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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Von dem H. Severino / Abt / und Beichtiger 5 5

ferte er dem HErren mit weinen/ undseufftzen / war Freundlich / und Red-sam gegen Jedermann/ so Hilff / undTrost bey ihm such:en. Seinen schwa-chen/ und ben übten Brudern erzeigteer sich als ein Vatter.

Bey dises H. Abts Zeiten, herrschettüber gantz Franckreich der glorwürdigeKönig Clvdovcus / genannt der Groß/regierte zo. Jahr / nehmlich >5. als einHerd / und die andern fünffzehen Jahrnach angenohmnem Taust / als einChrist : C lodvveus fiele auf ein Zeitin ein hefftiges / und tödtliches Fieber/welches ihne lange Zeit l^arr angegrif-fen / und gcquclet hatte / biß daß diegrosse Vollkommenheit deß Heil. Seve-rint dem König kund gethan ward.Deßwegen mit Rath seiner Freunden/und sonderlich seines hocherfahrnenLeibartzet/ und Doctors TranquiUrni(der dan sahe/ daß alle natüvlicheMittel/und Artzneyen umsonst waren / auchkein Hoffnung hatte dem König mitArtzncyen geholstcn zuwerden ) welcherdem König S- Sevcrins Leben / undWandel erzchlere / wie vil Wunder-werk er schon gethan / mit Austrei-bung der bösen Geistern / und Heylungmancherley Kranckheiren. Ab solchemguten Rath deß Tranquillini / und sei-ner Freunden/ ward König Clodove-us erquicket / und erfreuet / verhoffen-de die Gesundheit durch Fürbitt deßH. Severint / zuerlangen. SchicketVerwegen seine Gesandten gehn S.Mauritzen/ welche den Mann GOttesmit höchster Demuth bitten sollen / daßer kommen / und dem Kvnrg mit seinemGcberr die Gesundheit von Gort demAllmächtigen erlangen wolle. DieKönigliche Abgesandten kamen zu demHeil. Sevcrm / eröffneten chme chresKönigs Bitt / und Hoffnung/ daß ermöchte durch sein andächtiges Gebettvon dem tödtltchen Fieber erledigetwerden. Dieweil aber Severin durchGöttliche ostenbahrung zuvor verstän-diget worden/daß er nicht zu S-Mall-ritzen / sonder in der Burg Nantoni-cnjst in Franckreich sterben wurde/ undihne Gorr dahin berußte / daß nochvilen Menschen an Leib / und Seel ge-holssen wurde ; bewilliget er mit deßKönigs Abgesandten nach Paris zu-reisen. Und nachdem er von seinenKrädern ein freundliche Urlaub nebeneiner tröstlichen Ermahnung von derLiebe, Gebett / und geistlichen Lebengethan / zöge er mit den Gesandten indem Lahmen Gottes zu dem König.Die Brüder aber könten ihres gelieb-ten Vatter nicht vergessen / sonderlichweil er ihnen vorgesagt hätte / sie wur-

den ihne in disem zugänglichen Lebennicht mehr sehen /und er an dises 0rthnicht mehr kommen.

Auf diser Reiß käme der MaßnGOttes gehn Nivernia in die Statt /und als er in die Hauptkirchen zubet-ten gangen/ und nun sein Gebett ver-richtet hatte / fragte er die KirchenDiener / und Meßner / wo ihr Bischoffwäre ? Antworteten die Diener / daßer jetzt ein gantzes Jahr kranck zu Bethläge / und wegen der schwären Kranck-heit Stumm/ und Gehörloß worden/und weder Meß lesen / noch predigenkönte. Ab diser Antwort ward derH. Severin zu grossem Mitleyden be-wegt 1 begehrte man solle ihn für denBischoffEulalium führen; und als er ih-ne so armseelig in dem Beth ligend fan-de / begäbe sich der Heil. Severin zudem Gebett / und rüsste die GöttlicheHilfffür den Bischoff an / und nach verri-chten Gebe«/ kehrte sich S- Severm zudem Krancken / sprechend: Rede mit mirdu Priester deß HErren / daß bitte ichdich. Darauf der Bischoff antworte-te: der Nahm deß HErren seye geseg-net/ und gelobt in Ewigkeit / der durchdich sich meiner erbarmet hat/und als ihmS. Severin die Hand rechte / sprächeer: Stehe auf du Diener GOttes indem Nahmen JEsu Christi / der dichdeßwegen gestrafft/ damit erdich erlö-stte; darum gegeißlet/daß er dich kön-te belohnen ; dann heut wirstu mit mirauf dem Altar Meß lesen / und demVolck den Seegcn GOttes mittheilenMit disen Worten ward der BischoffEulalius wrderum frisch/ und gesund /und lobte GOtt um dise grosse Gut-thaten / die er ihm durch die Fürblttdeß H. Abts Severius erzeigt hatte /und läse auch denselben Tag Meß / undsegnete das Volck / wie ihm S. Seve-ri» vorgesagt hätte. Das Volck aberlobte / und danckete GOtt wegen deßgrossen Wunderwerks / und daß sie rh>rem Bischoffwiderum gesund vonhnensahen. Denselbigen Tag blrbc S- Se-verin bey dem Bischoff/ und darnachreifere er auf Paris zu ; und in demEmgangdiser Statt under der Porten/fande er einen aussatzlgen Menschenvon jedermann verlassen / den berufftS. Severin zusicht l und als er ihnefreundlich gegrüßt /und geküsset hatte/reinigte er ihn von allem Aussatz. Dar-auf grenge er heimlich jn die Kirchen /damit er dem Lob der Menschen könn-te entweichen/und bäte GOtt um wet-tern Beystand/ seinen Göttlichen Wil-len zuerfüllen. Darauf gienge S.Se-perin in den Kvmglrchen Pallast zuParis / und als er für den krancken

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