Aus Schottland Beichtiger. irr
mein Herr/ und Erlöser/ der du disewilde Mcerfisch / und den Menschenerschaffen / ihnen das Meer durch zu-wandern vergünstigt / uns Menschenaber den Erdenkreiß zubetretten bewil-liget hast/ komme mir in diser Noth /mit deiner unaussprechlichen Barmher-zigkeit zu Hilff/ dann zu diser Stundverlobe ich mich/ mit Leib und Seel/die Tag meines übrigen Lebens dirzu-dienen/ alle weltliche Ding zuverlassen/mein Vatterland nicht mehr zu betret-ten / der beyden H. Aposteln / und Him-mels-Fürsten Ruhestatt zu besuchen/AkH und mich deinem Göttlichen WillenjJjN« gantz zu ergeben. Nach disem getha-E auff neu Gelübd / gienge er mit seinen an-gethanen Kleidern in grosser Hoffnungund vestem Glauben rn das Meer / undführe glücklich / und ohn grosse Mühe/und Arbeit darüber an ein sichere Land-schafft / und das; sich zum meisten zu ver-wundern / so waren seine Kleider alsohart und erstarrend erfunden worden /daß er darauf darvon führe/ als fasseer auf einem dicken Brett. Wie er nunzu Land kommen / und GOtt dem Her-ren seiner wunderbarlichen Erledigung/und glücklicher Schiffahrt ohn Schiffgedancket; stige er auf einen hohen Berg/Dörffer/ und Häuser zu ersehen. Amz. Tag sahe er etliche Menschen/ denener zueylte / und befände daß sie alleChristen waren. Die ihn dann auchfreundlich empfiengen/ und in die näch-ste Statt zu ihrem Bischoft/ so in In-land gestudiert/ und derselben Sprachwohl erfahren wäre/ führten. DerBischoff empfienge den Heil. Finta-num freundlich / und beherbergete ihnr bey zwey Jahren.
S..
Als nun die 2. Jahr herum geflos-sen/ nähme ihm S. Fintanus für/seinversprochen Gelübd gen Rom zu voll-ziehen/ und nach genohmnem Urlaubvom Bischoff/ zöge er mit etlichen Ge-fährten in Franckreich gen Turon S.Martini Bischoffs Grab zubesuchen.Von dannen zöge er zu Fuß durchFranckreich / Deutschland / Lombardey/Italien/ nach Rom/ verrichtete seynWallfahrt mit sonderer Andacht/dan-cketeGOtt/und beydenHimmels-Für-sten/ und Apostlen Pekro und Paulo/*><*6 sie in auß so vilen / so wohl Leibsund der Seelen Gefährlichkeiten erret-tet / und erlediget hatten ; und endlichbefähle er sich ihnen auch inniglich/aufvüß er ftit,e überige Reiß/ und Lebennützlich zu Göttlicher Ehr / und seinerSeelen Heyl verschliessen/ und secliq-uch enden möchte. Zöge darnachwlderum m das Teutschland/ in die>-ydgnoßschaffc / nicht weit von RheinP. F. Murer, Die H. Schwein.
zu Grass Wolvenum von Kyburg/ unddtenete ihm im Priesterlichen Stand4. Jahr/ nähme auch täglich in An-dacht/Fasten/ Wachen/Betten/undallen Tugenden starck zu. Weil aber S- Flvda«das Gottshauß Rheinau um dije Zeit tB“*grossen Schaden von feindlicher Hand/ JL e «Äund Verstvhrung gelitten / auch dieKlösterliche Zucht/ und Disciplm inei-einen mercklichen Abgang gerathen/ be-redte der GraffWolvenus von Kyburg(welches Vatter Wolfenardus/ einStiffter des Gottshauß Rheinau ge-wesen ) St. Fintanum/ daß er in sei-nem Kloster den Orden S. Benedictiannehmen / die Regul/ und Disciplinwiderum aufrichten solte/ so wolte derGrass das seinige mit zeitlichem Gut /und Aufbauungdes Gottshaußes auchthun. St- Fintanus bewilliget gern/im Jahr deß Herrn 820. Seines Al-ters 51. Jahr in dises H.Merck/ weiles die Göttliche Ehr/ und deß Näch-sten Seelen-Heyl antraffe. Kämeins Kloster/ und nähme den Ordenan. Da er nun 5. Gantze Jahr in
dem Gottshauß vil Nutz geschasst/undsich selbsten seinen Mitbrüderen einFromm / und Exempel deß Geistr undKlösterlichen-Lebens fürgestellr/ hat-te / war er entzündt ein strangers undvollkommners Leben für die Hand zu-nehmen. Deßwegen ruffte der H.
Mann / mit eyfferigem/ und innbrün-stigem Hertzen zu GOtt/ daß er ih-me seinen Willen offenbaren wolte / ober sich solte in ein abgesönderres Ortverschliessen / und in dem Einssdler stand/sein Leben zubringen : Da hörte er aufein Zeit ein solche Stimm von Him-mel kommen : Fintane von GOtt wirddir erlaubt / anderer Heiligen Fuß-stapften nachzufolgen
Also / mit Erlaubnuß seines Abts / c&p. §.schlusse er sich in ein abgesönderte Cell/und Einöde / und liesse sich ein gantzesJahr mit einem vierdtcntheil eines Con-ventbrots täglich begnügen. In demandern Jahr aber / wolte er nicht mehrBrod täglich brauchen/ als von demobgesagten vierdtentheil/ den halbentheil. In dem 3. Jahr hernach wol-te er nicht mehr brauchen für sich alsden drittevtheil von einem vierdten-theils des obgemelten Brods / das ü-brige gäbe er den Armen. Nach sogrossem Fasten/ und geringer Speiß /siele der H. Mann in einen unnatürli-chen Hunger/ daß er ihme selbst einbil-dete/ er wolte mehr als ein Brod ü-her einmahl essen mögen/ und das ge-schahe aus Gt. Patricij Festtag. Weilaber St. Fintanus vermerckte / daßdtses ein teuflische Versuchung war /