Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
Seite
264
JPEG-Download
 

264 Von der Heiligen Jdda /

an den Schweipss hencken / und alsovon der Höhe des Schlosses bis zu un-derst in das Thal hinab lausten-/ dar-durch der eilende Mensch jämmerlich /und unverschulder weiß zerschleipffr/ undzerrissen worden.

cap. 5 Mit diser That aber / ist dem bö-sen Feind nicht genug geschehen / son-der wolle auch an der tugentreichenFrauen seinen lang gefaßten Zorn er-zeigen / und solches durch niemand än-derst als durch den Grasten ihren Ge-mahel sechsten / damit ihr Leyd l undSt. Jdda Marter desto grösser wurde. Waswird zum gcschicht ? Der Grast laufft eylends /Si'«* "ud geschwind in das Frauen -Zimmer/»erntn/ * n seinem grimmen / und grausamenZorn / erwüscht/ und ergreifft sein ge-treues Ehegemahe! / reisset sie zu demFenster / da halste kein versprechen nochentschuldigen / da war weder Gnadnoch Barmhertzigkeit / sonder stürtzetsie mit qewalt ohn alles Recht von demallerhöchsten Orth deß Schlosses hin-ab / und fiele also die unschuldidigeFrau durch wilde Hecken / und Dörnin die vierhundert Elenbogen liest/ daßjedermann vermeinte daß sie zu stucken-und zu todt gefallen wäre. Was aberder böse Feind ihr zu dem Leyd / undVerderben angerichtet / daß ordneteGOtt / der die seinigen nicht ver,lasset / zu seinem grösser» Lob / undUnschuld der Gräffin. Warlich hatsich die Heil. Jdda wobl gesegnet /und in solcher eussersten Noth sich demtreuen / und lieben GOtt mit grosserZuversicht/ und Glauben befohlen/die-weil sie si> wunderbahrlich von einersolchen Gefahr errettet worden.Als nundie H. Jdda auf den Boden gefallen /stunde sie auf/ und knyete nider / lob-te GOtt von Hertzen/ und danckereIhme daß er sie fo wunderbahrlich er-halten hatte / verzeyhete auch alsbaldallen ihren Mißgönnern / und ihremEheherren / machte ihr dise grosse Heim-suchung zu nutz / und sprach in ihremHertzen also : Ewiger / und barmher-tziger GOTT t wie vil bin ich deinerMajestät schuldig / daß du mich auslauter Gnad mit deiner starcken Handwunderbahrlich erhalten/ und bewah-ret hast / derhalben opffere ich dir/ Omein gebenedenter Schöpffer/ und Er-löser / mein Seel / und Leib / meinLeben / und Wandel / all mein thun/und lassen. Ich verzeyhe mich meinerEltern / und Freunden / wie edel /undHerstich sie immer seynd / aus freyenwillen verlasse ich allen WeltlichenPracht / und Wollust / für die Reich-thum erwöble ich die blosse Armuth /für den Ehestand / die unbefleckte

Keuschheit / für die eygne / und sinn-liche Liebe / die Verläugnuß meinersechsten; damit ich unverhindert / öHErr 2 Esu Christe! dir allein dienen/mit gantzem Hertzen frey anhangen /und forthin nach meinem vermögen /und deiner Gnad das erstatten könne/was leyder von nur in dem WeltlichenStand bißher versaumbt worden.

Mein Seel benedeye den HErren s &und alles was in mir ist / lobe seinen #**Heiligen Nahmen / mein Seel ver-gesse nicht die Gutthaten die er dir er-zeiget hat.

Wer kan sich aber genug verwun- ^dern / daß dise zarte / und Edle Grrss- m*fin ein solches hartes / und strenges Le- HMben an sich genommen solle haben? Sieführte ein Einsidlisches Leben / wohne-te mitten in der Wildnuß / liesse sich be-gnügen mit Kräutern/ Wurtzlen/ Schle-hen / und Holtzöpfflen / und lauterMWasser/welches durch das wilde Thallflusse / sie fragte nach keiner gekochtenSpeiß/ sie wäre gedultig/ und frölichin der eussersten Armuth v und in demungewöhnlichen strengen Leben. Siehatte weder Stuben / Kuchen s nochem Beth / und Küßin / oder anderezierlichen Hausrath. Auf der kühlenErden war ihr Ligerstatt/ und under denwilden thicren ihr Pallast. Sie er-hrrbe ihr Hertz / und Gedancken alleinzu GOtt / deme sie sich hatte befohlen/und verlobt sie dienete ihme Tag / undNacht mit emsigen Gebett / 'und an-dächtigen Betrachtungen. Als es nuitGOtt dem Allmächtigen gefallen/ denGottseeligen Wandel St. Jddä derWelt zuoffenbahren / und das äuge- . <zündte Liecht auf den Leuchter setzest * s,t 'wolle / damit es allen so im Hauß wa-ren vorleuchtete; begäbe es sich aus einZeit / da jetzt St. Jdda in die 17.

Jahr in der Wüsten / und EjnfidlekStand gelebt hatte / daß der GrassHeinrich von Toggenburg / St. JddäGemahel seinen Jägern befähle / daßsie mit den Hunden dem Gewild nach/setzen / und das Wildprät suchen sol- Eten. Die Jäger kamen in den Wald/und fanden einen Fußtritt eines Mcn- {.ru fschen allda / ab welchem sie sich ver/ <##'wunderten / und eyleten die Hund nachihrer Art / und Natur demselben gespur/und geschmack nach/ dervhalben sichditJäger ze länger je mehr in die Wildnußhinein liessen / und wollen erfahren/hin doch endlich solche Fußtritt sie ivcfiseten. Letstlich kommen sie zu St. Jv- schlechtes / und armes Hütleinfinden ihr Frau in höchster Armuth all/da allein wobnent/ und GOtt dicncnt.

Ab disem Wunder entsetzten sich D,<