Graffin/ und Wittfrauen.
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Jager / und machten sich bald von ban-nen mit ihren Hunden / ihrem Herrendem Graffen solche fröliche Zeitung" am«uzeigen.
*** 7. Nachdem nun die Jäger in dasSchloß kommen / spricht einer mit frö-sicher Red zu dem Grasten / GOtt seyegelobt '/ und gcdancket / welcher EuerGnaden Gemahel so wunderbahrlicherhalten / daß sie nach dem schweren /und grossen Fall noch bey Leben sich be-findet. Darauf der Grass geantwor-tet : von meiner Frauen die du nochbey Leben zusein anzeigest / kan ich nim-mer glauben/ dieweil sie von solcher höhegestürtzet worden / und so ness herabgefallen / daß sie möchte vllmehr in tau-sent Stuck zcrtrimtet worden seyn.Der Jager sprach : Ich sag die War-heit daß sie noch lebe / dann ich sie mchtallein mit meinen Augen gesehen / son-der auch Persöhnlich angeredr/ und siemir ihre rechte Hand gereichet hat /und hat auch Euer Gnaden anzeigenlassen / und frey gesagt: Euer Gnadenhabe sie wider alle Billichkeir verflossen/u d hingeworffen / dieweil sie der be-schuldigten Sach mit dem Jäger / mei-
h, nem Varrer / unschuldig seye gewesen.
I?»« Disir Zeugnuß kennte der Grass nicht
^ ^ widerstreben / und wolte nicht längerwarten / sonder name die Hund / undden Jager / und giengen sämtlich andas Hrth deß Tobels / das Rappen-stein hiesse / und kamen endlich zu dervbgesagten Höle / darin» die H. FrauJdda ihr unachtsames/ und armesHütt-lein hatte/ es sahe aber der Grast St.Jddam bald hersür kommen mitunder-geschlagnen Äugen / zercißnen / undsthlechten Kleidern / demüthigen Ge-bärden / und sonderbahrer Schamhaff-ttgkeit / als ob sie die geringste Magdw seinem Hauß wäre / der Grast ent-setzte sich hefftig ab disem Anblick seinesunschuldigen Gemahels / erkenncte seinSchuld / siele auf seine Kneye nider /Sabe sich deß grossen Lasters schuldig /daß er an ihr unschuldiger / und gaherMiß begangen hatte / und hatte sieDertzlich um Verzeyhung. Hieraufhebte St. Jdda ihren Gemahel vonder Erden auf/ und spräche : er sollesolche Ehrerbietung allein GOtt demvErren indem Himmel beweisen / unddenselben um Verzeyhung unser Sün-bitten. Der Gran batte die H.-Zvdam / daß sie wolte mit ihm wide-rum m das Schloß ziehen / und ihmebeywohnen mit Verheißung / er wolteNe also ehrlich halten / daß sie solcheszugefügtes Übels / und Unfalls tausent-^Elg frgetzet wurde. Dises begeh-ren schlüge dte H. Jdda ihrem Herren
mit freundlichen Worten / und wichti-gen Reden ab / ft-rechend : daß sie sichgantz / und gar Christo dem unsterbli-chen Bräutigam ergeben/ und verspro-chen habe/ und deß weltlichen Stand-nunmehr abgestorben seye / in Hoffnunger werde sie in ihrer Andacht / undgottsförchtigen Leben nicht verhindern/sonder die übrige Zert ihres Lebens /indem angefangnen Emsidlischcn Standbeschließen iassen/und begehre nichts an-ders an ihren Herrö/dan daß er ihr wolleein schlechtes Hütttem bauen lassen /darinnen sie forthin sich mit ihremschwachen Lerb möchte aufemhallen /und Christo ihrem Bräutigam destofüglicher dienen. Nach disem be-williget Grass Heinrich (wiewohl nichtohn rrauren ) was sie begehrt hatte /sprechent: diewerl es nicht änderst kanseyn / und ich solches geistliches / undGottgefälliges Vornehmen nicht ver-hindern will / so begehre ich daß ihr eucherkläret / an welchem Orth lhr solcheWohnung zuhaben begehret/dann har-zn will ich mich willig erbottcn haben-.Sie sprach aber / vaß sie niergents lie-ber ihr Auffenthaltung haben möchre /dann in der Au / an dem Orch da maupflegt über das Hörnlein zugehen / (oiüyr der Nahm eines grosses Bergs beydem Gottshauß Fijchingen genEmsid«len) nicht weit von der Capel! / diezu ehren unser lieben Frauen erbauenist / dann in derselben Wisen ober Mat-ten möcht ich gern ein Wohnung aus-serwöhlen / und dem GOttsdienst /und meiner Andacht daselbst ausmär-ten. Darauf der Grass seiner Ver-heissung genug gethan / und hat an ge-melrem Orth die begehrte Wohnungbauen lassen.
Ein grosses Wunder wäre es / daßdise zarte / und edle Frau / so langeZeit zuvor mitten in der rauchen Wild-nuß gelebt / und ohn emigcn Nach-theil / und Schaden ihrer natürlichenKräfsten / mir höchster Gedult / Hun-ger / Kummer / und Armuth habe ein-nehmen / und überstehen können. DaSgeschahe aber nicht natürlicher Weiß /sonder durch gewisse Gnad / und über-natürliche Krasse GOtteS / der so wun-derbahrlich in fernen Heilrgen würcket.Und «st wohl zuglaubcn / oaß die H.Engel G-Ottes / to «vohl der H. Jd-dä/als derseeligenBüsserinMariäMag-dalcnä / und andern rnehr in der Wüstegedienet/ Und sie mtt leiblicher Speiß/durch sonderbahrc Gnad GOttes/ ver-sehen/ und ergehet haben. Nachdemnnn das neue Haußlein durch den Graf-fen / nach ihrern begehren erbauet wor-den / zöge die Gottseelige Jdda von
H-
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wird «inCcll gcba«»cn.
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St. 3M«
bewohnet
ihr