Von dem H. Severino / Abt / und Beichtiger 5 5
ferte er dem HErren mit weinen/ undseufftzen / war Freundlich / und Red-sam gegen Jedermann/ so Hilff / undTrost bey ihm such:en. Seinen schwa-chen/ und ben übten Brudern erzeigteer sich als ein Vatter.
Bey dises H. Abts Zeiten, herrschettüber gantz Franckreich der glorwürdigeKönig Clvdovcus / genannt der Groß/regierte zo. Jahr / nehmlich >5. als einHerd / und die andern fünffzehen Jahrnach angenohmnem Taust / als einChrist : C lodvveus fiele auf ein Zeitin ein hefftiges / und tödtliches Fieber/welches ihne lange Zeit l^arr angegrif-fen / und gcquclet hatte / biß daß diegrosse Vollkommenheit deß Heil. Seve-rint dem König kund gethan ward.Deßwegen mit Rath seiner Freunden/und sonderlich seines hocherfahrnenLeibartzet/ und Doctors TranquiUrni(der dan sahe/ daß alle natüvlicheMittel/und Artzneyen umsonst waren / auchkein Hoffnung hatte dem König mitArtzncyen geholstcn zuwerden ) welcherdem König S- Sevcrins Leben / undWandel erzchlere / wie vil Wunder-werk er schon gethan / mit Austrei-bung der bösen Geistern / und Heylungmancherley Kranckheiren. Ab solchemguten Rath deß Tranquillini / und sei-ner Freunden/ ward König Clodove-us erquicket / und erfreuet / verhoffen-de die Gesundheit durch Fürbitt deßH. Severint / zuerlangen. SchicketVerwegen seine Gesandten gehn S.Mauritzen/ welche den Mann GOttesmit höchster Demuth bitten sollen / daßer kommen / und dem Kvnrg mit seinemGcberr die Gesundheit von Gort demAllmächtigen erlangen wolle. DieKönigliche Abgesandten kamen zu demHeil. Sevcrm / eröffneten chme chresKönigs Bitt / und Hoffnung/ daß ermöchte durch sein andächtiges Gebettvon dem tödtltchen Fieber erledigetwerden. Dieweil aber Severin durchGöttliche ostenbahrung zuvor verstän-diget worden/daß er nicht zu S-Mall-ritzen / sonder in der Burg Nantoni-cnjst in Franckreich sterben wurde/ undihne Gorr dahin berußte / daß nochvilen Menschen an Leib / und Seel ge-holssen wurde ; bewilliget er mit deßKönigs Abgesandten nach Paris zu-reisen. Und nachdem er von seinenKrädern ein freundliche Urlaub nebeneiner tröstlichen Ermahnung von derLiebe, Gebett / und geistlichen Lebengethan / zöge er mit den Gesandten indem Lahmen Gottes zu dem König.Die Brüder aber könten ihres gelieb-ten Vatter nicht vergessen / sonderlichweil er ihnen vorgesagt hätte / sie wur-
den ihne in disem zugänglichen Lebennicht mehr sehen /und er an dises 0rthnicht mehr kommen.
Auf diser Reiß käme der MaßnGOttes gehn Nivernia in die Statt /und als er in die Hauptkirchen zubet-ten gangen/ und nun sein Gebett ver-richtet hatte / fragte er die KirchenDiener / und Meßner / wo ihr Bischoffwäre ? Antworteten die Diener / daßer jetzt ein gantzes Jahr kranck zu Bethläge / und wegen der schwären Kranck-heit Stumm/ und Gehörloß worden/und weder Meß lesen / noch predigenkönte. Ab diser Antwort ward derH. Severin zu grossem Mitleyden be-wegt 1 begehrte man solle ihn für denBischoffEulalium führen; und als er ih-ne so armseelig in dem Beth ligend fan-de / begäbe sich der Heil. Severin zudem Gebett / und rüsste die GöttlicheHilfffür den Bischoff an / und nach verri-chten Gebe«/ kehrte sich S- Severm zudem Krancken / sprechend: Rede mit mirdu Priester deß HErren / daß bitte ichdich. Darauf der Bischoff antworte-te: der Nahm deß HErren seye geseg-net/ und gelobt in Ewigkeit / der durchdich sich meiner erbarmet hat/und als ihmS. Severin die Hand rechte / sprächeer: Stehe auf du Diener GOttes indem Nahmen JEsu Christi / der dichdeßwegen gestrafft/ damit erdich erlö-stte; darum gegeißlet/daß er dich kön-te belohnen ; dann heut wirstu mit mirauf dem Altar Meß lesen / und demVolck den Seegcn GOttes mittheilenMit disen Worten ward der BischoffEulalius wrderum frisch/ und gesund /und lobte GOtt um dise grosse Gut-thaten / die er ihm durch die Fürblttdeß H. Abts Severius erzeigt hatte /und läse auch denselben Tag Meß / undsegnete das Volck / wie ihm S. Seve-ri» vorgesagt hätte. Das Volck aberlobte / und danckete GOtt wegen deßgrossen Wunderwerks / und daß sie rh>rem Bischoffwiderum gesund vonhnensahen. Denselbigen Tag blrbc S- Se-verin bey dem Bischoff/ und darnachreifere er auf Paris zu ; und in demEmgangdiser Statt under der Porten/fande er einen aussatzlgen Menschenvon jedermann verlassen / den berufftS. Severin zusicht l und als er ihnefreundlich gegrüßt /und geküsset hatte/reinigte er ihn von allem Aussatz. Dar-auf grenge er heimlich jn die Kirchen /damit er dem Lob der Menschen könn-te entweichen/und bäte GOtt um wet-tern Beystand/ seinen Göttlichen Wil-len zuerfüllen. Darauf gienge S.Se-perin in den Kvmglrchen Pallast zuParis / und als er für den krancken
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