Und Martyrin Wyborada.
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brecherin/ sonder auch Unkeuschheit mitihrem eygnen Bruder Hittone / underdem Schern grosses Andacht/ und nächt-licher Besuchung der Kirchen / tribe.Dise / und dergleichen grobe Wörterbrauchte die falsche Magd so lang /undvil / biß die Leuth ihr Glauben ga-ben / und die schändliche Sach für denBischoff Salomonem III. zu Costantzkäme; der beyden Partheyen Amtsund Ergernuß wegen / für sich auf ei-nen öffentlichen Verhörstag citierte /und beschickte. Wiehoffertigaber/ undstoltz die Magd aufzöge / also Demü-thig / und Kümmerhafft käme Wybo-rada für den Vrschoff / und würd dieSach zu beyderseits angehört. Auseinen bestimmten Tag da vil Volcks-usainen kamen / den Austrag diferSachen zuvernehmen/würd aus Gött-lichen Urtheil / und erhaltnem Rechtdie H. Wyboradaunschuldig/ und einwahre / und reine Jungfrau / der MagdReden aber falsch erfunden / dessen warmänntglich erfreuet. Der Bischofffragte die Heil. Wyboradam / was erfür ein Straft der Magd auflegen / undanthun solle? da spräche sie : GOttdem HErren gehöre das Urtheil / derwerde das Böse straffen / und das Gu-te belohnen. Doch bliebe die Straffnicht lang aus / dann weil die Magdaus teuftelischem Anreihen nicht nach-liesse die Gottseelige Jungfrau zuvcr-schreyen / käme sie zu grosser Armuth/name einen bösen Mann zu der Ehe /würd mit dem Teuffel besessen / liesse indem Land herum / und gienge letstlichin kurtzer Zeit erbärmlich zugrund anLeib / uud Seelen : Wyborada abernähme täglich in allen Lugenden zu/und wird von den Menschen hochge-achtet.
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Wie nun Bischoff Salomon vonConstantz die Unschuld/ und grossenCyffer/ und wahre Andacht gegenGott der H. Wyborada gesehen hat-te ; besorgte er/ daß sie in rhrem Nat-terland / und Behausung ihrem Be-ruff/ und Andacht nicht wohl außwarrMt ten könnte/ deßhalben beschribe er siegen Costantz/ damit er sie in einemwohlreguliertem Frauen Kloster konnteversorgen/ und schickte etliche Dienermit Pferden die H. Jungfrau abzuho-len / d^e zwar willig war zukommen /Pferd aber/ und Bifchösfllche Hof-gesind / hat sie außgeschlagen. Alsokäme sie nach wenig Lägen mit ihrenzwo Dienstmägden zu Fuß hernach/ undwürd von dem Bischoft freundlich em-pfangen / und gehalten.- Und ob gleich-wol der Bischoff ihr verwisen/ daß sierhme ferne Pferd / und Diener verach-
?. k. Klurcr, Die H. Schweuz.
tet hätte / und mit ihnen nicht gerittenwäre / danckete er doch der H. Wybo-radä um die erwisene Gutthat/ undBeherbergung seiner Diener. Dar-nach eröffnete der Bischoff Salomonder H. Wyboraden/ daß er ein Vät-erliche Sorg träge ihren geistlichenStand zu befürderen / und gäbe ihr ander Hauptkirchen zu Costantz ein Hauß-lein ein/ befragte auch beyde Magd /wie Wyborada sich in dem Essen ver-hielte / die Mägd von der H. Wybo-rada angewifen/ antworteten: sie ha-be kein Underscheid in dem Speisen/ son-der Esse alles was die Christliche Kirchnicht verbiete. Darauf würd Wybo-rada von dem Bischoff mit nothwendi-gen Sachen reichlich versehen. Abersie blibe in Essen/ und Trincken beyihrem alten Brauch/ und äffe oft in 2.oder z. Lägen nichts anders als (nachder Vcspcrzeit) Brod/ und Kräuter/neben einem Trunck Wasser / die andereSpeisen gäbe sie allezeit den Armen.Zur selben Zeit war noch ein andereClaußnerin in einem Haußlein zu Co-stantz einbeschlossen / mit Nahmen Ci-lia/ die würd von männigilch hochge-achtet/von hohen/ und nidern Stands-Persohnen / zu underschidlichen Zeitenheimgesucht/ um Rath / und Gebettangesprochen/ und mit manchem schö-nen Geltlein verehret : welches diseGeltnärrin(dann der Nahm ihr billichgehört/ wie gesagt werden soll) zusa-men sammlete/ und schämte/ den Wu-cher damit zutreiben. St. Wybora-da als sie von difer Cilia gehört/ em-pfiengc sie ein hertzliche Begierd / siezngrüssen/ und heimzusuchen. Wie sienun zusamen kommen/ begehrte dieWyborada von der Cilia ein geistlicheErmahnung/ die sie alsbald mit demWerck vollzogen. Zu einer andernZeit käme Wyborada wider zu der Ci-lia/ welche Wyboradä durch ein Fen-sterlein zuspräche / sagent: Weil dieGehörsinn eines Geistlichen Lebens diefürnehmste Tugend seye / wölle sie sol- -che an Wyborada brüffen / und reich-te hiemit der Wyboradä ein Seckel mitGelt zu dem Fensterlein hinauß / mitdisemBefelch/ daß sie das Gelt in derStatt Costantz gewissen Lemhen aufWucher / und Zinß außleihen solte.Wyborada erfchracke ab der ftltzamcnGehorsam / enrschuDigre sich mit al-lem Glimpff/ und wolte solches nitthun. Cilia aber nähme solche Ent-schuldigung hoch/ und in dem Zornauf / verachtete Wyboradam / undschlüge ihr alle Freund > und Gemeinrschasft ab / und erhielte auch bey demBischoff Salomone/ daß die H. Jung-frau Wyborada von Costantz gen Lin-
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