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Beichtiger zu St. Gallen. , 187
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Kuchen zu verfügen. Darauß ver-merkte Balbulus wohl/ daß er einHimmelisch Gesicht gesehk hatte / qien-ge widerum der Kirchen zu / fiengevor Freuden an zu Weinen / undspräche das Te Deum Laudamus. Andem Morgen als Rapertus Notkerumfragte / ob er ihn zu Nacht hab wollenauffwecken ? erzehlet er ihme was er ge-sehen / und gehört hab. Darab Rarpertuö / und die andern Brüder / so sol-ches auch bald vernohmen/ höchsteFreud empfangen.
Als aber dem H. Notkero seine be-ste Freund/ und Mitbrüder Rapertusund Tutelo / zween hochgelehrte / undGottseelige Männer gestorben / enk-schluge er sich aller Sachen/ die ihn hiezeitlich belustigen könnten/ und wendrte sich zu dem ewigen / und übte sichnoch stärckerin allen Tugenden/ vilemBetten / und Himmelischen Betrachtun-gen/ daß er zu höchster Vollkomenheitkäme/ und weil er nunmehr ein hohesAlter erreicht hatte / und von Alterswegen Blind/und übelmögend worden/hat ihne endlich ein strenges Fieber an-gestossen/ und als er vermerckte/ daßsein Sterbstündlein herzu nähere / undvorhanden wäre/ liesse er sich mit denheiligen Sacramenten deß Altars /rechter Beicht / und lctsten Selung ver-sehen. Seine Bruder hat er GQtt/und den HH. Patronen Gallo/ und-Vthmaro / sich aber in ihr Gebett be-fohlen / und bald darauffseinen seeligenGeist auffgeben/ im Jahr nach ChristiGeburt 912. den 6. Tag Aprill. SeinLeib würd in S. Johannis Baptistä /und deß heiligen Apostels Pekri Capellbegraben / an der Seiten gegen demAuffgang der Sonnen. Nach deß hei-ligen Norkssri Absterben/ ist sein Hei-ligkeit von GQtt durch vil Miracula/oder Wunderzeichen erkläret worden.Dann gleich nach dem sein Leib ehrlichbegraben würd / fienge an ein grosseDränge deß Volcks zu seinem Grab zu-muffen / den Heiligen anzurüsten / man-cherley Opffer darzubringen/ und durchdessen Fürbitt allerley Hilff von GOttöubegehrö / wie dann deren ein grosseAnzahl / in ihren Anligen erhört / undvon K'ranckheiten / und anderen Ge-bresten / in die 600. Jahr lang erle-diget worden. Dahero dann Wey-Ad Franciscus/ Abt des Gottshauß;p- Gallen / auf der seinigen / und anr,brn andächtigen Leuthen anhalten /beym Heil. Römischen Srullum Nvlkeri Beatification anzuhal-verursachet / seynd demnach außdeß andern Römischen Bischoffs/undLapsts Bewilligung / und Beselchun ^»yr Gnaden Hugonem damahlenk. F , Murer, Dw H. Schweitz.
Vischoffzu Costantz/ Schreiben abgan-gen/ durch die hierzu verordnete Com-missarien förmliche Proceß angesehen /öffentliche Patenten / und Citationenangeschlagen / und darüber bey viertzig/und hundert Persohnen / so von S.Notkeri Wunderrhaten Wlssenschafftgehabt / und theils an ihren eygnen /und der ihrigen Leibern erfahren / mitEyden beladen ordenlich verhöret / undihr Ausfag in öffentliche Instrumenta/und Schrrfften gebracht / und verfassetworden. Lerstlrch auch Notkerus indem Jahr deß Herren 151z. den 4.Weinmonat, so weit bearificiert/ undheilig erkläret/ daß sein Festtag in demGottshauß / und Statt <e>. Gallen /und zugleich auch m allen andern Kirchkund Capellen / so demselbigen Gotts-hauß Sr. Gallen u.iderworffen / aufbestimten Tag Jubilare/ den drittenSonntag nach Ostern ( gleichwohl erden 6. Aprill gestorben) von männig-lichen mit Messen / und andern Gött-lichen Aemptern / wohl möge celcbrie-ret/ und gehalten werden. Welchesdann alles die hochwürdigste Kongre-gation der H. Römischen Kirchen Car-dinal / 6e ritibus praefectorum , dahin/und weiter erkläret / daß in obange-regten Orthen / und Kirchen under demNahmen/ und Gedachtnuß B. Notkeri/Altär/ und Kirchen aufgerichtet/ undgeweyhet werden; Sein Notkeri Nahmauch in den Litaneycn/ Collecten/undandern öffentlichem Gebett / zu allenZeiten/ und Tägen deß Jqhrs/ auchMessen oder Votiva von ihme wohlkönnen / und mögen genehmen / undvon männiglichen gelesen werden.- Sogeschehen zu Rom den 16. Mertzenim Jahr 1624: mit undergezognerHand / und Sigil der Hochwür-digsten Herren Francisci Mariä Car-dinalis de Monte / Pontificatus Ur-bani VIII. Anno primo.
Ehe aber dise Notkeri Erhebungan die Hand Anno 151z. genohmen/hatman um das Jahr 1500. zu zelten AbtsGothardi / so ein Edler Giel von Giebsperg / das Grab deß H. Notkeri inS. Petri Capellen eröffnet / solches znerneuern / und was höher / und schem-bahrer zuerbauen. Da seynd seineGebein gantz Weiß/ und unversehrt /nach sechshundert Jahren / die sie indem Grab / und steinern Sarch gclkgen / erfunden / und von denen einlieblicher Geruch gangen / dergleichenniemahl an disim Orrh gespürt,wor-den. Hierzwifchcn entstunden in al-len Landen islwdllche Empörungen /darvon die Kirchen / und Gotthäuser/sonderlich aber S. Gallen dmch Feur/Aas Raub/
Cs p. 7.