Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Magno / nach Costantz; und als er indie Versamlung eingetrctten / ermah-nete Guntzo derHertzog diegantzeVerrsamlung/ G0tt emsig um ein treuen /und rechtmäßigen Hirten zubitten. Da-rauf alle Geistliche / einer zu dem an-dern sprachen: der heilige Gallus habevon männiglichen ein guten Beruff iund Nahmen / sey in heiliger Schrifftauch wohl erfahren / ein Liebhaber al-ler Tugenden / deßwegen würdig cjrtHirt über das ganne Volck zuseynDarauf der Hertzog nach angehörtenStimmen / zu dem heiligen Gallo sag-te: Hörest du was dise sagen/ Und be-zeugen? Guts sagen sie sprach Gallus/wolte Gott es wäre war : Aber wiehandlen sie darinn? wissen sie nicht wasin Geistlichen Rechten verbotten / daßniemand welcher aus seinem Vatter-land hinweg gezogen / leichtlich sollean andern orkhen ordinieret werden.Aber ich hab einen Diaconum Joan-nem / diser Landen gebohren / und er-zogen / deme die Zeugnussen / -so mirzugelegt / schön Zustimmen ; und weillch eines guten Vertrauen / und Hoff-nung bin / er sey von G0tt schon dar-zu erwöhlet / so schlage ich euch Visenzur Wahl für. Dessen Fürschlag gest e-le allen : der Hertzog ruffte / und stel-lete den allen für / und fragte: Bistdu der Diacon Joannes? was Lands/und Herkommens bist du? Er antwor-tet : in der Lhurer Rhetra von gutemmittelmäßigem Geschlecht bin ich gebohrren / darauf fragte der Hertzog : ober ihme getraue / das BischöfflicheAmt mit Nutz zuverwalten? da ant-wortete der heilige Gallus an statt sei-nes Jüngers. Under diser Tracra-tion/ und Underred/ weichet Joannesvon dannen / gehet aus der Statt inS. Nicolai Kirchen ( welche setzt S.Stephani Kirchen ist ) aber die Prie-ster/ und Lcyen folgten ihm/ und nah-men den bitterlich weinend / führetenihn für die Bifchöffe/ und Hertzogen /Und sprachen einhellig : der Herr JE-sus hat Ioannem heut zu einem Bi-schoff erkohren. Und alles Volcksprach Amen. Die drey Bischoffführ-tenJoannemzum Altar/ und ordinier-ten ihn mit herrlicher Benedrctwn zueinem Bischoff/ begehrten hernach vonihm / er solle das Amt der heiligen Meßverrichten : In welchem als er zum Offfertorio kommen / hielte der H. Gattein herrliche Sermon oder Predig/ wel-che Bischoff Johannes dem Volck ver-ständig m das Teutsch gebracht/ undfurgehalten. Nach dem der Gorts-dienst/ und das Fest fücüber/ und je-der nach Hauß abgetretten ; blrbe derheilige Gallus noch siben Täg bey dem

Bischoff Johanne/ ermahnete/ undtröstete ihn / und da sie schon von ei-nander Persöhnlich abschiden / warensie doch mit dem Gemüth ohn Under-laß vereiniget / und hette der Bischoffin zufallenden Geschafft - und Handlun-gen/ allezeit seinen Trost/ und Zu-flucht zu S. Gallo / als zu einem Vatter,

Als Sigebertus König in Frank-reich/ bericht worden/ was gestalt dieJungfrau wider in alten Stand / undGesundheit gesetzt were/ begehrte ervon ihrem Vatter dem Hertzog/ er wol-le selbe ihm zukommen lassen.: der Vat-tcr schickte sie ihme mit grossen Appa-rat / Kleinodien / Geschmuck / undReichthum / welche deßgleichen von demKönig mit grosser Freud empfangenworden. Wurde auch also bald vonihm befragt/ weil ihr von zweyen Bi-schöffen / so eines Gottseeligen Beruffswaren/ welche er ihr zuge,chickt/ nichtsey Hilff geschehen/ wie sie Gesundworden ? Mein Herr / sprach sie: Esist ein heiliger Mann in unserm Land /Mit Nahmen Gallus / auß Schott-land ankommen / so grosse Genad vonGOtt / und wider die Trüffel wnrckii-che Macht hat; dann als ich dein Die-nerin / aus feindlichem Ubergewakt inGefahr deß Lebens gerathen / ist derDiener Gottes auf meiues Vareerninnständiges begehren / erschincn/ hatdas heilig Creutz über mich gemacht /und dem Teuffel mich zuverlassen/ uritkräfftigen Worten gebotten : Hieraufist der leydig Feind aus meinem Mundin Gestalt eines Rappen/ mit höllischerGrausamkeit gefahren / und als der hei-lige Gav mit dem heiligen Fronleich-nam JEsu Christi mich gespeiset / binN ZU vonger Gesundheit kommen.Auf solche Red fühlt.sie dem König zuFuß / und spricht: Ich bitt du wöllestVisen heiligen Mann mit GNaden be-schützen/ und erhalten / undmeiuetwe-gen unbeschweret ihn solches ergeltenlassen: der König fragte / in welcherWildnuß er sich aufhalte ?'Sre zeigtihme an / er sey in der ArboneNserHerrschafft/ sey ein gemeiner GrundZwischen dem Rheriere Albengebürg /und Bregentzer-See gelegen. Dader König hörete / daß er auf der Ge-meinden Grund/ und Boden wohnete/schickte er deme Sigel/ und Brreff/ ersolle auß Königlicher Macht Visen 0rrbesitzen / und behalten. Schickte ihmdarneben zwey.Psimd Gold/ und zweyPfund Silbers/ und befähle sich durchseine Gesanden/ seinem eyfferigen Gerbett; Liesse Guntzoni dem Hertzog auchvermelden / er solle dssem Einsidler/inwas Saüien er selbst wolte/ behrlfflich

seyn/

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Grosse Hei»iiqfi-is undLob S.GaUi.

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