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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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280 Von der H. Elisabetha/ Königin/ und Jungfrauen.'

Die Mr,ftorbcne ersch'inek derSrieffmut'ttriii grosserKlachcir.

Ihr Be.vradimß.

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ausser dem Erdreich an einem geweich-ten Orrh aufbehalten / biß derer Stief-mutter / Königin Agnes von Könrgs-selben nach Thöß käme / und zwar mitvil Volcks. Da geschahe/ als FrauAgnes Königin m ihrer Ruhe wäre /erschiene ihr Elisabetha in Heller Klar-heit / weißer als der Schnee / wäre auchüber 2. Elen von der Erden erhebt /deßgleichen redete sie ernstlich mit ihrerStieffmutter. Dtse Erscheinung sahenicht allem Frau Agnes die Köntgin /sonder auch ihre Kammer-Jungfrauen/die Stimm / und Wort aber könntendie Jungfrauen nicht verstehen / aberdie Königin verstünde sie genug / wol-te aber niemahls sagen / was die Toch-ter mit ihr geredt/ sonder spräche: wasgeredt worden / wird niemand verneh-men / und muß mit / und bey mir ster-ben. Folgenden Morgen/ nach ge-haltenem Gottsdienst / wurde die se-lige Königin Elisabeth mit vilen Zä-hern in die Kirchen begraben / und zö-ge Königin Agnes betrübt wider nachKömgsfelden/ und thäte disem Gotts-hauß Thöß hernach vil guts/mit Strff-tung / Steur / und Hilff. Nachdemdie glorwürdige Königin Elisabeth zo.Wochen in der Erden begraben läge /vermeinten etliche gut zuseyn/ daß derLörpel in ein von auögehauenen Stei-nen böhers Grab solle gelegt werden /wegen ihrer Heilrgkrit / und daß sie-pigiiches Herkommens seye. Auf derergutacht k wurde sie ausgegrabe/ da be-gehrten / die andächtige Schwestern /man solle den Sarch aufthun / und ver-günstigen / dasi sie dieselbe noch ein-mahl sehen möchten / ihr Bitt aberwurde abgeschlagen/ in bedencken/ daßsie mehrertheils verwesen / wegen lang-wiriger Kranckheit/ und vorhin durch-geiöcherten Lerbsschäden. Dannochwäre der Schwestern Andacht so groß/daß sie das Grab selber öffneten / be-funden die seelige Königin nicht alleinunverwestn / sonder gar kein Zeichenihres gelöcherten Leibs/ beyneben merck-ten sie ein sehr lieblichen Geruch / yadoch der mehrere Theil der Kleidernschon verwest gesunde / desen die andäch-tigen Schwestern sich hoch erfreuet /und haben GOtt lob/ und danck ge-sprochen. Also würd ihr Heil. Leich-nam aus dem höltzinen Todtenbaum inden steinern etwas erhöcht gelegt/ mitgrossem verwunderen / daß nichts anihr versehn / weilen sie bey Lebzeitenhalb Faul/ unddurchgraben gewesen/deren Leib der barmhertzige GOtt zumehreremseinem Lob/ und der seeligenElisaberhä Heilrgkcit anzudeuten/ invorrge Gestalt verwendet. Der Grab-stein ist m dem Gottshauß Thöß bey

Winterthur / in dem Chor zu oberst /darauf der vier Evangelisten Bridnußin der mitte aber zu beyder feiten dieKönigliche Wappen deß Königreich-Ungarn auf gut alte Manier geschnitten/ohn alle Iahrzahl / oder Grabschrrfft.

Damit wir der geliebte kürhe unSgebrauchen / wöllen wir nur drey Wun-derwerk melden / so durch diser treuenDienerin GOTTES Fürbitt zweyenSchwestern geschehen / aus denen zu-erkennen / daß sie nicht allein bey Leb-zeiten / sonder auch nach ihrem Todtmit Wunderzeichen geleuchtet habe.Ein Schwester zu Thöß / hätte vilKranckheiten erlitten/ und da manderseellgen Königin nach altem Christli-chem Brauch den Dreyßigsten hielte /wäre eben bist Schwester mit zwounderschidliche Kranckheiten sehr be-schwert / stunde doch auf/ gienge zumGrab der Königin in gantzlicher Hoff-nung / durch ihre Verdienst hilff zuer-langen: ermahnete die stetige Elisabe-tha aller ihrer Kranckheit / und uber-standnen Trübsalen / bittend: ein Er-bärmnuß mit ihr zuhaben / und beyGOtt ihr Gesundheit zuerwerben sichbesteiffen / verhieße beyneben ein gan-tzeS Jahr ihr Begräbnuß täglich zube-fuchen. Darauf wurde die Schwesterfrey von beyden Kranckheiten.

Ein andere hätte das ander täaigeFreber / durch welches sie um alle»rafften käme/ daß sie sich selbst kaumertragen mochte / gienge aus grossemSchmertzen in die Kirchen / ersähe un-getähr der seeligen Elisabethen Grab /käme in Gedancken wolle sie um Hilffanrüsten / damit sie ihr von GOtt dieGesundheit erlange: tratte mit Andachtzu dem Grab / thäte was sie ihr füc-genommen / verspräche auch mit Ande-rem Gebett ein Jahr lang täglich ihrGrab zubesüchen. Nicht lang wäresie da / empfunde es besser mit ihr zu-seyn/ und nach / und nach käme sie zu»rafften / und das Fieber hat sie ver-lassen.

Ein andächtige Schwester auch zuThöß sahe in dem Schlaff gar schern-bahrlich / als / daß alle Schwesternin dem Chor Thöß in ihren Stülenstehen / da giengen vil ehrbahre Män-ner m Leviten Röck / und Chorhcmb-twN ken Chor hinauf/ da solare in Bi-schosstrchem Zier einer / ein Buch tra-gend / in deme der S. Königin Lebendeschrlben / wie es hie erzehlet / un»gemeldet worden/ da alle für den ChokAltar kommen / wendete sich der Bi-schoff um gegen dem hvchwürdigen Sa-cra-

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