Cap. s.
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194 Von der Heiligen Jungfrauen/
tuui in das Kloster geschickt wurde /damit das H. Leben Wyboradä dembösen Clliä Leben nit Nachtherlig seynmöchte. Aber der Cilia List/ undBetrug waren vergebens/ dann kurtzhernach verlohre sre den Nahmen / würdrhr Gertz/ und Gleißnerey kund/ undoffenbar gemacht / und ist deßwegenauch von ihrer Wohnung verstossenworden.
Also schiftete Bischoff Salomon vonCostantz gen Lindau/ mit der H. Wy-borada/ in Meynung sie dajclbsten indas Frauen - Kloster ( wie Cilia gera-then ) einzubringen. Aber Wybora-da hatte keinen Lust an solchem. Orchzu verbleiben/ dann sie zu Costantz indem Minister vor St. Gallen Altar /in dem Schlaff ein Gesicht gehabt/daßsie von GOtt an ein anders Drth be-ruften sey/ welches auch der Bischoffauß den Gebährden der H. Jungfrau-en wohl abnehmen könnte/ deßwegener auch die H. Jungfrau fragen liesse /ob sie mit ihme gen St. Gallen ziehenwolte / darein sie frölich bewilligte.Der Bischoff ritte mit seinem Comitatdarvon/ und würd zu St. Gallen herr-lich empfangen/ die H. Jungfrau kä-me mit ihren beyden Dienstmägden zuFuß hernach. Da befähle der Bi-schofs der H. Wyborada/ daß sie anSt. Georg,j des Märtyrers KircheneinHäußlem / oder Cellcn bauen solte/in welcher sie 4. Jahr wohnete in gros-ser Heiligkeit/ Betten/ Wachen / undstrengen Abbruch/ also das GOttsei-nen H. Engel zu dem S. Adalanco /oder Alrico gebohrnen Hertzogen zuSchwaben/ Conventualen zu Einsid-lcn/ welcher in der Jnsul Uffnaw/ indem Züricher - See gleich under Rap-perschweil gelegen/ ein Einstdler war/sandte / daß er solte die H. Wyborada/bey St. Gallen Cell an einem Bergwohnhafft durch einen Botten ermäh-nen/ damit sie ein Maaß/ und Mitelin ihrem Fasten/ und strengen Abbruchhielte. Es erschiene auch in einerNacht der S. Wyborada/ da sie inihrer Cellen bettete / ein Engel / derihr den ersten Verß des 21. PsalmensDEus DEus meus respice in me , qua-re me dereliquisti. ö GOtt ! L)GOtt! schaue auf mich/ warum hastdu niich^verlasscn ? dreymahl mit lieb-licher L7timm vorsänge / darab sie einHertzliche Freud empfangen/ gedachtedlsem Gesang nach / und befände daßes ein Göttliche Ermahnung wäre/daßsie solre Visen Psalmen mehrmahlenbetten / den sie jetzt ein gute Zeit zu-bettcn underlasscn hatte. Es könn-te aber die Gottseelige Wyborada
GOtt ihrem Heyland so vollkommen^lich nicht dienen bey Sr. Georgij Kir-chen/ als sie vcrhoffet hätte/ wegendes täglichen Zugangs/ in dem etli-che aus grosser Liebe/ und Andacht ihrreiches Allmufen brachten/ andere ausKummer/ und andern Zuständen Hilft/und Trost bey ihr suchten: Das em-pfangene Allmusen theilte sie mehres-theils under die Armen auß / daß ü-berige stellete sie den andächttgenWeibs-bildern für/ die sie durch das Jahrheimsuchten / und in ihr Zucht/ und Ge-horsame sich ergaben. Under andernwäre auch ein reiche Matron/ die sichschämcte mit den andern bey Wybora-den Gast zuseyn / deßwegen sie zu ei-ner Zeit nicht käme/ dessen beklagtensich die andere Schwestern bey der H.Wyboraden/ die tröstete sie/ und ant-wortete ihnen - es werde ein Zeit kom-men/ daß sie gern bey ihnen wäre/ a-ber nicht werde gehen können. Dannnicht lang hernach / würd dise Frau sohäfftig mit einer Kranckheit angegrif-fen/ daß sie vermeinte sie müßte ster-ben. Derhalben beruffte sie ihrenMann / beklagte sich / daß sie der H.Wyboradä Speisen / und Gesellschafftverachtet habe / und batte ihn er woltesie unbeschwert dahin tragen lassen/ dasgeschahe. Und nach dem die Heil.Wyborada discr Frauen ihr Hoffartzu verstehen geben/ hat sie ein Brodgesegnet / und darvon der kranckenFrauen zu Essen geben / darvon siewiderum frisch / und gesund worden»
Wie nun S. Wyborada vier Jahrin der Cellen bey St. Georgij Kirchengewöhnet hätte/ und vil an dem stil-len/ und andächtigem Leben verhin-dert würd/ wolle sie lieber mit MariaMagdalena in ruhen ihrer Andacht ab-warten/als mit Martha in äußerlichenGeschäfften leben. Und weil diser Zeit
der Abt Salomon / und zugleich Bi-schoffzu Costantz in seinerAbtey bey St-Gallen zugegen / liesse die H. Jung-frau den Bischoff um ein rühigere Cellansprechen : Also befähle er / daßman solte bey S. Magni Kirchen derJungfrauen ein Häußlein/ oder Celle-lein bauen. Deßwegen der Prälat tmit seinem St. Gallischen Convent /Clerisey / und grosser Mänge Volcksdie H. Wyboradam in ihr neue Woh-nung bey S. Magno um die Pfingstenführte/ und sie in die Cell nach ihrembegehren verschlösse. Wie nun Wy-borada sich allein in ihrer neuen Woh-nung befände/ kamen ihr solche Ge-dancken für - daß der Kampff/ undgeistliche Streitt wurde erst recht an-gehen/ wider das epgne Fleisch / wi-der