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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Und Martyrin Wyborada.

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brecherin/ sonder auch Unkeuschheit mitihrem eygnen Bruder Hittone / underdem Schern grosses Andacht/ und nächt-licher Besuchung der Kirchen / tribe.Dise / und dergleichen grobe Wörterbrauchte die falsche Magd so lang /undvil / biß die Leuth ihr Glauben ga-ben / und die schändliche Sach für denBischoff Salomonem III. zu Costantzkäme; der beyden Partheyen Amtsund Ergernuß wegen / für sich auf ei-nen öffentlichen Verhörstag citierte /und beschickte. Wiehoffertigaber/ undstoltz die Magd aufzöge / also Demü-thig / und Kümmerhafft käme Wybo-rada für den Vrschoff / und würd dieSach zu beyderseits angehört. Auseinen bestimmten Tag da vil Volcks-usainen kamen / den Austrag diferSachen zuvernehmen/würd aus Gött-lichen Urtheil / und erhaltnem Rechtdie H. Wyboradaunschuldig/ und einwahre / und reine Jungfrau / der MagdReden aber falsch erfunden / dessen warmänntglich erfreuet. Der Bischofffragte die Heil. Wyboradam / was erfür ein Straft der Magd auflegen / undanthun solle? da spräche sie : GOttdem HErren gehöre das Urtheil / derwerde das Böse straffen / und das Gu-te belohnen. Doch bliebe die Straffnicht lang aus / dann weil die Magdaus teuftelischem Anreihen nicht nach-liesse die Gottseelige Jungfrau zuvcr-schreyen / käme sie zu grosser Armuth/name einen bösen Mann zu der Ehe /würd mit dem Teuffel besessen / liesse indem Land herum / und gienge letstlichin kurtzer Zeit erbärmlich zugrund anLeib / uud Seelen : Wyborada abernähme täglich in allen Lugenden zu/und wird von den Menschen hochge-achtet.

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Wie nun Bischoff Salomon vonConstantz die Unschuld/ und grossenCyffer/ und wahre Andacht gegenGott der H. Wyborada gesehen hat-te ; besorgte er/ daß sie in rhrem Nat-terland / und Behausung ihrem Be-ruff/ und Andacht nicht wohl außwarrMt ten könnte/ deßhalben beschribe er siegen Costantz/ damit er sie in einemwohlreguliertem Frauen Kloster konnteversorgen/ und schickte etliche Dienermit Pferden die H. Jungfrau abzuho-len / d^e zwar willig war zukommen /Pferd aber/ und Bifchösfllche Hof-gesind / hat sie außgeschlagen. Alsokäme sie nach wenig Lägen mit ihrenzwo Dienstmägden zu Fuß hernach/ undwürd von dem Bischoft freundlich em-pfangen / und gehalten.- Und ob gleich-wol der Bischoff ihr verwisen/ daß sierhme ferne Pferd / und Diener verach-

?. k. Klurcr, Die H. Schweuz.

tet hätte / und mit ihnen nicht gerittenwäre / danckete er doch der H. Wybo-radä um die erwisene Gutthat/ undBeherbergung seiner Diener. Dar-nach eröffnete der Bischoff Salomonder H. Wyboraden/ daß er ein Vät-erliche Sorg träge ihren geistlichenStand zu befürderen / und gäbe ihr ander Hauptkirchen zu Costantz ein Hauß-lein ein/ befragte auch beyde Magd /wie Wyborada sich in dem Essen ver-hielte / die Mägd von der H. Wybo-rada angewifen/ antworteten: sie ha-be kein Underscheid in dem Speisen/ son-der Esse alles was die Christliche Kirchnicht verbiete. Darauf würd Wybo-rada von dem Bischoff mit nothwendi-gen Sachen reichlich versehen. Abersie blibe in Essen/ und Trincken beyihrem alten Brauch/ und äffe oft in 2.oder z. Lägen nichts anders als (nachder Vcspcrzeit) Brod/ und Kräuter/neben einem Trunck Wasser / die andereSpeisen gäbe sie allezeit den Armen.Zur selben Zeit war noch ein andereClaußnerin in einem Haußlein zu Co-stantz einbeschlossen / mit Nahmen Ci-lia/ die würd von männigilch hochge-achtet/von hohen/ und nidern Stands-Persohnen / zu underschidlichen Zeitenheimgesucht/ um Rath / und Gebettangesprochen/ und mit manchem schö-nen Geltlein verehret : welches diseGeltnärrin(dann der Nahm ihr billichgehört/ wie gesagt werden soll) zusa-men sammlete/ und schämte/ den Wu-cher damit zutreiben. St. Wybora-da als sie von difer Cilia gehört/ em-pfiengc sie ein hertzliche Begierd / siezngrüssen/ und heimzusuchen. Wie sienun zusamen kommen/ begehrte dieWyborada von der Cilia ein geistlicheErmahnung/ die sie alsbald mit demWerck vollzogen. Zu einer andernZeit käme Wyborada wider zu der Ci-lia/ welche Wyboradä durch ein Fen-sterlein zuspräche / sagent: Weil dieGehörsinn eines Geistlichen Lebens diefürnehmste Tugend seye / wölle sie sol- -che an Wyborada brüffen / und reich-te hiemit der Wyboradä ein Seckel mitGelt zu dem Fensterlein hinauß / mitdisemBefelch/ daß sie das Gelt in derStatt Costantz gewissen Lemhen aufWucher / und Zinß außleihen solte.Wyborada erfchracke ab der ftltzamcnGehorsam / enrschuDigre sich mit al-lem Glimpff/ und wolte solches nitthun. Cilia aber nähme solche Ent-schuldigung hoch/ und in dem Zornauf / verachtete Wyboradam / undschlüge ihr alle Freund > und Gemeinrschasft ab / und erhielte auch bey demBischoff Salomone/ daß die H. Jung-frau Wyborada von Costantz gen Lin-

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