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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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GroßeWnnder-irichkii beyLeben.

242 Von dem Heiligen Wolffgang/ Bischoff/ und Beichtiger.

brannte allda die Vorstatt / verhergte sie sein Sterbstündlein vorhanden WRhcmis / Sueßion/ und Laubun die seyn / und aus Göttlicher Offenbah-Hertzogthum. Im heraus kehren rung verstände / es wurde bald erfül-aber / als das völlige Äriegsvolck an let werden / was ihm vor Zeiten zuden Fluß Axona kommen / welcher der- Einsidlen St- Othmar vorgesagt/ liestmästen zugenohmen / und angeloffen / se er sich in eine Kirchen/und Capellendaß er weder zu Fuß noch zu Schiff über- zu St. Othmari Ehr gewyhen / tragen/zukommen bequem wäre / die Frantzo- und für den Altar setzen ; da beichtetesen aber mit aller Macht auf die Küy- er seine Sünd / und Fahler mit grostserlichen setzten; ermahnete St. Wolff- ser Reu/ und Leydwurde mit demzar- .gang die seinige in GOttes Nahmen ten Fronleichnam JEsu Christi verse/durch das Wasser zugehen. Als aber hen. Auf dises spräche er den umste/etliche sich vor der Gefahr entsetzten / henden zu / sollen sich deß Christlichenbegab er mit erstem sich in die Gefahr/ Glaubens/der Hoffnung / guter Wer/gienge also er / der Kayser Otto / und cken/und Liebe befleißen; befähle sich/auf sie das gantze Kriegsvolck durch / und alle ihm anbefohlne GOtt demseynd also ohne Schaden den Frantzo- HErren / und seinen lieben Heiligensen entrunnen. gantz inniglich. . Nach solchem legte

er sich zu boden/ wolte daß alle gegen-

Die 22. Jahr / in denen er Bi- wältige seinem End auswarten / und ui-schoff war / wolte er weder bessere befähle daß niemand ausgeschlossen wer-Speiß noch Kleidung die etwas zierli- he. Nach gehaltner tröstlicher Er-cher wären / noch bessers Bethgewand mahnung / thäte er die Augen zu ebenbrauchen / als wie er zuvor gewöhnet als schlieffe er / gäbe also sein seeligenwar. Er hielte sich in dem Wachen/ Geist auf/ in die Händ seines Erlö-und Gebett gleichwie zuvor/ dannofft sers / den letsten Weinmonat in demist er zu Mitternach heimlich aufgestan- Jahr 99z. wie Christophorus Hart-den / und heimlich in die Kirchen gan- mann / Baronius aber 999. Sigeber-gen / darinn biß auf die Metten ver- tus aber / und andere 994. vermeinen,harret / wann dise geendet / und der Seines Bischöflichen Ampts im 22.

Tag noch nicht angebrochen / rastete er Jahr. Nach 7. Lägen würd fern H-.also in allen Kleideren / seine abgemüd- Leib von Härtwico Ertzbischoff zu Saltz- Lwte Glider etwas zuerquicken. Das bürg / und GrassAribone (derenAn- kystillschweigen hielte er vor der Prim / kunfft St. Wolffgang vor seinem Endund nach der Complet so fleißig / als aus Prophetischem Geist / vorgesagt / ^ob er noch im Orden wäre. In allen sind befohlen, ihnen die Zimmer zuzurü- Sfiseinen Reden/ und Conversation / war sten ) nach Regenfpurg in St. Petri 'er bescheiden / kurtz / und sanfftmüthig. Münster mit grossem Leyd / und Thrä-Wie er aber in dem Qpffer/ nnd Niest nen / hoch/ und nidern Stands-Per-sung deß H. Fronleichnams sich ver- söhnen geführet / und begleitet. Gon-halren/dasselbig mit Zäheren / und derlich aber die Armen/ Witwen/undThränen verricht / und genossen / /ich Weisen / beweineten ihren Vatter unddarneben GOtt inniglich mit demütht- gewesne Zuflucht. Nach gehaltnengem zerknirschtem Hertzen aufgeopffert/ Aempteru / und gebräuchlichem Kir-rst nicht zuerzehlen. Zu Tlsch gieng chcngepraNg / wurde der H. Leichnamer mehr ausNothturfft/ als aus Wol- in St. Emmerani Kloster getragen /

.lust / und unordenlicher Begierd / in als er befohlen / und ehrlich begrabetessen / und trincken mäßig / und brache Nach 58. Jahren aber / daß ist im Jahr M fdem Begird noch vil ab/ liesse ihmeal- Christi 1052. als Papst Leo IX. m Xlezcit zu Tisch lesen > damit sein Seel Deutschland aus hochnöthigen Geschass-auch gespeifet wurde. Er heylett äl- ten sich begeben / hat er vil von grossenlerley Kranckheiten / erledigte dre Be- Wunderzeichen St. Wolffgangi / vonsessnen / und mit Auflegung seinerHan- grossen Fürsten/ und Herren auch vi-den thät er grosse Wunderzeichen / |cn andern gehört; durch derer bittlichdurch das geweichte Brod so er den Ersüchung / und Anhaltung bewegt /KranckeN schickte machte er vil gesund, hat er ihn in die Zahl der Heiligenge-Summa sein gantzcs Leben war wun- sprochen / und erklärt / befehlent daßderlich / und ein Spiegel aller Vollkom- man ihn andächtig verehren / und fti-menheit. Wenig Tag vor seiner hin- nen Tag feyrlich halten solle. Ubecfahrt/ zöge er Gefchäfften halben / 577-Jahr als sein H. Leichnam bey St.nach dem Stattlcin Pechlaren in nider Emmerano verborgen läge / seynd imOesterreich / im Regenspurger Bisch- Jahr Christi 1614. seine Gebein widerthum gelegen als er die Thbnau hinab gesunden / und von Bischoff Wolffgan-schiffete biß gen Puggingam / ergriffe go dem ll. mit grossen Freuden / An-jhn em starckes Freder / und da er wüst dacht / und Pomp / an ein bequemcrs /

und