Von der H. Jungfrau/ und Marterln Verena. 37
ter-Cron zuerlangen ; ward doch diseZu Solorhurn bestätiget/ als sie derTyrann Hirtacus um deß ChristlichenNahmens willen in Gefangnuß geschlos-sen/ welche er ohne Zweiffel so bald/und leichtlich nicht hatte entlassen/ daGOttihn nicht sichtbahrlichgezüchtiget/und erkrancken hätte lassen/ daß erih-re Hilff/ und Gebett/ wke obgemeld /Warum »jcht entrahten möchte. Deßwegen«ls rjE die heilige Catholische Kirch/ der seeli-Martcrin gen Verena Begierd / und Verlangenvcrkhrct bedenckend / und zu Gemüht führend /lhr die Marter - Cron nickt abgespro-chen/ sonder halt ihr Gedachrnuß / alseiner heiligen Jungfrauen / und Mar-terin: wie aus dem Constantzer appro-bierten Brevier/ wie auch ex OfficioS. Verena?, von Rom auß bestätiget/zu Solorhurn zu Better, / und Sin-gen erlaubt worden/ und vil Jahr he-ro gebräuchlich gewesen.
b.Derma Als die Heilige Verena ein'Zeit-groffkr^ket> ihren Geistlichen SchwösternHusqers- gewöhnet; begab es sich / daß ein grostNyrhvil ft Hungers-Noth ei sichle/ und sieKP', auch dardurch grossen Mangel erlitten;rryrigc hgx.^er sie zum theil Unwillig worden/beklagten sich bey der Heiligen Jung-frauen : Sie aber war wohl getrost /und ungezweiffelter Hoffnung / GOttwerde sie nicht verlassen / und nach heyl-famer Ermahnung / bequemmete siesich zum Gebett/ vondeme sie mit gros-sem Trost'wider aufgestanden/ gantzii-cher Hoffnung / GOtt we»de thun/ waszu seiner Ehre / und Preyß/ auch ih-rer Aufenrhaltunq am besten seyn wer-de / in Erwägung deß Spruchs deß Ä ö-niglichen Propheten Davids/ da er^1. z§. im z6. Psalmen lprickt: Ick bin Junggewesen/ und nunmchr exaltet/ undhabe niemahls,i gesehen/ daß der Ge-recht sey verlassen worden / noch seinSaamen das Brod habe gesammlet.Also hat wunderbahrlicher Werst dermrlte/ gürigiste GOtt/ sein Dienerinangesehen/ dann es befanden sich vilSück (ein altes Büchlein setzt viertzig:)voller Meels vorder Thür ihrer Cellen/und Wohnung / darvon Sie samt ih-ren Jungfrauen lange Zeit zuleben ge-habt ; wüßte aber niemands auß Ih-nen/ von wem die Sack mit Meel da-hin kommen/ oder geschickt worden.Haben doch dessen sich sehr erfreuet /Gort inniglich Lob/ und Danck gesagt/baß er niemand verlasset / welcher aufwn hoffet / und seinem Nahmen ehret/und preyset.
c »p. 5. Als ihr Ruffhin / und wider erschol-
len / und außgebreilet worden / und derZulaufs täglich sich mehrere/ wurde sie
gesinnct von diser Wohnung/ zuver- S Verenameydung Menschliches Ruhms/ und in vrE-tihrein ander Orrh sich zubegeben/ dannder hoffärtige Geist sich gemeiniglich icn«.pflegt damit einzumischen / und vil gu-te Merck nichtig zumachen/ und zu-verzehreu. Machte sich derowegenauf/ zoge ferrner biß an den Fluß Äargenannt / welcher bey Solorhurn für-über fliest. An disem Fluß schiffte Sieabwärts / biß sie endlich käme an einOrth/ und Platz/ da die Aar in demRhein fallet/ und der Orth/ weilendie Aar/ Und Rhein da zusammen lauf-fen / jetzt Confluentia, oder Coblentzgenennt wird; allda stige S- Verenaauß in die Jnsul/ in meynung daselb-sten ihre Wohnung zuernesen ; weilenaber besagte Jnsul voller gisstigerWürmwar/ und niergends Sicherheit fandesich aufzuhalten / wurde die HeiligeJungfrau betrübt / wendet sich innig-lich zu Göttlicher Allmacht / da es de-rer Will wäre/ solle er disem Unziffer/und Schlangen - Geschmeiß gebieten /damit es von bannen welche / und indiser Jnsul weder Viehe noch MenschenSchaden zufüge. Abermahls har der Mer , undgetreue GOtt ihr Gebett/ und Wunscherhöret / und bewilliget / in dem solche..Stimm von Himmel erschallen: Ve- bcyCob.rena/ GOtt der HErr hat tzein Gebett lmyerhöret / so du wegen Abrrib derSchlan-gen verrichtet hast ; der wird dich auchnoch täglich erhören/ was du von Ihmbegehren wurdest/ daß wird er dichauch noch bewehren: Zu dem jederMensch/ welcher dich wird anrüsten /daß du G0tt für ,hn bittest / der solleerhöret / und seiner Bitt bewehret /und von seinem Anligen erlediget wer-den. Diser Stimm käme sie mit gu-tem Vertrauen nach / strackre dre Hürrdauß / und machte das Zeichen deß H.
Creutzes wider die Wurm / und Unzif-fer / welches in dem gantzen Umkreißzu dem Wasser gekrochen / und gebietet/denen / im Nahmen GOtt deß Vat-ters/ GOtt deß Sohns/ und deß H.
Geists / daß sie von bannen abwichen/
Und sich keines mehr sehen lassen. Dadie Einwohner diß Miracul/ beynebenauch dre Flucht deß Unziffers ersehen,schöpfften sie sondcrbahre Lieb/ undNeygung zu der H. Jungfrauen / ga-ben ihr zur Bewohnung ein Cell oderHäuflein/ daß zu Beherbergung ar-mer Christen erbauet worden ; dessenGelegenheit noch biß aus heutigen Tagzusehen ist/ haben vor erlich Jahrennoch etliche Schwöstern darinn gewöh-net. In diser Cellen verbleibt dieH. Verena ein zimmliche Zerr/ ihresLebens / wäre auch da engig im Gebett.
GOtt der Allmächtige aber machte da
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