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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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i32 Von der Heiligen Jungfrauen

stem/ so v:l bewüßt/ und einen Bru-S Wybo- der mir Nahmen Hitto. Die einerave «Schwester / deren Nahm durch langeeäM.ku. verlohnn / aber GOtt wohl

bekannt / wäre den Göttlichen / undhimmlischen Geheimnusscn gantz erge-ben / also daß sie auch die Engel sin-gen hörte. Dise war zu einer Zeitvon ihres gleichen Jungfrauen / zu ei-nem Tantz / nnd dergleichen Weltli-chen Üppigkeiten geladen worden ; de-nen aber hat sie weißlich/ und mit dief-. fcn Seufftzen geantwortet: Wie kanich mich mit solcher Üppigkeit / undweltlichen Wollüsten vermischen / dreich höre die Heil. Engelsingen / darauffienge sie an hcrtzlich zuweinen / undDitto ein starbe hernach in wenig Tagen. IhrBnidt'r S. Bruder aber Hitto/war etwas Welt-Wyboravc. / yen ermahnetc Wyborada mit

geistlichen Worten/ und krüfftigemzu-sprechen / daß er auch die Welt verlies-se/ und ein Convcntual in dcm Gotts-hauß S. Gallen / und hernach Prie-. ster / und Psarrherr zu S. Magno bißan sein End worden. Weil auch dieH.Wyborada nicht Schreiben/ und Le-sen könnte / hatte sie von ihrem Bru-der Hittone neun und vierzig PsalmenDavids / aus vilcm / und öfftern vor-sprechen / auswendig gelehrnet. Alsaber der Hitto verdrossen worden /undwolle die Schwester den fünfftzigstenPsalmen nicht lehrnen / würd er darumin einer Nacht von GOtt gestrafft /und ist ihme so lang zufasten auferlegtworden / biß die Schwester den Psal-men Klilerere mei DEus, &c. gelehr-net Hütte / den sie bald ergriffen / die-weil Hitto noch dieselbige Nacht auf-stünde / Wyboradam weckte sein Ge-sicht erzehlte / und ihr den PsalmenMiserere mci DEus vorspräche. Zuemer andern Zeit an dem ersten Sonn-tag in der Fasten/ als Hitto gern hat-te Meß gelesen/ und aber keinen Die-ner hätte / der ihme wie bräuchlichdicnete / beklagte er sich bey seinerSchwester / die tröstete / und ermah-nete ihn den Gottödlenst anzufangen/GOtt werde »hme schon einen Dienerzusenden. Er folget ihren Rath /sahet sein Gebett / und Gottdienstan / sihe Wunder! S. Wyborada bet-tet mir ihrem Bruder einen Verß umden andern / und gäbe ihme auf al-le gewöhnliche Wort klare Antwort/mit manniglicher Verwunderung /dieweil kundbahr war / daß sie we-der Schreiben noch Lesen könnte.Insonderheit aber verwunderte sichder Bruder / und lobte GOtt umdie grosse Gnaden / die der H. Geistin seiner Schwester gewürckt / und siehundert Psalmen zu den andern fünff-

tzigen/ neben andern geistlichen Gebettten/ und Übungen reichlich gelehrnetharre.

Nachdem die H. Wyborada ihrenBruder glso von dem weltlichen zu demgeistlichen Stand bekehret hatte / näh-me sie ihr auch für ein strenger- Leben ,anzustellen. Deßwegen sie ihre zwoDienstmagd zusich beruffte / und ihnen M»- !ihr Vernehmen entdeckte / daß sie wil-lens wäre / sich von dem Fleischessenzuenthalten / und mit Kram / und Rü-ben / und andern geringen Speisen sichbegnügen zulassen. Doch solle man we-gen der fremboen Persohnen den Tischmit Fleisch / und andern köstlichenSpeisen auch anfüllen / daß man ver-meinte sie Esse auch Fleisch/ und schö-be es in den Mund / da sie es in derHand behielte / und den Armen gebenliesse i und sich mit geringeren Essen spei-sete. Eben ein solchen List brauchte sieauch mit ihrer Ligerstatt/ in deme ihrZimmer schön / und wohl zugerüst /und das Bethgewand köstlich anzu-schauen war / zu Nacht aber spreitetesie ein Cilicium auf den Boden / undzu dem Haupt legte sie einen Stein /und rastete ein kleine Zeit darauf/ dar-nach stunde sie auf/ und gienge in dieKirchen. Der Teuffel aber ein Feindder Tugend / und heiligen Lebens /wolte sie gern abwendig gemacht ha-ben / in dem er ihr offt in einesSchweins Gestalt / vor / und nach ge-lösten / oder wann sie Crcutzweiß aufdem Boden läge / und bettele / in ge-stalt einer Fröschen um sie herum hupftfent/ tantzent / und quaxent erschiene/dessen aber Wyborada wenig achtete /und sich in ihrer Andacht nichts vorhin-dcrn liesse. Auf ein Zeit hatte ein & %reiche Matron einen Diener so mitdem bösen Feind besessen / den schickte ffirdie Frau zu der Gottseeligen Jung- 'frauen / m»r Bitt / daß sie deß armenDieners sich erbarmen wolle. DieHeil. Wyborada ruffte aus mitleydenden Nahmen JEsus über den besess-nen Menschen an / und war das Gc-bett so kräfftig / daß der Teuffel vonStund an weichen müßte / und der Die-ner widerum Frisch/ und Gesund heim ^gienge. Aber der neydige Teuffelkönnte / und wolte der H. WyboradaBarmhertzigkeit nicht vergesse,, / suchteWeeg/ und Steg ßch zurechen; fandeendlich ein treulose/ nnd neydige Dienstemagd / die sich nicht schämte / ihr»»/schuldige Meisterin die H. Jungfrau /öffentlich / und nach Gelegenheit zuver-schreyen / und zuverleumden / daß sienicht allem ein üppiges / fleischliches /und unzüchtiges Weibsbild / und Ehe-brechen»