t 8 s Von dem Heiligen Notkero.
Raub / und Verstörung grossen Schar macli fande. Welche Heil. Reliquienden litten / und stunde man lange Zeit gesagter Prälat mit seinem Geistlichen/in grossen Sorgen/ ob nicht auch die und Ehrwürdigen Convent/ und Cle-Hauß Heiligen SS. Galli / Qthma- risey / mit freuden / grosser Andacht /ni Notkeri/ Constantij/ undRema- und lieblichem Gesang / von ihrer al-cli Leiber / und Gebein von dem Feur/ ten Begräbnuß in St. Gallen Münsterneben andern geistlichen / und köstli- transferieren/ und tragen / unv derenchen K'irchensachen verzehrt waren, einen Theil in den hohen Altar / denDa schickte es der Allmächtige GOtt andern Theil aber / und sonderlich S.aus sonderer Güte / und zutrost seiner Rotkerum in einen besondern Altar /geliebten Kirchen / im Jahr deß HEc- und Capellen legen lassen / biß die Ge-ren 1622. daß als Ihr Fürstl. Gna- legenheit sich begebe / mit grösserer So-den / Herr Prälat Bernhardus / der lennitet / und Ehren / solche Freundander deß Nahmens / S-Othmarial- GOttes / und weitbekante Heiligen /te Kirchen abwerffcn / und ein andere zuerheben. Welches dann alles An-grössere / und zierlichere an die statt no 1628. den 15. Tag Weinmonats /aufbauen liesse / er die Heiligthumer under gesagtem Abt Bernharden / mitS- Othmari / auch gleich darnach oder grossem Pomp / Solennitet / Andacht/vor / in S. Petri Capell ausserhalb Ansehen / und Freuden / nicht ohndeß grossen Münsters. / doch in deß mercklichen Unkosten / glücklich vollzo-Gottshauß Einfang S. Notkeri Heil. gen worden / wie in Beschreibung deßGebein/ und etliche Particul von S. GottshaußS. Gallen / mit meh-Gallen / und beyden HH. Bischoffen/ rern Worten erzehltwird.und Märtyrern Constantij/ und Re-
Wunderzcichm die bey deß Heiligen Not-
kers Grab durch dessen Fürbitt geschehen.
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>Ie wollen wir etliche Wunder-zeichen erzehlen / die sich beyS. Notkers Grab durch seinheiliges / und unschuldiges Le-und Verdienst / aus sonderlicherGöttlicher Gnad/ von dem Jahr JE-su Christi 1500. biß auf unsere Zeitzugetragen. Dem die eltisten / underste Miracula / und Wunderzeichen/in Vergessenheit kommen / verlohren /und in dem Feur zugrund gangen.
Othmar Blum Underburgermeisterder Start S. Gallen hatte ein Jähri-ges Knablein/ daß gar starck von denKinderwehe geplagt war / dessen Mut-ter thät ein Gelübd für das Knäbleinmit einem wächsinen Kind zu deß Heil.Notkeri Grab / und alsbald daraufwar das Kind von seiner Kranckheitentlediget.
Gesagter Othmar BlUni / da ersechs oder siben Wochenlang an einerschweren / und gefährlichen Kranckheitdarnider läge / thäte auch sein Hauß-frau für ihn ein Gelübd zu dem Heil.Notkero / und er ward alsbald wide-rum gesund.
Lorentz Hochreutiner Bürger zu S.Gallen / hatte ein sehr presthafftenScheuckel mit bösen Geschwären/ daßer von niemand konnte geheylet wer-den ; da er aber versprochen er wolteGOtt / und dem H. Notkero zu ehren/
alle Sonntag sein Grab besuchen / undallda drey Vatter unser / und dreyAve Maria betten / auch einen vierlingWachs aufopffcrn / war sein Schen-ckel in sechs Tagen gantz geheplet/undgenesen.
Fides Gmünderin / Ulrich Röch-lins von S- Gallen Haußfrau / hatein fünff Jähriges Töchterlein disemwar der Leib in einer Nacht mit Eyssen/und Geschwären dermassen übersprengt/daß man nicht mit einer Nadel stechenkönnte / wo nicht Eyter / und^Neschwäcwäre / ab welchem die Mutter sehr er-schrocken / suchte deßhalben Rath beyden Artzten/ aber keiner wolle sich under-fangen den Schaden zuheylen. Der-halben gedachte sie man müsse die Na-tur lassen würcken/ und erwarten wasweitere daraus werden wurde. Nachetlichen Tagen vergiengen die andereGeschwülsten/ und Geschwür / abereins verblibe / so sehr groß / und ab-scheulich/ welches von Tag zu Tag zu-nähme/ daß alle die es sahen/ ein ab-scherten / und mitleyden darab empfien-gen. Die Mutter kehrre widerumzu den Artzten / begehrte Hilff / undRath von ihnen / sie aber wollen keinHoffnung einiger Hilss geben. Hier-zwischen litte das Töchterlein sehr gros-sen Schmertzen/ daß es weder Schlaffennoch Essen könnte. In solcher Nothkäme der Mutter in den Sinn / wiedaß der Heil. Notkerus so vilen Leu-