CostMtt Blschthums.
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VI.
S. BERTINUS > Abbns, & Confdtor.
n dem II. Vbt / und Richtiger Bertino.
^Er H. Bertinus war einer ausden dreyen würdigen Män-nern/ wie zu vor in S. Audo-mari Leben gesagt worden / soaus dem Flecken Goldthall ob Co-ftantz / zu dem Tervanneser Bischoffkamen. Der erste hiesse Mommoli-nus / der ander Bertramus / und derdritte Bertinus. Sie waren fürtreff-sich an Verstand / und Geschicklichkeit/in dem Caeholischen Glauben wohl ge-übet / und in der Liebe Christi inn-brünstig. Nun begäbe es sich dasAdoaldus / ein ansehnlicher reicherMann / von dem Heil. Audomaro zudem Catholischen Glauben bekehrtwar / derselbe verschribe / und Überga-be dem H. Audomaro / um Christi /und seiner Seelen Heyl willen / allesein Haab/ und Güter/ und den Fle-cken Stthin/ allda bauete er der Heil.Bischoff i mit grossem Kosten / zu derEhr der Murter G-Ottes Maria einenschonen Tempel / dise drey H. Män-ner aber baueten ein Kloster/ Alrkirchgenannt/ als sie aber vcrmerckten daßdises Orrh dem Klösterlichen Lebennicht allerdings tauglich wäre / namensw ihnen für ein andere GelegenheitSusuchcn.
Es wäre allda ein See welcher sichNicht weit von bannen in das MeerauSgiesset/ wann die starcke MittagWind gehen / dahin begaben sich diedrey Ritter Christi / stigen in einSchiff ohne Ruder/ und Schiffmann/befahlen sich GQtt / wohin er sie führ-te / und ihme gefällig wäre / da wöl-ken sie bleiben. Das Schiff schweif-fet auf dem See hin / und her/ die hei-ligen Männer setzten ihr Hoffnung zuBott / betteten / und psallierten inbem Schiff / und wie sie zu dem Verß ka-men ( welches wunderbahrlich zuhören)
Haec requies mea in saeculum saeculi >hic habitabo , quoniam elegi eam.Daß ist mein Ruhe ewiglich / alldabull ich wohnen / dann ich hab ihn er-^»hlet / laufft das Schiff in schnellerAl an das Uffer / ohne zweiffel durchEnglische Leitung getriben : An di-wm Orrh rüsteten sich die H. Männerem Kloster aufzubauen / an dem FlußMMvrr / Aginoum / und ehe das Klo-außgebauen war / kamen vilMänner / die in ihre Ge-leulchafft eingeschriben zuwerdrn be-üehrlen» Über dises Kloster ordnet
der H. Bischoff Audomarus Mummo-linum zu einem Abt / als er aber her-nach zu Novion Bischoff erwählet war/und 26. Jahr ein strenges / und har-tes Leben geführt hatte / verordneteS. Audomarus den H. Bertinum zueinem Vorsteher / und Abt deß Sithi-ensischen Klosters. Es wäre der H.Bertinus eines hohen / und fürtreffli-chen Verstands / demüthig/ einfältig/und der klösterlichen Disciplin gantz er-geben / liebte seine Mitbrüder in demHerren / aus innbrünstigem Hertzen /und dienete GQtt mit allem siech /dann er wohl wüßte/ daß geschribenstunde; dem vil befohlen / von demewird auch vil erfordert; und leuchtetemit grossen Wunderzeichen / aus wel-chen wir fürnemlich eines allhie erzäh-len wollen.
Es war ein ansehenlicher Graff /mit Nahmen Waltbertuö / dessen Ehe-gemahel Rogentrudis genannt / derenbeyden war S. Bertinus nit alleinBeichtvatter / sonder auch wegen deßH. Tauffs Gevatter/ derselbige Graffkäme auf ein Zeit in die Kirchen / daS.Audomarus begraben läge / und alser fein Geben vollendet hatte / wolter den gewöhnlichen Seegen S. Ber-tini nicht erwarten / sonder cylte we-gen etlicher nothwendigen Geschafftenheim. »Auf dem Weeg fallt er vomPferd auf ein harten Felsen/ von wel-chem Fall ihme vil Glider zerknirschtUnd verletzt worden / also daß er ver-meinte er müßte von Stund an sterben.Er bekäme Reu / und Leyd / daß erohn den Seegen deß H. Manns wärehinweg geritten / dann er ihme dieStraffkurtz zuvor hatte weiß gesagt / derGraff schicket eylends einen Botten zuS. Bertino/ und laßt ihm um Hilff blt-ten/derHeil.Mann lasset ihme einGefäßmit Wein aus der Sacristey bringen /und obwohl in einem gantzen Monat kei-ner / oder gar wenig darmn gewesen / je-doch aus Bestich deßH.Manns war sol-ches Gefäß voll mit gutk Wein gesunde/denselben schickte er dem Graffen Walt-berto / so bald er ihn genossen/ hat ersein vorige Gesundheit widerum erlan-get / lobte GÖtt um die Wohlthat /und übergäbe dem Heil. Bertmo zurDanckbahrkeit/ einen grossen Theil sei-ner Erbgüter.
Endlich als der H. Mail sein gantzesLeben in der Forch GOttes vollendet
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Jm Jahr69fr den/.Hrrbst.
© Ball«nus wird tutiium AbtrrwGia.
Cap. j.
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