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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Cap. r.

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Cip. 3 .

2ZQ Von den

das Jahr Christi 918. die Welt/ undBäuerliche Reichthum/ und was erin der Welt haben könnte/ und begä-be sich in die Jnsul Uffnau / in dem un-dern Züricher See gelegen/ bey derRapperschweiler Brück/ allda ein Ein-sidlisches/ und heiliges Leben anzufan-gen/ und zuvollbringen. Eben zudiser Zeit wohnete auch bey dem Gotts-hauß 'St. Gallen ein Heilige Jungfrau/mir Nahmen Wybvrava i so m ein Cel-lelein eingeschlossen war / und ein stren-ges / und heiliges Leben / mit Betten/und grossem Abbruch der menschlichenNahrung / vier Jahr lang führte. Daaber der gütige GOtt seyn geliebte Die-nerin des strengen Abbruchs / und Fa-ssens wegen/ wolte erquicken/ sandteer seinen H. Engel in einer Nacht zudem seeligen Adalrico / ihne ermahnen-de/ er feite einen getreuen Diener zuder H. Jungfrauen Wyboraden schi-cken/ und ihr anzeigen/ daß sie sollevon dem gestrengen Abbruch/ und Fa-sten/ aus Befelch Gottes/ nachlassen/damit sie ihrem GOtt/ undGesponsend/sto länger Dienen/ und andere H.Bußwerck verrichten möchte. DiseErmahnung des S. Adalrici nähmeWyborada an / und lebte hernach sohcillglich / daß sie auch die Marter-Cronerlangete / in dem Jahr des Herren925 den 2. Tag Maij/ von welcheran feinem Orth weirerö.

Als der S. Adalricus nun in allerVollkommenheit/ und H. Leben in sei-ner Jnsul Ussirau wohnete / ist auf einZeit der Züricher-See so groß / undhoch gewachsen / undzugenohmen/ daßsich niemand etlich Tüg lang auf denSee begeben dörffte/ dem seeligen Manndie leibliche Nahrung zubringen. Daaber der S. Adalricus seine zustehen-de Noth/ und Gefahr seines Lebenssahe/ befähle er sich der GöttlichenBarmhertzigkeit/ durch ein andächtigesGebctt / und als er also mit AndachtGott anruffte / stunde ein Pcrsohn(ohn allen zweiffel seyn Heil. Schutz-engel) vor ihme/ der ihme Wein / undBrod brachte/ dardmch er seine Kräff-ten/ und leibliche Stärcke widerum er-hollete/ GOtt der die seinige/ die aufihn hoffen / nicmahlen verläßet / ge-dancket / und gelobet.

In dem Jahr deß HErrcn 926.wardeß S- Adalrici Vatter Herßog Burck-hardus zu Schwaben / in Italien incitum Fcldstreitt erschlagen. Da würdauch nicht lang hernach die andäch-tige Regulinda / einem FränckischenHcrtzogen Hernran zu der Ehe ver-trauet/ und ist ihme Hermanno von

Heiligen/

dem Käyser das Hertzogthum zu einemLehen übergeben worden. Dtser Her- Er Aman hatte einen Bruder/ oder nächsterBlutsfreund mit Nahmen Eberhar-dus/ Thumprobst zu Straßburg/ derverliesse die Welt/ zöge in den finsternWald / würd ein Einsidler / und mitHilffseines Bruders Hermanni/ daue-re er das Gottshäuß Emsidlen / da-ran thäte die Andächtige Regulindaauch ihre Hilff/ und Sreur/ beredteauch ihren Sohn/ denS. Adalricum/daß er um das Jahr Christi 94v.seinJn-sul Uffnau/ und Einsidler Stand verlies-se/ in der er bey 22. Jahr ein still / undGOtt wohlgefälliges Leben geführthatte / sich in das neue EinsidlischeKlo-ster/ und Joch der Gehorsame St. Be-nedicti Regul/ und Kleidung begäbe /darinnen er noch 15. Jahr Heiliglichlebte / und sich also unsträfstich verhiel-te / daß ihme daS Custor-Ampt / undalle Kirchen-Zierden vertrauet / undübergeben wurden.

Mitler Weil / und Zeit bekäme 2 U' cifjjdalricus wider ein grosse Begierd in seinerste Einöde / und Jnsul Uffnau sich zu-begeben / und sein übriges Leben da-rinn zubeschliessen / dieweil er in seiner na«-Andacht / und geistlichen Übungen /von dem srembden herzulauffenden Volckverhindert wurde / und damit er denK'irchenbau der Jnsul Uffnau / so vonseiner andächtigen Mutter Regulindaangefangen / vollziehen möchte. Al-so zöge der S. Adalricus mit Bewilli-gung deß Abts Eberhardl in mehrge-sagte Jnsul / und vollzöge den Kir-chenbau/ die hernach in der-Chr der al-lerheiligsten Dreyfaltigkeit / und bey-der heiligen Apostlen Petri / und Pau-li geweyhet morden: in welcher auch derS. Adalricus begraben worden/ als erausSt.Michaelis ArchangcliTag Gott-seeliglich starbe/nach JEsu Christi Ge-burt 973. und in diser Jnsul widerum20. Jahr gewöhnet hätte. Es bezeu-gen aber sein H. Leben vil grosse / undschöne Miracul / und Wunderzeichen /die GOtt durch seines Dieners H. Ver-dienst allda gewürcket hat / und noch zuunseren Zeiten würcket. Das Gotts-hauß Etnsidlen bekäme deß H. AdalriciVätterliches/ und Mütterliches Erb/et-licheGüter /-Hoff/ und Gerichtöherrlich^ketten zu Steffis / Wolbrau / Pfefsikolttund anders mehr um Emsidlen / unddie Jnsul Uffnau an dem Züricher Seegelegen. Deßwegen er nicht allemals einverleibter Conventbruder / undHeiliger GOttes / sondern auch alsein Mitstiffter/ verehret/ und erkennetworden. Und ob schon der Gottsee-'lige Adalricus in seinem Lebe/und Ster-