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Und Martyrin Wyborcrda.
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weite ohn einigen Schaden von dannkM'hen/ mw den Kelch nicht annehmen.Da er aber von der H. Wyborada kä-me/ vergaffe er seiner Versprechung /Blunderre das Gottshauß/ samt sei-nen Underkhanen / und zöge mit guterBeut / und mit dem Kelch darvon. Richtlang hernach als er in Italiam mit sei-nem Kriegsherr zöge / siele er mit demPferd in einen liessen Sumpff / dürinner armfeeliglich blibe/ und zu GrundMenge. Die Hertzogin sein Gemäh-"n/ schickte zwar den Kelch/ wieBur-chardus der Hertzog befohlen s widerumgen St. Gallen / doch mit einer gerin-geren Paten/ die köstlichere aber/ soMit Edelgestcinen versetzt war/ behiel-te sie für sich / daß GOtt/ und derH.Galt nicht für ein Opffer aufnähme. Umdise Gegne war ein öffentliches/ undunkeusches Weib/ von etlichen bösenBuben geschwächt worden/ die gebäh-te das Kind / welches sie bald darauffin das Wasser warffe / und ertränckte;die schändliche That käme anden Tag/sie wurde Gefangen/ und verurtheilet/daß man sie an einen Pfall binden /und lebendig Schinden solre/ doch zu-vor em Jahr lang solle sie alle Sonn-Und - Feyrtäg vor St. Magni Kirchen/Mit außgespreitem Haar/ und blossenFüssen stehen^ und ihr Schuld den bö-sen zu einer Besserung/ und den from-men zu einer Wahrnung bekennen.ALie nun das Jahr verflossen/ stundevas schiudige Wech von ihrer Büß nichtab/ und bekannte öffentlich ihr Sünde/bist sie von der H. Wyborada beruffen/Und ihr befohlen worden/ von solcherBüß abzulassen / dieweil das K näbleinin der ewigen Seeligkettchehaiten wer-de/ damit würd das öffentliche Weibledig gesprochen/ von aller wettern PeynUnd Straffen / und durch der H. Jung-frauen Wyborada Ermahnungen/ zueinem züchtigen/ und andächtigen Le-ben gezogen/ und also letstlich ein gu-tes End erlanget.
^ Ein Jahr zuvor / das ist im Jahr^hrrsti 924. als die Hunnen in dises"and / und zu St. Gallen einfielen /ju Rauben/ Stehlen/ Morden / undBrennen/ fasse auf ein Zeit die Heil.^Vborada Nachmittag in ihrer Gellen/iJr Psalmen Davids auß einem BuchIS* */ da gienge das Buch für sichI^der zu / und fiele sie in einen sanfftcirschlaff Under disem Schlaff würd• Wyborada geoffenbaret/ daßjukünfftigen Jahr die Hunnen/,n das Deutschland fallen/.„darauf an dem ersten Tag Mayen2-« E>^llen ihren Muthwillen / und^yranney außstvssen/ und sie in ihrer
Cell umbringen sotten/ und also dieMarter - Cron erlangen werde. Wienun die H. Wyborada von dem Schlafferwachet / gedachte sie bey sich sechsten /ob solche Offenbarung zu verschweigen/oder anzuzeigen nützlicher wäre/ undda sie ihr selbsten weder helffen noch ra-then könnte / schickte sie nach einem al-ten Conventual - Herren / und Prie-stern zu St. Gallen / mit NahmenWaltram/ von dem hievor auch Mel-dung geschehen / dem öffnete sie diegantze Beschicht/ allein verschwlge sieihr zukünfftige Marter. Walrram-mus achtete es zu offenbaren Gut seyn/zu Aufemhaltungviler Menschen/ Leib/und Seelen/ Leben/Nutz/ Büß/All-musen/ und guter Wercken/ und Si-cherheit des zeitlichen Guts. Mitdrsem Rath war die Heilige Wy-borada noch nicht zuftiden/ beschick-te auch den Abt Engeibertum denandern / der sandte zu iht etliche Brü-der aus dem Convcnr / aber sie wolteihnen nichts offenbahren; da nun derPrälat selber käme / zeigte sie alles ih-me in Geheim an/ aber sie möcht nichtvon dem Abt beredt werden / baß siesich mit dcn ihrigen in ein sicheres O> rhbegeben sötte / sprechende: Sie habesich GOtt dem Allmächtigen gantz er-geben / dessen gerechten Urtheil / undgrossen Barhertzigkeit wölle sie erwar-ten Die Forchr / und das herzuna-hen der Hunnen / machte daß nicht al-lein der Abt Engelbertus mrt seinemConvent / und köstlichen Sachen / anein sichers Orth sich begaben / sonderes kamen auch der S. Rachildä Elterngen St. Gallen / ihr ttebe Tochter ab-zuholen / und aller Gefahr zuentledi-gen. Aber die H. Wyborada tröste-te die Eltern Rachildä/ und versprachihnen daßchre Tochter von aller Leibs/und der Seelen Gefahr / ledig verblei-ben wurde. Ein Priester zu St. Gal-len mit Nahmen BnuS / kömite ihmenicht einbilden / daß die Hunnen oderUngern in das Kloster St. Gallen ein-fallen 1 und den Platz verwüsten sot-ten ; der käme zu ver H. Jungfrauenum Rath / die H. Wyborada straffteihn wegen seines Mißglaubens / undermahnete ihn / daß er sich bald mitden seinigen in die Flucht begeben sol-le. Daß geschahe bald / dann wre erseine Sachen auf einen Wagen gela-den / und darvon fahren wollen / setz-te er ein kleines Kind auf den Wagen/der Wagen fiele auf dem Weeg um /also daß die Räder gegen Himmel sa-hen / und das Kind muten unver demWagen lag / männiglrch achtete dasKind wäre todt / da aber der Karrenausgericht würd / ist das Kind leben-
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