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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Cap. s.

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194 Von der Heiligen Jungfrauen/

tuui in das Kloster geschickt wurde /damit das H. Leben Wyboradä dembösen Clliä Leben nit Nachtherlig seynmöchte. Aber der Cilia List/ undBetrug waren vergebens/ dann kurtzhernach verlohre sre den Nahmen / würdrhr Gertz/ und Gleißnerey kund/ undoffenbar gemacht / und ist deßwegenauch von ihrer Wohnung verstossenworden.

Also schiftete Bischoff Salomon vonCostantz gen Lindau/ mit der H. Wy-borada/ in Meynung sie dajclbsten indas Frauen - Kloster ( wie Cilia gera-then ) einzubringen. Aber Wybora-da hatte keinen Lust an solchem. Orchzu verbleiben/ dann sie zu Costantz indem Minister vor St. Gallen Altar /in dem Schlaff ein Gesicht gehabt/daßsie von GOtt an ein anders Drth be-ruften sey/ welches auch der Bischoffauß den Gebährden der H. Jungfrau-en wohl abnehmen könnte/ deßwegener auch die H. Jungfrau fragen liesse /ob sie mit ihme gen St. Gallen ziehenwolte / darein sie frölich bewilligte.Der Bischoff ritte mit seinem Comitatdarvon/ und würd zu St. Gallen herr-lich empfangen/ die H. Jungfrau kä-me mit ihren beyden Dienstmägden zuFuß hernach. Da befähle der Bi-schofs der H. Wyborada/ daß sie anSt. Georg,j des Märtyrers KircheneinHäußlem / oder Cellcn bauen solte/in welcher sie 4. Jahr wohnete in gros-ser Heiligkeit/ Betten/ Wachen / undstrengen Abbruch/ also das GOttsei-nen H. Engel zu dem S. Adalanco /oder Alrico gebohrnen Hertzogen zuSchwaben/ Conventualen zu Einsid-lcn/ welcher in der Jnsul Uffnaw/ indem Züricher - See gleich under Rap-perschweil gelegen/ ein Einstdler war/sandte / daß er solte die H. Wyborada/bey St. Gallen Cell an einem Bergwohnhafft durch einen Botten ermäh-nen/ damit sie ein Maaß/ und Mitelin ihrem Fasten/ und strengen Abbruchhielte. Es erschiene auch in einerNacht der S. Wyborada/ da sie inihrer Cellen bettete / ein Engel / derihr den ersten Verß des 21. PsalmensDEus DEus meus respice in me , qua-re me dereliquisti. ö GOtt ! L)GOtt! schaue auf mich/ warum hastdu niich^verlasscn ? dreymahl mit lieb-licher L7timm vorsänge / darab sie einHertzliche Freud empfangen/ gedachtedlsem Gesang nach / und befände daßes ein Göttliche Ermahnung wäre/daßsie solre Visen Psalmen mehrmahlenbetten / den sie jetzt ein gute Zeit zu-bettcn underlasscn hatte. Es könn-te aber die Gottseelige Wyborada

GOtt ihrem Heyland so vollkommen^lich nicht dienen bey Sr. Georgij Kir-chen/ als sie vcrhoffet hätte/ wegendes täglichen Zugangs/ in dem etli-che aus grosser Liebe/ und Andacht ihrreiches Allmufen brachten/ andere ausKummer/ und andern Zuständen Hilft/und Trost bey ihr suchten: Das em-pfangene Allmusen theilte sie mehres-theils under die Armen auß / daß ü-berige stellete sie den andächttgenWeibs-bildern für/ die sie durch das Jahrheimsuchten / und in ihr Zucht/ und Ge-horsame sich ergaben. Under andernwäre auch ein reiche Matron/ die sichschämcte mit den andern bey Wybora-den Gast zuseyn / deßwegen sie zu ei-ner Zeit nicht käme/ dessen beklagtensich die andere Schwestern bey der H.Wyboraden/ die tröstete sie/ und ant-wortete ihnen - es werde ein Zeit kom-men/ daß sie gern bey ihnen wäre/ a-ber nicht werde gehen können. Dannnicht lang hernach / würd dise Frau sohäfftig mit einer Kranckheit angegrif-fen/ daß sie vermeinte sie müßte ster-ben. Derhalben beruffte sie ihrenMann / beklagte sich / daß sie der H.Wyboradä Speisen / und Gesellschafftverachtet habe / und batte ihn er woltesie unbeschwert dahin tragen lassen/ dasgeschahe. Und nach dem die Heil.Wyborada discr Frauen ihr Hoffartzu verstehen geben/ hat sie ein Brodgesegnet / und darvon der kranckenFrauen zu Essen geben / darvon siewiderum frisch / und gesund worden»

Wie nun S. Wyborada vier Jahrin der Cellen bey St. Georgij Kirchengewöhnet hätte/ und vil an dem stil-len/ und andächtigem Leben verhin-dert würd/ wolle sie lieber mit MariaMagdalena in ruhen ihrer Andacht ab-warten/als mit Martha in äußerlichenGeschäfften leben. Und weil diser Zeit

der Abt Salomon / und zugleich Bi-schoffzu Costantz in seinerAbtey bey St-Gallen zugegen / liesse die H. Jung-frau den Bischoff um ein rühigere Cellansprechen : Also befähle er / daßman solte bey S. Magni Kirchen derJungfrauen ein Häußlein/ oder Celle-lein bauen. Deßwegen der Prälat tmit seinem St. Gallischen Convent /Clerisey / und grosser Mänge Volcksdie H. Wyboradam in ihr neue Woh-nung bey S. Magno um die Pfingstenführte/ und sie in die Cell nach ihrembegehren verschlösse. Wie nun Wy-borada sich allein in ihrer neuen Woh-nung befände/ kamen ihr solche Ge-dancken für - daß der Kampff/ undgeistliche Streitt wurde erst recht an-gehen/ wider das epgne Fleisch / wi-der