Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
Seite
51
JPEG-Download
 

Cap. 5.Üdelisbtl

ibt sich ini>s Kriegs'»esen.

\

Von dem H. Fidelis Märtyrer cr

alles aber trachtete er den wahrenChristlichen Glauben zuerweitern/ undin die Hertzen der blinden Heiden zu-ttucken/und zupflantzen; und solches thä-te er mit solcher Bescheidenheit / Ver-stand / und Lieblichkeit / daß er vil unrglaubende / wilde / und gottlose Sol-daten bekehrte / und aus Heiden from-me Christen / und aus wilden / undgrausamen Menschen rugenbsameLäm-G. tzideiis lem / und Schäfflein machete. Da nunMvon solche lugenisame Wcrck die andernSSL Soldaten sahen/und vermercketen daßmrhaupkel der H. FtveltS ein Christ wäre / undzum Christlichen Glauben vil bekehrte;ward er bey dem Obersten verklagt /und gefangen. Dieweil er aber denAbgöttern nicht opffern wolle / wieKäyser Maximianus / und Diocletia-nus befohlen hätten ; war er um dasJahr 307. mit dem Schwert gericht /und ihme sein Haupt abgeschlagen / beyeinem Flecken Summolacus genannt /zu oberst am Chumer See in der Gras-schaffr CIcven / Rhetier oder Grau-pnndner Land / und Herrschafst.

0 Under andern Zeichen seiner grossen

Verdiensten / ist wohl in acht Mem-men / daß so bald unser H. Märtyrer'Fidelis enthauptet worden; solle gleichein starckcs Ungewitter von Hagel /Donner / und Plitz entstanden sein ;daraus dann wohl zuverstehenist/ daßder Allmächtige GOtt seines H. Die-ners Todt / und Blut rechen wolte.Wie dann aus Göttlichem Urtheil /und Verhängnuß der Trüffel gleich ei-nen deß heiligen Märtyrers Feinden be-sessen/ und ein gute Zeit hefftig geplagthat / biß er endlich widerum zu ihm sel-ber kommen/und von dem Teuffelruhehatte; verspräche deß Heil. MärtyrersLeichnahm ehrlich zu der Erden zuberstatten. Und da er aber durch die seunigen aufdie Wallstatt da derH.Leich-nahm läge / geführt war / und densel-ben andächtiglich berührt / und vereh-ret hätte / war er von seiner Plag ent-lediget / und ist der Trüffel von ihmegewichen. Darauf nicht ein kleineFreud/ und Frolocken entstanden/die-weil der besessne Mensch ist von demTeufst! entlediget worden / und zu sei-ner vorgehabten Gesundheit kommen.Aber Insonderheit erfreueten sich dieChristliche Soldaten / da sie sahen /wie GOtt der HErr seinen getreuen

Diener / und Blntzeugen lobwürdigmachte/ und ehrte/ daß die Heidenselber bekennen müssen/ der ChristenGOTT müsse der einige / undwahre GOtt sein / der allein todte /und lebendig mache/ undertrucke/undwider erhöhe. Die verblendte / undHeidnische Feld-Obersten aber / ver-hörten ihren Soldaten mit höchsterStraff/ und Treuung solches Wunder-zeichen nicht weiterö auszubreiten/undzuglauben.

Deß H. Märtyrers Fidelis Haupt /und Leichnahm/war von dem obgemel-ten Beselchhaber (so von dem Trüffelentlediget) und andern frommen Chri-sten ehrlich in obgesagtem Dorff Sum-molacus zu oberst an dem ChumerSee zu der Erden bestattet. Da ernun in die sechs hundert / und dryßigJahr gerastet hätte / war dises heiligenMärtyrers Leichnahm im 937. Jahr,IEsu Christi mir herrlichen Ceremonis/und Kirchengepräng von disem Fleckenin die Statt Chum / als Ubaldus da-selbst Bischoff war / erhebt und trans-ferirt / und in der schönen Kirchen / sozuvor in der Ehr der H. Euphemiäge-weyhet war/verstattet worden. WelcheKirch noch heut bey Tag under dises H.Märtyrers Nahmen steißig / und an-dächtig von den Jnnwohnern besuchtwird. Die Ursach diser Translationmöchte villeicht gewesen sein die augeil-scheinliche Gefahr deß Dorffs Samrno-lacus 1 dann es vor Visen Zeiten einwohlbewohntes Dorff/ und den Durch-reisenden in Italien wohlgelegne Her-berg war / welches Anthonius Augu-stus in seinem Wandelbüchlein bezeu-get/ da er schreibt: Es seye von Mu-ri ( aus Berge!) zwantzig / und vonTaruescde ( aus S. Jacob Thal) 25.Welsche Meil biß gehn Summolacumdeß obersten See. Mittler Zeit aberhat sich durch Ungewitter / und in an-dere Weeg oberhalb im Berg ein mäch-tig Steinwerck erlediget / daß nach /upd nach der Berg abgefallen / undmcht nachgelassen hat / biß daß es Mil-ler Zeit durch Stein / und Grund der-massen solches verdeckt worden / daßman kaum mehr sehen mag / wo dißDorff gestanden. Allein erscheinen all-da noch etliche stuck von Thürnen/und

ein Theil von der Kirchen / die «tder Ehr S. JohanniS er-dauen war.

£, P. Murer, Die H. Schweif