280 Von der H. Elisabetha/ Königin/ und Jungfrauen.'
Die Mr,ftorbcne ersch'inek derSrieffmut'ttriii grosserKlachcir.
Ihr Be.vradimß.
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scstmvcn.
ausser dem Erdreich an einem geweich-ten Orrh aufbehalten / biß derer Stief-mutter / Königin Agnes von Könrgs-selben nach Thöß käme / und zwar mitvil Volcks. Da geschahe/ als FrauAgnes Königin m ihrer Ruhe wäre /erschiene ihr Elisabetha in Heller Klar-heit / weißer als der Schnee / wäre auchüber 2. Elen von der Erden erhebt /deßgleichen redete sie ernstlich mit ihrerStieffmutter. Dtse Erscheinung sahenicht allem Frau Agnes die Köntgin /sonder auch ihre Kammer-Jungfrauen/die Stimm / und Wort aber könntendie Jungfrauen nicht verstehen / aberdie Königin verstünde sie genug / wol-te aber niemahls sagen / was die Toch-ter mit ihr geredt/ sonder spräche: wasgeredt worden / wird niemand verneh-men / und muß mit / und bey mir ster-ben. Folgenden Morgen/ nach ge-haltenem Gottsdienst / wurde die se-lige Königin Elisabeth mit vilen Zä-hern in die Kirchen begraben / und zö-ge Königin Agnes betrübt wider nachKömgsfelden/ und thäte disem Gotts-hauß Thöß hernach vil guts/mit Strff-tung / Steur / und Hilff. Nachdemdie glorwürdige Königin Elisabeth zo.Wochen in der Erden begraben läge /vermeinten etliche gut zuseyn/ daß derLörpel in ein von auögehauenen Stei-nen böhers Grab solle gelegt werden /wegen ihrer Heilrgkrit / und daß sie Kö-pigiiches Herkommens seye. Auf derergutacht k wurde sie ausgegrabe/ da be-gehrten / die andächtige Schwestern /man solle den Sarch aufthun / und ver-günstigen / dasi sie dieselbe noch ein-mahl sehen möchten / ihr Bitt aberwurde abgeschlagen/ in bedencken/ daßsie mehrertheils verwesen / wegen lang-wiriger Kranckheit/ und vorhin durch-geiöcherten Lerbsschäden. Dannochwäre der Schwestern Andacht so groß/daß sie das Grab selber öffneten / be-funden die seelige Königin nicht alleinunverwestn / sonder gar kein Zeichenihres gelöcherten Leibs/ beyneben merck-ten sie ein sehr lieblichen Geruch / yadoch der mehrere Theil der Kleidernschon verwest gesunde / desen die andäch-tigen Schwestern sich hoch erfreuet /und haben GOtt lob/ und danck ge-sprochen. Also würd ihr Heil. Leich-nam aus dem höltzinen Todtenbaum inden steinern etwas erhöcht gelegt/ mitgrossem verwunderen / daß nichts anihr versehn / weilen sie bey Lebzeitenhalb Faul/ unddurchgraben gewesen/deren Leib der barmhertzige GOtt zumehreremseinem Lob/ und der seeligenElisaberhä Heilrgkcit anzudeuten/ invorrge Gestalt verwendet. Der Grab-stein ist m dem Gottshauß Thöß bey
Winterthur / in dem Chor zu oberst /darauf der vier Evangelisten Bridnußin der mitte aber zu beyder feiten dieKönigliche Wappen deß Königreich-Ungarn auf gut alte Manier geschnitten/ohn alle Iahrzahl / oder Grabschrrfft.
Damit wir der geliebte kürhe unSgebrauchen / wöllen wir nur drey Wun-derwerk melden / so durch diser treuenDienerin GOTTES Fürbitt zweyenSchwestern geschehen / aus denen zu-erkennen / daß sie nicht allein bey Leb-zeiten / sonder auch nach ihrem Todtmit Wunderzeichen geleuchtet habe.Ein Schwester zu Thöß / hätte vilKranckheiten erlitten/ und da manderseellgen Königin nach altem Christli-chem Brauch den Dreyßigsten hielte /wäre eben bist Schwester mit zwounderschidliche Kranckheiten sehr be-schwert / stunde doch auf/ gienge zumGrab der Königin in gantzlicher Hoff-nung / durch ihre Verdienst hilff zuer-langen: ermahnete die stetige Elisabe-tha aller ihrer Kranckheit / und uber-standnen Trübsalen / bittend: ein Er-bärmnuß mit ihr zuhaben / und beyGOtt ihr Gesundheit zuerwerben sichbesteiffen / verhieße beyneben ein gan-tzeS Jahr ihr Begräbnuß täglich zube-fuchen. Darauf wurde die Schwesterfrey von beyden Kranckheiten.
Ein andere hätte das ander täaigeFreber / durch welches sie um alle»rafften käme/ daß sie sich selbst kaumertragen mochte / gienge aus grossemSchmertzen in die Kirchen / ersähe un-getähr der seeligen Elisabethen Grab /käme in Gedancken wolle sie um Hilffanrüsten / damit sie ihr von GOtt dieGesundheit erlange: tratte mit Andachtzu dem Grab / thäte was sie ihr füc-genommen / verspräche auch mit Ande-rem Gebett ein Jahr lang täglich ihrGrab zubesüchen. Nicht lang wäresie da / empfunde es besser mit ihr zu-seyn/ und nach / und nach käme sie zu»rafften / und das Fieber hat sie ver-lassen.
Ein andächtige Schwester auch zuThöß sahe in dem Schlaff gar schern-bahrlich / als / daß alle Schwesternin dem Chor Thöß in ihren Stülenstehen / da giengen vil ehrbahre Män-ner m Leviten Röck / und Chorhcmb-twN ken Chor hinauf/ da solare in Bi-schosstrchem Zier einer / ein Buch tra-gend / in deme der S. Königin Lebendeschrlben / wie es hie erzehlet / un»gemeldet worden/ da alle für den ChokAltar kommen / wendete sich der Bi-schoff um gegen dem hvchwürdigen Sa-cra-
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