(ostantzer Bischthums. rzz
v.
8. AUDOMARUS Episcopus cum Socijs suis.
Von dem Heiligen Bischoff Andomarns / Er
mit seinen Gesellen.
Sp ' *• Audomarus war von Edlen/
Cathvlischen/und nach Welt-iZAAs licher Würden / hochberüm-ten Eltern gebohren/ an demOrt Aurevallis/ das ist Guldenthall/ob Münsterlrngen in dem Turgöu / nichtweit von Costantz gelegen. Sein Vat-ter Friulphus ist bey den (einigen fastansehenlich gewesen / die Mutter aberist Domita genannt worden. Diefromme gottseelige Eltern haben nachChristlichem Brauch / und Gewohn-heit/ den Knaben Audomarum vonKindheit an in Catholischer Zucht aufttz m ferzogen/ dann er ein einiger Sohngewesen ist. Als nun Audomarus anÄahren/ und Tugenden zugenommenEr’ 153 «, hatte / starbe seilt Mutter Domita/nachdem ermahnete er seinen VatterFriulphum/ daß er sich dem lieblichenJoch / und der geringen Bürden Chri-sti underwerssen solte. Und haben bey-de Persohnen den Spruch deß Seelig-inachers mit freudigem Hertzen erfüllet:Gehe hin verkaufte alles was du hast/und gibs den Armen / und komme / undfolge mir nach. Also zogen sie beydearm an zeitlichen / aber reich an himm-lischen Gütern zu dem weit berümtenKloster gen Luxovium in Burgund/ sovon dem H. Abt Coiumbano auffer-bauet worden/ und begaben sich undertue Regul S. Benedicti.
S. v Als aber S. Audomarus voll dergeistlichen Gnaden/ und starck in demGlauben/ und Tugenden / dre KlosterRegul mit ernst angenommen/ und inder Versamlung der Mönchen under-rvisen worden / hat er sich in der Keusch-heit / Demuth/ Gehorsam/ Weißheit/Sanfttmürhigkeit / Lrebe / Mäßigkeit /tasten / Betten/ und stähtem Wachenfleißig grübet. Einsmals war er miteiner grossen Versuchung deß Fleischesangefochten / die hat er / nach demExempel S. Benedicti nacket / und bloßsich in Dornen/ und Neßlen herumweltzende / undertruckt / und die fleisch-liche Geylheit überwunden. Er lebtew grosser Vollkommenheit under demH. Abt Eustasio zuLuxovicn/derihnemir fanu seinem Vatter Friu.'pho / inden Orden aussgenommen. Der Vat-ker Friulphus aber starbe bald in sei-nem hohen Alter sceliglich / und nameAudomarus j» allen Tugenden / undLUten Wercken täglich zu / also daß sein
Lob weit / und ferrn außgebreit/ undfür den Frantzösischcn Kömg Clodove-um II. kommen war. Dann dieStatt t so auf den Berg gesetzt worden/kan nicht verborgen blechen. Nach vi- S.Aikdo,len Jahren wird der H. Audomarusvon dem König Lorharro H. (so Clo-dovei II. Sohn war) und allem Volck «Gt.durch Hilff/ und Raht des H.BischoffsAicharst zu Novion berussl/ und er-wöhlet / das Volck zu Tervanna zukeh-ren/ und regieren/ hat also die Bi-schöffliche Würde mrr grosser Demuthauf sich genohmen / und seyn Amt mithöchstem Fleiß verwesen-
Wiewohl das Volck zu Tervanna/ c » p-lang vor S. AudomariZukunftt/von denMirgefellttt des H. Märtyrers Dloni-sij/ nehmlich Fusctano/ und Vickorrco/das Göttliche Wort hatte empfangen/zu der Zeit/ als der dapssere Märty-rer Christi Huintinus beydcnAmmen-fern geprediget; so ist doch ein grossemange der Tervannern dem Götzen-dienst noch anhängig gewesen. Dannals die HH. Fuscianus / uud Viclori-cuS von denTervanner abgezogen / undin der Ambtanenftr Gebier gemartyretworden ; seynd alsbald die Tervannerwiderum zu dem Götzendienst gefallen/und nicht allein die/ weiche zuvor denNahmen des Herren keines wegs wol-len annehmen / sonder auch die/ wel-che von den HH. Märtyrern seynd ge-taufft worden/ haben sich mit derglei-chen Irrthum verwirret / und die Gö-tzen wlderum verehret. Darum alsder H. Bischoff Christi Audomarus indieselbe Statt kommen/ hat er die he»l-same Gebort der H. und der Göttli-chen Schrrfft in die verstockte Hertzender Ungläubigen eingegossen/ ihr ver-dunckletes Gemüth / und die grosseFmsternuß der Unwissenheit / mir demhellen Glantz des Evangelischen Wortserleuchtet / der Götzen - Büdnussen Um-geftürtzt und verbrennt/ den Götzen-Dtcnst von derselben Statt außgercu-tet / und sie mit dem heylsamem Was-ser des H. Tauffs gcreiniget.
Zu diftr Zeit kamen drey Ehrwür/ c»p>dige / und gelehrte Männer Mum-mölinns/ Bertramnus/ undBertinusauß dem Guldenrhall bey Costantz zudem H. Audom u o/ die begehrten beydem H. Brschoss das Wort des Lebens
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