t .66 Von der Heiligen Idda/
ihrer rauchen Wildnuß dem, Rappen-stein hinweg / und begäbe sich in diemueerbauere Wohnung/ darinnen siegleichst,Ils ein eingezognesandächtiges/und GOtt wohlgefälliges Leben/ mitBetten / Wachen/ und Fasten führte/welches aus dcme wohl abzunehmen ist/daß stc ihr Underhaltung/ und tägli-che Sperß nicht wolle von ihrem Ge-mahel annemmcn/ sonder sie liesse sich. begnügen mit dem/ daß die frommenNachbauren ihr williglich / und täglichzu dem Allmusen gaben. Dieweil a-ber das löbliche Gottshauß Fischingen/so von den alten Grasten von Toggen-burg zum theil gesichtet worden/ nichtweit von dannen läge / war ihr Gewohn-heit osstermals dasselbige zubesuchen /und beflisse sich sonderlich zur Metten-zeit dem Gottsdienst daselbst beyzuwoh-nen / die hochheilige Sacramenta wür-diglrch zu empfangen/ ihr Andacht /Gtbekt/ und Betrachtungen zu voll-bringen/ und endlich auch allda begra-ben zu werden. Es ist auch sel-tzam / und übernatürlich / daß mannicht allein in den Büchern liset/ son-der auch mit langer/ alter hergebrach-ter Kundschafft / und Zcugnuß vilerMenschen kan probieren / wie auch invilcn Orten/ sonderlich im Thurgöuvon vil loo. Jahren das Gemühlteau-genscheinlichen bericht gibt daß sich beyEin Hirsch St. Idda vilmahl habe ein Hirsch se-gchk trr ?. hc« lassen / der auf semem Gewicht o-Mchrvor der Hörnern zwölff Liechter öffentlichniif tre». getragen habe/seye auch der H. Frauenn-ndn, vorgegangen / wann sie nächtlicher ZeitHörnern. j n yhgcdüchte Kirchen gen Fischingengehen wolre. Deßgleichen auch wann. sie wiberum zu Mitternacht aus derMetten in ihr Clausen kehrcre / aufdieiooo. Schritt weit heim begleitete.Gewißlich ist nichts bey GOtt dem All-mächtigen unmöglich, der seine Heiligenin vilerley weiß / und weg zieret/ undsie auch wider ihren Willen vor derWelt erhöhet / damit der Mensch ur-sach habe GOtt den HErren durch sei-ne Ausserwöhlten desto ehender zuerken-nen / und ihme zudiencn.
ca P . 9 . Zu dcrselbigen Zeit wäre ein Frau-en K losten / das gleichwohl jetziger Zeitnicht mehr verbanden / nicht weit vondem vorigen Gottshauß Fischingen ge-legen / St. Benedicti Regul/ und Or-den underworffen / darinnen die an-dächtige Klosterfrauen / ihren geistli-chen iL-tand ircultch auswarteten/ die-sclbigcn vernahmen/ daß St. Idda einGotrseeliges Leben führte / und Chri-sto dem HErren Tag / uud Nacht treu-lich dienere/ derhalben sannten sie zuihr/ und hatten sie/ daß sie wolle um
Gottes willen zu ihnen kommen / undihr Wohnung bey ihnen nehmen / dansolches nicht allein ihr / sonder auchdem gantzen Kloster nützlich / und er-sprießlich seyn wurde/ die H. Iddaverstünde bald den Willen des Herrn/folgere demselben nach/ und bewilligteins Kloster zukommen/ allein begehrtesie von demselben Klosterfrauen / daßsie ihr ein einsames Gemach/ oderCel-len wolten eingeben/ darinn sie vonandern Menschen abgesondert/ ihrengewöhnlichen geistlichen Übungen destofleißiger / und andächtiger möchte nach-kommen/ und obligen. Die Kloster-frauen waren wohl zufriden / und ver-schafften daß die H. Idda nach ihrembegehren/ in einer abgesonderten Cel-len wohnen möchte/ darinnen nach al-tem klösterlichem Brauch ein Fenster-lein gemacht war/ durch welches sie re-den / und die Nothdurfft empfahen köii-te. Wiewol aber aus disem nicht zufchlüssen ist/ daß St. Idda daselbst einKlosterfrau gewesen / und sich der Re-gulSt. Benedictiunderwürffig gemachthabe: weil sie aber von solchen Klo-sterfrauen emsig ersucht worden/ hatsie es ihnen nit abschlagen können/oderwölken / doch mit Vorbehaltung ihrerabgesonderten Clausen. Under di- <§,'< Jsem aber liesse der H. Iddä der Feind vE,alles guten/ zu Tag/ und Nacht kei- M-nen friven/ und wäre ihr ein unrühiger/und überlastiger Gast/ zu Zeiten näh-me er ihr zu Nacht das Liecht/ undlöschte es auß/ und erschreckte sie mitandern Plagen/ setzte sie auch auf dieHahl bey dem Feur / schüttete ihr dasEssen um / damit er sie betrübte / ver-drossen/ und undultig machetc.
Als der böse Feind auf ein Zettihr das Liecht außgelöscht/ gieng siemit unerschrocknem Herben / und volldes Glaubens/ und Hoffnung/ zudemFensterlein ihrer Cellen/ sagte zu ei-nem todten Leichnam der vorlängstbeyihrer Cellen begraben war/ ich sage /und gebiete dir / in dem Nahmen IE-su des Herren/ daß du aufstehest/undmir das Liecht anzündest. Alsbaldwar der Todte gehorsam/ stunde aufauß ' seinem Grab / zündte ihr daSLiecht an / gäbe ihrs / und sprach mitverständlichen Worten:
Idda nimb das Liecht von meiner Hand/
Von Toggenburg bin ich genannt.
Nehmlich zu einem Wahrzeichen /daß er des Geblüts ihres GemahelSauß dem Edlen Geschlecht der Grastenvon Toggenburg herkommen/ und andemselben Orth begraben seye. Nach
sol-