88
Von dem Heiligen Gallo/
Die Jung-frau komtin ein Klo»ster.
Cap. u.G- Gallbauct einKirch/uid/
auch wassich da zu-setragcn.
S- Gall.verstehetdeß abwe-
( enden Co,umbaniTobt- .
SchicketMaanumin Welsch,,aiü> / S.ColumbanjHinsartrecht;uer-knndigen.
seyn / und befürdern / auch ihme einLcllen / und Wohnung bauen lassen.Frideburga deß Königs Vertraute/zo-- ge von dem König vor der Hochzeit ;begäbe sich zu Metz in ein Kloster/Si-gebertus dörsste sie zum Ehestand nichtzwingen/ dann er besorgte/ der leyigFeind möchte wlder Gewalt in sie be-kommen/ oder ihme selbsten ein hö-Hers Leyd zustehen.
Nachkommender Zeit/ sienge derFreund Gottes in seiner Wildnuß aneine Kirchen zubauen/ und Wohnun-gen zuverfertigen / in denen die Bru-der bleiben könnten ; derer hette er da-mahls zwölft/ in der Liebe/ und DienstGottes wol underricht / und bestätiget.Einsmahls hat es sich zugetragen / daßder heilige Gall / und seine Bruder imKirchenbau geschafftig arbeiteten ; dawäre ein Brett / so in die Wand einzuse-tzen wäre/ vier Hand breit / kürtzer er-funden/ als die andere gewesen/ derWerckmeister wolte dises beyseits/alsuntauglich/ thun ; da befähle der hei-lige Gall/ er und seine Gehülffenfol-ten mit ihm nach Hauß zum essen gehen.Nach verrichtem Mittagmahl/ kehrtensie zu ihrer Arbeit / befunden das Brettein halben Schuh länger als die an-dern zuseyn/ verwundern sich/ verord-neten diß/so sich wunderbahrlich er-streckt/ anseyn Orth/ neben die ande-re in die Wand. Welches darnachein lange Zeit von den Christglaubigenbesucht/ und in dem Zahnwehthum istgrosse Hilss dardurch erzeigt worden.Andermahlen / da seine Bruder nachder Mette sich zu Ruhe begeben / for-dert der heilige Gall morgens frühesein Diaconum Magnoaldum/ sagte: Ersolle ihm dsn Altar mit aller Zuaehörbereiten/ damit er also bald konnteMeß lesen. Darauf Magnoaldus /ob er Meß wölle lesen ? ja antwort derheilige Gall ; dann ich habe gewissenBericht/ es sey heut (den 21. Winter-monats/ Anno 6-8.) Auß disemtrüb-seeligen Leben zu dem ewigen Freudendeß himmlischen Paradeyses/ meinVatter/ und Herr Columbanus/ ge-fahren/ und zu seiner Ruhe/ solle ichdas Opfferauffopffern. Darauf mandas Zeichen mit dem Geleut/ in dieKirchen geben/ und zusamen kommen/nach gehaltener Meß/ befähle der H.Gall Magnoaldo/ er solle sich aufJta-liam verfertigen/ in derBobiensiKlo-ster zuerkündigen/ wie es mit dem hei-ligen Columbano zugangen; solle denTag/ und Stund m acht nehmen / inwelcher er verschiden. Darbey werdeer erkennen/ ob er der heilige Gallrecht gesehen/ und in der Wahrheit be-
stehe/ solle nach allem empfangnem Ur-kund / also bald wider zu ihm kehren/Magnoaldus fallet ihme zu Fuß/ wen-det für / er wußt den Weeg nicht: de-me der heilige Gall : Er solle nicht ver-zagen sonder fort gehen/ der Herr wer-de seine Weeg/ Steg richten. Em-pfienge den Seegen / nähme den Weegunder die Füß / käme glücklich in dasBobiensisch Kloster. Da befändeer alles Wahr zu sein / wie es dem H.Gallo geoffenbahret worden/ dortenverblibe er über Nacht: deß Morgensbegehrt er vom Conventem Schreibendas Ableiben deß heiligen Columbanibetreffend ; die Bruder schickeren auchbey ihm dem heiligen Gallo/ deß hei-ligen Bauers Stab / mit Meldung /der heilige Columbanus hätte es vorseinem End also verlassen. Damitzöge Magnoaldus von ihnen / komt in8. Tagen wider glücklich an / übergibtdem H. Gallo die Brieff/ und den,Stab / daß er durch dises wolbekanteöPfand/ von dem Gehorsam ledig zuseinerkennen möge; erzehlt ihme beynebenso wohl seiner Reiß/ als der BrüdeeWohlstand / wie auch das seelige Le-ben / und Abschid des heiligen Culum-bani. Als der heilige Gall den Brieffgelesen/ Weineteer bitterlich.
Diser Zeit ist auch Eustachius/ Abtzu Luxovien / welchen der heilige Co-lumbanus vor disem allda eingesetzthätte / gestorben. N un berathschlag-ten sich die Bruder/ und kamen überein/ den heiligen Gallum wider zufor-dern / und deme sich zu Gehorsam er-geben ; fanden also einen Bruder außdenen so auß Zrrland dorthin kommen/mit einem Schreiben/ die Ursach ihresanbringens betreffend. Alsdisebeyfeiner Cellen angelangt / und die Ur-sach ihres ankommen angezeigt worden/legten sie nach verrichtem Gebett in derKirchen ihre Brieff ab/ aber der hei-lige Gall/ auß erheblichen Ursachen /wolte ihren begehren garnitzustimen/also daß sie die Hoffnung / ihn zube-wegen/ fallen liessen. Auf diß er-fordert er einen auß den Brudern/undfragte : was man zuesien habe ? be-käme zur Antwort: daß nur ein festerMehls für sie alle im Vorrath sey; dabefähle er Brod darauß zubachen / spre-chend : GOtt kan einen Tisch in derWüste zubereiten / und als er angestelt/man solle Kräuter zusammen suchen /nimt er das Garn / und einen seine»Brüderen / samt denen so waren an-kommen/ giengen dem Wasser zu/setz-ten ihre Netz / fiengen auf Gott ver-trauent/ in einer Grub da das Was-ser zusammen laufst ein grossen Fisth /
welr
*
Wird &Abttbc»^xovij bk<gedtt.
Drüdkrn
frdultW*"
mit
FischM-