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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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iza Von dem Heil. Fintano/ aus Schottland Beichtiger.

russte er die Göttliche Barmhertzigkeit/und die Verdienst St. Patricij an /auf daß er von solchem unnatürlichenFraß erlediget werden möchte: in sei-nem Gebert hörte er ein Englische Stimin mütterlicher Sprach : Ruffe an undbitte deinen GOtt/ und S. Patrici-um Arthmacensem Bischoffen / die wer-den dich erhören/ also war er erhört /und von dem unnatürlichen Fraß ent-lediget. Sein Ligerstatt / und Bethwar der Boden oder ein Brett/ un-der sein Haupt legte er einen hartenStein / die er auch / da er noch in demConvent war mit einem geringen Tuch/die Gleisnerey zu vermeiden/ bedeckte.Zu Nacht als er vermeinte daß jeder-mann schliesst / nach einem kleinenSchlaff/ stunde er zu dem Gebett aufvor der Metten. Nun begäbe es sichzu einer Nackt/ als er seiner löblichenGewohnheit nach/ sein Gebett verrich-tete/ daß ihme der Teuffel in gestalteines Risen/ erschine/mit offnem Mund/außgehenckter Zunge außgestreckten Ar-men / und feurigen Augen / und da derTrüffel den Freund Gottes anfallenwolte / bezeichnete er sich mit dem H.Creuszeichen/ da verschwunde der Feinddeß Creutzes Christi von Stund an.

c,t>. 7. Ein Jahr zuvor ehe sich der Heil.S Findani Mann in sein Einöde einbeschlusse/brach-Andacht zu te er alle Nacht wachent/ und in derKirchen bettent zu. Als er in einerer, 0. Nacht in der Kirchen andächtig bette-te/ und am künfftigen Tag die Heilig-thumer S. Blasij Bischoss/ und Mär-tyrers / von Rom in das Kloster Rhein-au gebracht sollen werden/ sahe erein schöne weisse Tauben auf dem Al-tar nidersitzen/ dahin man des anderntags die Reliquien gestellt hatte/ dieTaub aber stoge letstlich in die Krufftsittlich hinab/ da sie verschwunden.Nach wenig verfloßner Zeit/ da er in. der Nacht widerum im Münster bette-te / ruffte er S. Blasium mit solchenWorten an : H- Blasi / der du sowohl als ich in disem Land ein Pilger/und Frömbdling bist; ich bitte dich/ daßdu mir erlangest von dem Allmächti-gen Gott / Verzeyhung meiner Sün-den/ und da er solche Wort öffter wi-derholte; hörte er dise Wort zu ihm re-den ' Sedes tua in caelo jam dimissispeccatis pofira est. Dir ist nebenVerzeyhung deiner Sünden im Him-mel ein Sitz/ und Thron bereitet. Alser Fintan in, seiner Einöde/ und ab-gesonderten ortlein beym Münster derJnsul RheinaU ad plagam Septemtrio-naiem der seilen gegen Mitnachtwoh-nete/ und dteHeiligthumer/ mehrge-sagten H. Blasij/ den nachfolgeten

Tag auf den nächstgelegnen Bühel istemem Um-oder Creutzgang sollen ge-tragen werden ; hatte der Heil. Manngrosse Anmuthung solche auf seinenSchultern zutragen / aber seyn getha-nes Gelübd/ in dem er versprochen /niemahl auß der Jnsul über die Bruckaußzutretten / verhinderte in. Da-mit aber GOtt den Heil. Fintan sei-ner Begird / und grosser Liebe zu S.

Blasio theilhafftig machte/ und geist-lrch erfreute / sahe St. Fintan in derNacht ein Gesicht / und bedunckte in /wie er mit einer grossen mänge Volcküber die Rheinbrucken herauß gienge /ihme auf seinen Achslen ein Taubenfasse / und mit ihr liesse umgehn/ nachseinem willen ; von ihme auch zu an-dern Persohnen flöge/ und wider zumH. Fintano käme nach seinem begehren;darauß erkcnnete der H. Mann denWillen Gottes/ und wohnete ohn al-len zweiffel der Proceßron bey. Di-ses Gesicht hat der H. Mann auf ih-res grosses anhalten den Brüdern zuPfeffers geoffenbaret/ da er noch beyihnen wohnete.

Auf S. Columbani Tag den 21.Winterm. War S. Fintan mit einerVersuchung / und Kümmernus angc-griffen/ ober die schlechte und geringe «Nahrung/ so ihme täglich wie einemandern Conventsherrn gegeben würd/und den theil so er ihm sechsten abbrä-che/ mit gutem Gewissen den Armenaußtheilen/ und geben dörffte/ nit wi-der die Regul S. Benedicti / demGottshauß dasseinigeverschenckte. Al-so ruffte er GOtt/ und S. Columba-num inniglich an; darauf er mit einertröstlichen Antwort/ und Spruch ge-tröstet worden. Hernach auf St.Brigitä der Jungfrauen Tag/ liesse ernit ein geringe Zahl der armen Leutennach seiner Gewohnheit / zusamen kom-men ; denen er nach Anzahl der Per-sohnen / und Bedürfftigen / das Flersch /so ihme als einem Cenventual von«Gottshauß worden/ außtheilte. Alsnun das Fleisch außgeben war; kämenoch zu dem ersten Haussen ein mächti-ge Zahl der armen Leuthen/ sich auchdes Almusens theilhafftig zumachen fund zugemessen. Darav der H.

Fintan wenig erschrocken ; sonder vil-mehr sich erfreut hat / seyn Hoffnun-in GOtt setzende/ der mit 5. Broden5000. Mensche» in der Wüsten gejpei-& hat. Also liesse er die stückleinFletsch im Nahmen des Herren/ u^der die armen Leit außtheilen; und 00schon die Zahl/ mehr dann den halbentheil vermehrt war / hat doch der H.

Mann jeder Persohn seyn völligen theil/

Und