264 Von der Heiligen Jdda /
an den Schweipss hencken / und alsovon der Höhe des Schlosses bis zu un-derst in das Thal hinab lausten-/ dar-durch der eilende Mensch jämmerlich /und unverschulder weiß zerschleipffr/ undzerrissen worden.
cap. 5 Mit diser That aber / ist dem bö-sen Feind nicht genug geschehen / son-der wolle auch an der tugentreichenFrauen seinen lang gefaßten Zorn er-zeigen / und solches durch niemand än-derst als durch den Grasten ihren Ge-mahel sechsten / damit ihr Leyd l undSt. Jdda Marter desto grösser wurde. Waswird zum gcschicht ? Der Grast laufft eylends /Si'«* "ud geschwind in das Frauen -Zimmer/»erntn/ * n seinem grimmen / und grausamenZorn / erwüscht/ und ergreifft sein ge-treues Ehegemahe! / reisset sie zu demFenster / da halste kein versprechen nochentschuldigen / da war weder Gnadnoch Barmhertzigkeit / sonder stürtzetsie mit qewalt ohn alles Recht von demallerhöchsten Orth deß Schlosses hin-ab / und fiele also die unschuldidigeFrau durch wilde Hecken / und Dörnin die vierhundert Elenbogen liest/ daßjedermann vermeinte daß sie zu stucken-und zu todt gefallen wäre. Was aberder böse Feind ihr zu dem Leyd / undVerderben angerichtet / daß ordneteGOtt / der die seinigen nicht ver,lasset / zu seinem grösser» Lob / undUnschuld der Gräffin. Warlich hatsich die Heil. Jdda wobl gesegnet /und in solcher eussersten Noth sich demtreuen / und lieben GOtt mit grosserZuversicht/ und Glauben befohlen/die-weil sie si> wunderbahrlich von einersolchen Gefahr errettet worden.Als nundie H. Jdda auf den Boden gefallen /stunde sie auf/ und knyete nider / lob-te GOtt von Hertzen/ und danckereIhme daß er sie fo wunderbahrlich er-halten hatte / verzeyhete auch alsbaldallen ihren Mißgönnern / und ihremEheherren / machte ihr dise grosse Heim-suchung zu nutz / und sprach in ihremHertzen also : Ewiger / und barmher-tziger GOTT t wie vil bin ich deinerMajestät schuldig / daß du mich auslauter Gnad mit deiner starcken Handwunderbahrlich erhalten/ und bewah-ret hast / derhalben opffere ich dir/ Omein gebenedenter Schöpffer/ und Er-löser / mein Seel / und Leib / meinLeben / und Wandel / all mein thun/und lassen. Ich verzeyhe mich meinerEltern / und Freunden / wie edel /undHerstich sie immer seynd / aus freyenwillen verlasse ich allen WeltlichenPracht / und Wollust / für die Reich-thum erwöble ich die blosse Armuth /für den Ehestand / die unbefleckte
Keuschheit / für die eygne / und sinn-liche Liebe / die Verläugnuß meinersechsten; damit ich unverhindert / öHErr 2 Esu Christe! dir allein dienen/mit gantzem Hertzen frey anhangen /und forthin nach meinem vermögen /und deiner Gnad das erstatten könne/was leyder von nur in dem WeltlichenStand bißher versaumbt worden.
Mein Seel benedeye den HErren s &und alles was in mir ist / lobe seinen #**•Heiligen Nahmen / mein Seel ver-gesse nicht die Gutthaten die er dir er-zeiget hat.
Wer kan sich aber genug verwun- ^dern / daß dise zarte / und Edle Grrss- m*fin ein solches hartes / und strenges Le- HMben an sich genommen solle haben? Sieführte ein Einsidlisches Leben / wohne-te mitten in der Wildnuß / liesse sich be-gnügen mit Kräutern/ Wurtzlen/ Schle-hen / und Holtzöpfflen / und lauterMWasser/welches durch das wilde Thallflusse / sie fragte nach keiner gekochtenSpeiß/ sie wäre gedultig/ und frölichin der eussersten Armuth v und in demungewöhnlichen strengen Leben. Siehatte weder Stuben / Kuchen s nochem Beth / und Küßin / oder anderezierlichen Hausrath. Auf der kühlenErden war ihr Ligerstatt/ und under denwilden thicren ihr Pallast. Sie er-hrrbe ihr Hertz / und Gedancken alleinzu GOtt / deme sie sich hatte befohlen/und verlobt sie dienete ihme Tag / undNacht mit emsigen Gebett / 'und an-dächtigen Betrachtungen. Als es nuitGOtt dem Allmächtigen gefallen/ denGottseeligen Wandel St. Jddä derWelt zuoffenbahren / und das äuge- . <zündte Liecht auf den Leuchter setzest * s,t 'wolle / damit es allen so im Hauß wa-ren vorleuchtete; begäbe es sich aus einZeit / da jetzt St. Jdda in die 17.
Jahr in der Wüsten / und EjnfidlekStand gelebt hatte / daß der GrassHeinrich von Toggenburg / St. JddäGemahel seinen Jägern befähle / daßsie mit den Hunden dem Gewild nach/setzen / und das Wildprät suchen sol- Eten. Die Jäger kamen in den Wald/und fanden einen Fußtritt eines Mcn- {.ru fschen allda / ab welchem sie sich ver/ <##'wunderten / und eyleten die Hund nachihrer Art / und Natur demselben gespur/und geschmack nach/ dervhalben sichditJäger ze länger je mehr in die Wildnußhinein liessen / und wollen erfahren/hin doch endlich solche Fußtritt sie ivcfiseten. Letstlich kommen sie zu St. Jv-dä schlechtes / und armes Hütleinfinden ihr Frau in höchster Armuth all/da allein wobnent/ und GOtt dicncnt.
Ab disem Wunder entsetzten sich D,<