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das Jahr Christi 918. die Welt/ undBäuerliche Reichthum/ und was erin der Welt haben könnte/ und begä-be sich in die Jnsul Uffnau / in dem un-dern Züricher See gelegen/ bey derRapperschweiler Brück/ allda ein Ein-sidlisches/ und heiliges Leben anzufan-gen/ und zuvollbringen. Eben zudiser Zeit wohnete auch bey dem Gotts-hauß 'St. Gallen ein Heilige Jungfrau/mir Nahmen Wybvrava i so m ein Cel-lelein eingeschlossen war / und ein stren-ges / und heiliges Leben / mit Betten/und grossem Abbruch der menschlichenNahrung / vier Jahr lang führte. Daaber der gütige GOtt seyn geliebte Die-nerin des strengen Abbruchs / und Fa-ssens wegen/ wolte erquicken/ sandteer seinen H. Engel in einer Nacht zudem seeligen Adalrico / ihne ermahnen-de/ er feite einen getreuen Diener zuder H. Jungfrauen Wyboraden schi-cken/ und ihr anzeigen/ daß sie sollevon dem gestrengen Abbruch/ und Fa-sten/ aus Befelch Gottes/ nachlassen/damit sie ihrem GOtt/ undGesponsend/sto länger Dienen/ und andere H.Bußwerck verrichten möchte. DiseErmahnung des S. Adalrici nähmeWyborada an / und lebte hernach sohcillglich / daß sie auch die Marter-Cronerlangete / in dem Jahr des Herren925 den 2. Tag Maij/ von welcheran feinem Orth weirerö.
Als der S. Adalricus nun in allerVollkommenheit/ und H. Leben in sei-ner Jnsul Ussirau wohnete / ist auf einZeit der Züricher-See so groß / undhoch gewachsen / undzugenohmen/ daßsich niemand etlich Tüg lang auf denSee begeben dörffte/ dem seeligen Manndie leibliche Nahrung zubringen. Daaber der S. Adalricus seine zustehen-de Noth/ und Gefahr seines Lebenssahe/ befähle er sich der GöttlichenBarmhertzigkeit/ durch ein andächtigesGebctt / und als er also mit AndachtGott anruffte / stunde ein Pcrsohn(ohn allen zweiffel seyn Heil. Schutz-engel) vor ihme/ der ihme Wein / undBrod brachte/ dardmch er seine Kräff-ten/ und leibliche Stärcke widerum er-hollete/ GOtt der die seinige/ die aufihn hoffen / nicmahlen verläßet / ge-dancket / und gelobet.
In dem Jahr deß HErrcn 926.wardeß S- Adalrici Vatter Herßog Burck-hardus zu Schwaben / in Italien incitum Fcldstreitt erschlagen. Da würdauch nicht lang hernach die andäch-tige Regulinda / einem FränckischenHcrtzogen Hernran zu der Ehe ver-trauet/ und ist ihme Hermanno von
Heiligen/
dem Käyser das Hertzogthum zu einemLehen übergeben worden. Dtser Her- Er Aman hatte einen Bruder/ oder nächsterBlutsfreund mit Nahmen Eberhar-dus/ Thumprobst zu Straßburg/ derverliesse die Welt/ zöge in den finsternWald / würd ein Einsidler / und mitHilffseines Bruders Hermanni/ daue-re er das Gottshäuß Emsidlen / da-ran thäte die Andächtige Regulindaauch ihre Hilff/ und Sreur/ beredteauch ihren Sohn/ denS. Adalricum/daß er um das Jahr Christi 94v.seinJn-sul Uffnau/ und Einsidler Stand verlies-se/ in der er bey 22. Jahr ein still / undGOtt wohlgefälliges Leben geführthatte / sich in das neue EinsidlischeKlo-ster/ und Joch der Gehorsame St. Be-nedicti Regul/ und Kleidung begäbe /darinnen er noch 15. Jahr Heiliglichlebte / und sich also unsträfstich verhiel-te / daß ihme daS Custor-Ampt / undalle Kirchen-Zierden vertrauet / undübergeben wurden.
Mitler Weil / und Zeit bekäme 2 U' cifjjdalricus wider ein grosse Begierd in seinerste Einöde / und Jnsul Uffnau sich zu-begeben / und sein übriges Leben da-rinn zubeschliessen / dieweil er in seiner na«-Andacht / und geistlichen Übungen /von dem srembden herzulauffenden Volckverhindert wurde / und damit er denK'irchenbau der Jnsul Uffnau / so vonseiner andächtigen Mutter Regulindaangefangen / vollziehen möchte. Al-so zöge der S. Adalricus mit Bewilli-gung deß Abts Eberhardl in mehrge-sagte Jnsul / und vollzöge den Kir-chenbau/ die hernach in der-Chr der al-lerheiligsten Dreyfaltigkeit / und bey-der heiligen Apostlen Petri / und Pau-li geweyhet morden: in welcher auch derS. Adalricus begraben worden/ als erausSt.Michaelis ArchangcliTag Gott-seeliglich starbe/nach JEsu Christi Ge-burt 973. und in diser Jnsul widerum20. Jahr gewöhnet hätte. Es bezeu-gen aber sein H. Leben vil grosse / undschöne Miracul / und Wunderzeichen /die GOtt durch seines Dieners H. Ver-dienst allda gewürcket hat / und noch zuunseren Zeiten würcket. Das Gotts-hauß Etnsidlen bekäme deß H. AdalriciVätterliches/ und Mütterliches Erb/et-licheGüter /-Hoff/ und Gerichtöherrlich^ketten zu Steffis / Wolbrau / Pfefsikolttund anders mehr um Emsidlen / unddie Jnsul Uffnau an dem Züricher Seegelegen. Deßwegen er nicht allemals einverleibter Conventbruder / undHeiliger GOttes / sondern auch alsein Mitstiffter/ verehret/ und erkennetworden. Und ob schon der Gottsee-'lige Adalricus in seinem Lebe/und Ster-