebenandern/treuen / undguthertzrgen Chri-sten/ empfiengen sie mit sondern Freu-den. Diser Heiligen Verenä Cell /ober Hölin in einem Felsen/ so überzwen oder drey Büchsen-Schuß vonder Statt Solothurn nicht ist / ist nochzusehen/ und steht jetziger Zeit ein Ca-pell darüber/ welche von den Jnnhei-mischen/ und Außländischen mit sonde-rer Andacht besucht wird/ bemnder aufden ersten Hcrbstmonak/ aufweichenihr Festag gehalten wird. Ist auchnicht zuverhalten/ daß nicht ferrn vondiser Hölin auf einem Buche!/ nebendem Berg Calvariä ( welchen die Ein-wohner so rieften / wegen der Creutz so daaufgerichtsein/auch wegen grosser An-dach so da gesehe wird)an der Straß /inwelcher man zu derHvlm zugehen pflegt/ein grosser Stein ligt / welchen / als mansagt/ der leydige böse Feind/ wider dieHeilige Jungfrau geworffen / doch, nichtgetroffen / und solle an diß Orth ge-fallen seyn/ da er noch verbliebt/ undzum Wahrzeichen / sihet man noch Griffeiner Hand/ oder Klauen darinn.Undob gleichwohl der Heiligen JungfrauenVerena vilsältige Gelegenherr zugfstair-den / in deren Sie vermeint die Mar-

Cap. 4 .'Hirtacusder Tyrannerkranckk /E Verenamacht ihngesund.

Gelegen«hk,t (5- Vc«rea Hv.lin.