t« 4 Non -em Heiligen Notkcro /
sich GOtt/ feinen Heiligen / und inder Bruder Gebett/ damit er in derWelt mit Sünden nicht befleckt wur-de. So er under den Weltlichen Men-schen war/ achtete er der WeltlichenDingen fast nichts/ underliesse leinegeistliche Übungen niemahlen. Beyden Brudern war er Sittsam/ undSanffcmüthig / mit Worten / undWercrcn gäbe er allein ein gutes Ex-empel/ flöhe den Müßiggang/ Leicht-fertigkeit/ Sctsimpffreden/ und unnü-tzes Gefchwetz/ weidete der WeiberGegenwartigkeit/ als wahre/ und off-ne Strick des bösen Feinds. Er pfleg-te osit zusagen: daß das unschuldige Le-ben nicht werde gefunden in dem Landder Wollüsten/ sonder man müsse desHertzen Erdreich scharpffbauen/ wannman gute Frücht darvon haben wölle.
c 3 p. r. Nach dem er aus Gehorfamme zuDon seinem einem Priester geweyhet worden/ hatH. Leben. ct sich ;ioch mehr in den Tugenden gr-übet/ und nach rechter Vollkommen-heit getrachtet. Er war mit jedermannfreundlich/ und in der Conversationangenehm/ in dem Rath geben nützlich/in Ermahnung zu der Tugend beflissen/und in Abstraffung der Fahler gütig /daher er auch der Gütige/ oder From-me Norkeruö genannt worden. Inder Demuth war er fürtrefflich / flöhedie eytele Ehr/ und wolle keine Aem-ter/ oder Digniteten annehmen. Danner spräche: daß solche waren ein Ur-fach zu der Hoffart / und zu anderenLästeren der klösterlichen Disciplin zu-wider / und zwar kamen solche zu Zei-ten von Tugenden her/ oft aber vonden Sünden/ zu mehrer Straff / undVerdammnuß / deren/ die sie haben.Er war gern bey den Krancken / erin-nerte dieselben oft / daß sie nit sollengcdcncken/ daß die Kranckheit ohnge-fahr/ sonder vilmehr zu Abbüssung derSünden über sie kommen wäre. Erhatte ab dem Geschmack / und Unrath, der Krancken kein Abscheuert. In' der Widerwärtigkeit/ und Verfolgung/erzeigte er ein grosse Gcdult / und lit-te dre Unbildwilliglich. , Syndulphuseiner aus den Leyenbrüdern hatte ihnoft beleydiget/ den er doch allezeit ge-dultiglich übertrüge. Auf ein Zeitals gemelter Bruder den frommen Not-keroin dem Refectorio/ oderConvent-stuben seinen Wein einschenckte / undaber aus bösem Eyffer also ungestühmnur der Kannten umgienge/ daß sievon dem Tffch auf den Boden/ unddas Lid / oder Kanntendeckel weit vonder Kannten siele/ und die Kanntenauf einer Seichen auf der Erden läge/ist doch nicht ein tropffen Wein darauß
acloffen/ darab sich die anderen sehtverwunderet haben. Neben der La-teinischen/ war er auch der Griechischen ^Sprach wohl erfahren. Liebte sehrdie Musicam/ und übte sich also darin-nett / daß er alle andere übertraffe. '
Er machte viel geistliche Gcsanger/ undSequentzen/ und schickte dieselben zudem Bapst Nicolao dem ersten/ wel-cher sie Approbiert/ und der gantzenRömischen - Kirchen/ under demAmptder H. Meß/ vor dem H. Evangeltozusingen in schöner/ und lieblicher Me-lodcy / erlaubt hat im Jahr des Her-ren 866. also daß sie biß auf das Con-cilium Trtdentinum gebraucht / und da-zumahlen nidcrgelegt seynd worden.
Auf ein Zeit als Notkcrus auf demDormitorio in nächst gelegner Mühlenein Rad herum gehen / und mit seinemLauff einen unruhigen Thon machen ,
hörte/ wäre er in dem Geist erhebt t l
und macht über solchen Thon den schö-nen Spruch : Sandti Spiritus adiit no-bis gratia, &c. Die Genad des H.
Geists stehe uns bey / mit der Sequentz/und Nöthen / und schickere solche demK'äyser Carolo Crasso zu einem gutenJahr. Selten fande man ihn ohn einBuch / bevor aber läse er stättigs dasPsalterium des König Davids.
Er war bey gemessen Carolo Cras- Ci?,tso in grossen Ansehen/ der ihn auch zu jseinem geistlichen Rath brauchte/ und Iwo er konnte kämme er selbsten/ odersandte Brieff/ und Bottschafften ztrihm. Auf ein Zeit war auch ein Käy-serlicher Bott mit Brteffen zu ih-me in das Kloster kommen / und alser wolle widerum Antwort haben kras-se er ihn im Garten an / und sahe daß jer das Unkraut außreuttete/ und gute 'Ärautlein hingegen pflantzete/ da sag-te der H. Notkerus zu dem Bottenwas du mich sihest thun/ daß zeige demK'äyser an/ daß ers auch thun solle.
Als der K'äyser solches vernohmen /vergnüget er sich discr Antwort/ undverstünde wohl/ was des Heil. Mey-nung wäre. Er war nicht allein erfül-let mit dem heiligen Geist/ sonder der-selbe redte auch aus ihme/ daß er zu-künfftige Ding zuvor sagte/ wie au- unachfolgendem Exempel zusehen. Es €*jUkäme zu einer Zett mehrgemelter Ääy-ser Carolus gen St. Gallen / und ver-blibe drey Fag allda/ die er mehres-theils mit dem H. Notkero in vilen ho-hen Fragen/ Meynungen/ und Auß-legungen zugebracht hatte : Es wäre ;auch in des Käysers Contitat ein Cap*lan / der eines stoltzen / und hoffärti-gen Gemüths war. Da nun diser !' Caplan vernähme / daß der Käysec
vil