Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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(ostantzer Bischthums. rzz

v.

8. AUDOMARUS Episcopus cum Socijs suis.

Von dem Heiligen Bischoff Andomarns / Er

mit seinen Gesellen.

Sp ' * Audomarus war von Edlen/

Cathvlischen/und nach Welt-iZAAs licher Würden / hochberüm-ten Eltern gebohren/ an demOrt Aurevallis/ das ist Guldenthall/ob Münsterlrngen in dem Turgöu / nichtweit von Costantz gelegen. Sein Vat-ter Friulphus ist bey den (einigen fastansehenlich gewesen / die Mutter aberist Domita genannt worden. Diefromme gottseelige Eltern haben nachChristlichem Brauch / und Gewohn-heit/ den Knaben Audomarum vonKindheit an in Catholischer Zucht aufttz m ferzogen/ dann er ein einiger Sohngewesen ist. Als nun Audomarus anÄahren/ und Tugenden zugenommenEr 153 «, hatte / starbe seilt Mutter Domita/nachdem ermahnete er seinen VatterFriulphum/ daß er sich dem lieblichenJoch / und der geringen Bürden Chri-sti underwerssen solte. Und haben bey-de Persohnen den Spruch deß Seelig-inachers mit freudigem Hertzen erfüllet:Gehe hin verkaufte alles was du hast/und gibs den Armen / und komme / undfolge mir nach. Also zogen sie beydearm an zeitlichen / aber reich an himm-lischen Gütern zu dem weit berümtenKloster gen Luxovium in Burgund/ sovon dem H. Abt Coiumbano auffer-bauet worden/ und begaben sich undertue Regul S. Benedicti.

S. v Als aber S. Audomarus voll dergeistlichen Gnaden/ und starck in demGlauben/ und Tugenden / dre KlosterRegul mit ernst angenommen/ und inder Versamlung der Mönchen under-rvisen worden / hat er sich in der Keusch-heit / Demuth/ Gehorsam/ Weißheit/Sanfttmürhigkeit / Lrebe / Mäßigkeit /tasten / Betten/ und stähtem Wachenfleißig grübet. Einsmals war er miteiner grossen Versuchung deß Fleischesangefochten / die hat er / nach demExempel S. Benedicti nacket / und bloßsich in Dornen/ und Neßlen herumweltzende / undertruckt / und die fleisch-liche Geylheit überwunden. Er lebtew grosser Vollkommenheit under demH. Abt Eustasio zuLuxovicn/derihnemir fanu seinem Vatter Friu.'pho / inden Orden aussgenommen. Der Vat-ker Friulphus aber starbe bald in sei-nem hohen Alter sceliglich / und nameAudomarus j» allen Tugenden / undLUten Wercken täglich zu / also daß sein

Lob weit / und ferrn außgebreit/ undfür den Frantzösischcn Kömg Clodove-um II. kommen war. Dann dieStatt t so auf den Berg gesetzt worden/kan nicht verborgen blechen. Nach vi- S.Aikdo,len Jahren wird der H. Audomarusvon dem König Lorharro H. (so Clo-dovei II. Sohn war) und allem Volck «Gt.durch Hilff/ und Raht des H.BischoffsAicharst zu Novion berussl/ und er-wöhlet / das Volck zu Tervanna zukeh-ren/ und regieren/ hat also die Bi-schöffliche Würde mrr grosser Demuthauf sich genohmen / und seyn Amt mithöchstem Fleiß verwesen-

Wiewohl das Volck zu Tervanna/ c » p-lang vor S. AudomariZukunftt/von denMirgefellttt des H. Märtyrers Dloni-sij/ nehmlich Fusctano/ und Vickorrco/das Göttliche Wort hatte empfangen/zu der Zeit/ als der dapssere Märty-rer Christi Huintinus beydcnAmmen-fern geprediget; so ist doch ein grossemange der Tervannern dem Götzen-dienst noch anhängig gewesen. Dannals die HH. Fuscianus / uud Viclori-cuS von denTervanner abgezogen / undin der Ambtanenftr Gebier gemartyretworden ; seynd alsbald die Tervannerwiderum zu dem Götzendienst gefallen/und nicht allein die/ weiche zuvor denNahmen des Herren keines wegs wol-len annehmen / sonder auch die/ wel-che von den HH. Märtyrern seynd ge-taufft worden/ haben sich mit derglei-chen Irrthum verwirret / und die Gö-tzen wlderum verehret. Darum alsder H. Bischoff Christi Audomarus indieselbe Statt kommen/ hat er die he»l-same Gebort der H. und der Göttli-chen Schrrfft in die verstockte Hertzender Ungläubigen eingegossen/ ihr ver-dunckletes Gemüth / und die grosseFmsternuß der Unwissenheit / mir demhellen Glantz des Evangelischen Wortserleuchtet / der Götzen - Büdnussen Um-geftürtzt und verbrennt/ den Götzen-Dtcnst von derselben Statt außgercu-tet / und sie mit dem heylsamem Was-ser des H. Tauffs gcreiniget.

Zu diftr Zeit kamen drey Ehrwür/ c»p>dige / und gelehrte Männer Mum-mölinns/ Bertramnus/ undBertinusauß dem Guldenrhall bey Costantz zudem H. Audom u o/ die begehrten beydem H. Brschoss das Wort des Lebens

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