Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist, ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen, oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einen Zusatz der Heilig-Sprechung des Heil. Bruder Clausen/und Heiligen Martyrer Fidel, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen / zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den Ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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$% 2 - B. CONRADUS] cx DietfenhcfFea , Puer, &: Martyr.'

berkeit ein Altar aufgericht / und von haben / biß zum Abfall der Stadtv-Mandächtiger Burgerschafft ein eygner alten Catholischen Glauben: DardurchPriester I und Pftund tn obgesagtem all ihrer alten Vorfahreren AndachtMünster gestiffter worden. Dardurch verschwunden / und gantz auö-die Llndacht täglich- mehr zugenommen/ gelöschet worden,

und die Wunderzeichen sich gemehret

Mner / und mschMgerWM/ deß-

vierjährigen Knaben Lonrads von Diej-senhvffen am Rhein / durch ein Lhristenaus Anstifftung der Juden ermordet.

Im Iahp 1401. 4« den 26. ZTtovcmbee.

Dlsen Mord beschreiben beyde Lucerm'sche Chronisten / Herr DicpoldSchillinger Priester / und Chorherr der alten Grifft 88. Leodeganj, &Wa«.ri: j Martyrum , NN Hoff genannt / fol. 57. Und Hw PttMNanNEtterlein Gerichtschrciber zu Lucern/ fol. 37. Item ein Teutsch gcschrctb-ne Costanyer Chronick in unser Carthauß Ittingen zufinden.

Csp. I.

Daß derJuden gc-gm dkn

Lhristcn.

Ein Christberfubn-f r /und nn>vr<dct diic<sbristenKind / außonsnffliingcinrs In»tot

,N der löblichen Eydgnoß-schafft / und dero Landgraf-schafft Thurgöu/ ligt amRhein ein Stättlein Dies-senhoffen / in welchem etli-che Juden mit Weib/ undKindern Haußhäblich wohneten / undihren Wucher triben. linder Visenwäre Michael Vittelmann nicht der ge-ringste /dessen Sohn Gottlieb geyannt.Michael auß grossem Neid dürstete vilJahr Christenblut zubekommen / undzugemessen/ welches/ weiter selbst we-der mit stehlen eines Christen Kind /noch anderwerts zuwege» bringen möch»re / machte er entlich auß TeufielischerEingebung/mit einem erwachsnen Chri-sten Jüngling / der Zahne genannt /Heinrich Zahns damahls Vogt zu Dieftsenhoffcn Diener / und Vorreuter /Gemein - und Kundschafft / und practi-cierte endlich mit demselben / da er ih-me 3. fl. verspräche / wann er ihme Mi-chael eines Lhristen K inds Blut brach-te/ und warm zuhanden stellete. DerReuter vorn Teuffcl verblendet / vomJuden anaesiifft / und aus liebe deßGelts/ ersieht alle Gelegenheit sein bö-sen Willen zuerfüllen. Im Jahr 1401.hat er einem ehrsamen Bürger/ Her-mann Lory deß Raths zu Diessenhoffen/Conrad sein vierjähriges Söhnlein ge-stohlen / als er dises nach Hauß ge-bracht / die Gurgel abgestochen / undalso ermordet / das unschuldig Blut da-rauf in ein Geschirr gefaßt / in Mey-nung solches Michael Vittelmann dem

Juden zubringen / und die Versprechene 3. fl. zuempfangen / aber Zahn derReuter / aus Göttlicher Verhengnuß/wprd am Mord von etlichen frommenPersohnen erwüscht / und gefänglicheingezogen.

Als der Knecht in Verhafftung peyn- Cif M'lich allen Verlaust angezeigt / und denJuden Vittelmann/als alles Übels An- fairstistter ernennet / wurde selber abch inVerhafft genohmen/ und durch Urtheil/und Recht der/ und anderer Miß-handlung wegen / Lebendig verbrannt.

Der Zahn aber wegen begangnen Mordgerädert / und weil auf die Juden dergemein Rüst / und Argwohn gienge /als hätten sie in genanntem 1401. Jahrdie Bronnen vergifft/ daraus in Schwa-ben /Thurgöu/ und andernOrtheneingrosses Sterben erfolget / waren alleJuden zu Diessenhosten vertriben/ zuSchaffhausen aber 30. zu Minterthuc27. Mann / und Weib/Jung / und Altverbrannt/ die überigeaberseynd auchalle vertriben worden. Die bekümmer-ten Eltern aber deß ermörden KnäbleinConrads/ «amenihr geliebtes Kind/und bestatteten diseS nach christlichemBrauch in die gewöhnliche Pfarrkirchen.

Hierauf wurde bey der Burger-schafft/ besonder Weibspersohnen zuDiessenhoffen grosse Andacht zu diseniKindlein/ und war seyn Grab bey hun-dert Jahren mit Gelübd/ und Hpffecohn underlaß/ weilen vil Gnaden/undWunderzeichen sich darbey erzeigt/ be-sucht/ und verehret/ biß entlich vie

Zivy-